MoneroV, MoneroV – ein Trojanisches Pferd in der Fork-Manie

Quelle: computer safety concept, trojan horse in electronic environment. 3D illustration.

MoneroV – ein Trojanisches Pferd in der Fork-Manie

Durch eine Monero-Hard-Fork wird ein neuer Coin namens MoneroV das Licht der Welt erblicken. MoneroV setzt dabei auf einen Coin Cap, möchte die Skalierungsprobleme von Monero lösen und möglichst zeitnah eine Light Wallet veröffentlichen. Verschiedene Warnsignale um dieses Projekt lassen jedoch von einer Partizipation abraten. 

Sind Hard Forks nicht etwas Schönes? Im Fall von Bitcoin hat man sich schon fast daran gewöhnt, Ethereum kann verschiedene durch eine Hard Fork hervorgegangene Coins vorweisen und Litecoin zog unfreiwillig mit Litecoin Cash nach. Ist es da nicht an der Zeit, dass nun auch Monero eine Hard Fork vorweisen kann?

Nun sind Hard Forks per se keine Seltenheit im Monero-Ökosystem: Regelmäßige Protokoll-Updates sorgen dafür, dass zwei Mal im Jahr eine Hard Fork stattfindet. Wie an anderer Stelle betont, ist eine Hard Fork in erster Linie ein signifikantes, nicht abwärtskompatibles Protokoll-Update, welches von den Nodes eine Neuinstallation des Clients verlangt.

Nur wenn ein signifikanter Teil des Ökosystems ein solches Update nicht mitmacht beziehungsweise ein derartiges ohne einen allgemeinen Konsens durchführt, kommt es zu einer neuen Kryptowährung.


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Im Fall von Monero wurde nun ein Chain Split angekündigt: In 21 Tagen soll mit Block 1.529.810 MoneroV durch eine Hard Fork generiert werden. Gemäß eigener Aussagen auf der Webseite soll es sich dabei um “die beste private Kryptowährung der Welt” handeln.

MoneroV – Monero mit Coincap, kleineren Transaktionen und Light Client

Um diesen gewagten Claim zu untermauern, wartet das Team hinter MoneroV mit folgenden Punkten auf:

  • Im Gegensatz zu Monero verfügt MoneroV nicht über eine unbegrenzte Coin-Emission: Es werden maximal 256 Millionen Coins generiert werden.
  • Es wird, verglichen zur aktuellen Monero-Blockchain, einen Faktor 10 mehr Coins geben; während Moneros Supply aktuell bei knapp 16 Millionen XMR liegt, wären es nach der Fork für MoneroV 160 Millionen XMV.
  • Die Transaktionsgröße soll im Vergleich zu Monero dramatisch reduziert werden.
  • 2019 plant das Projekt die Integration von MimbleWimble. Das soll zugunsten der Skalierbarkeit geschehen, da dank MimbleWimble die Blockchain mit der Anzahl an Usern und nicht mit der Transaktionsanzahl skaliert.
  • Schließlich soll als Standardlösung eine Light Wallet angeboten werden.

Eine erste Eigenheit, die kritisch zu betrachten ist, stellt das Finanzierungsmodell dar: Natürlich hat das Entwicklerteam hinter diesem Projekt nicht das Geld, um alle Änderungen voranzutreiben, neue Wallets zu schaffen und das Projekt weiterhin zu pflegen.

Scam oder legitime Fork?

Neben einem umfangreichen Bounty Program sollen knapp 6 % des totalen Coin Supplies in den Händen des Teams hinter MoneroV liegen. Das stellt eine signifikante Zentralisierung dar; entsprechend kam es schnell zu dem Vorwurf, dass sich das Projekt primär selbst bereichern wolle. Weiterhin stimmt das Endorsement seitens Ryan Hildreth skeptisch, war dieser doch auch an BitConnect beteiligt.

Vor allem wurde ein Punkt wichtig: Das Nutzen von Monero-Keys für das Claimen von durch eine Hard Fork entstandene Währungen ist ein Angriff auf die Privatsphäre. Mit dem Benutzen desselben Private Keys in zwei unterschiedlichen Kontexten wird bezüglich Ringsignaturen einiges an Information an Dritte gegeben. Dadurch kann nicht nur die eigene Anonymität gefährdet sein, sondern die des gesamten Monero-Netzwerks.

Solange die Köpfe hinter MoneroV nicht empfehlen, neue Private Keys auf der Fork zu generieren, ist von einer Partizipation abzuraten.

Das ist nicht nur für Liebhaber der Anonymität wichtig, sondern auch für den Investor. Free Money ist immer toll, nur gefährdet man damit den primären Use-Case seines Investments. Der Crash von BitConnect vor einigen Wochen zeigte, wie tief der Kurs bei einem zerstörten Use-Case fallen kann.

BTC-ECHO

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