“Ich werde den Waffenstillstand fortführen”. Mit diesen Worten sorgte US-Präsident Trump am Mittwoch für eine Entspannung im Iran-Krieg, dessen Fortsetzung mit dem avisierten Ende des ursprünglichen Waffenstillstands bis dato fraglich war. Neben positiven Folgen für den Ölmarkt – Öl der Sorte Brent kostet zum Zeitpunkt des Schreibens 94 US-Dollar – profitiert auch der Bitcoin-Kurs von dem Signal aus dem Persischen Golf. Die Krypto-Leitwährung notiert derzeit bei 78.282 US-Dollar und legt damit einen ersten ernstzunehmenden Ausbruch hin. Handelt es sich um das langersehnte Signal für das Ende des Bärenmarktes?
1. Der Bitcoin Mean Reversion Index
Zuletzt war der Bitcoin Mean Reversion Index aus dem deutlich überverkauften Bereich ausgebrochen. In der Vergangenheit hat das häufig eine bullishe Trendumkehr bedeutet.
Der Bitcoin Mean Reversion Index misst, wie stark der aktuelle Preis von seinem statistischen Mittelwert, dem Fair Value, abweicht, basierend auf On-Chain-Daten, gleitenden Durchschnitten und Bewertungsmodellen wie dem MVRV. Hohe Werte signalisieren Überbewertung, niedrige Unterbewertung. Im vorliegenden Chart liegt der Index aktuell im unteren Bereich, nahe der grünen Zone, was historisch eher auf eine Phase relativer Unterbewertung hindeutet.

Das spricht für ein moderates Chancen-Risiko-Verhältnis zugunsten von Akkumulation. Frühere Zyklustiefs lagen allerdings deutlich tiefer. Entsprechend ist das Signal eher konstruktiv, aber noch kein klares makroökonomisches Bottom-Signal, sondern eine potenzielle Übergangsphase.
Dazu schreibt James Check auf X: “Viele träumen davon, den absoluten Boden eines Bärenmarktes zu erwischen. Was sie stattdessen tun sollten, ist, im unteren Fünftel des Marktzyklus nach dem Durchschnittspreisverfahren (DCA) zu kaufen.”
2. Michael Saylors Kaufrausch
Wenn irgendwer gedacht hat, dass Michael Saylor im Bärenmarkt Anstalten macht, sein Bitcoin-Kaufprogramm zurückzufahren – Fehlanzeige. Im Gegenteil: Der Aufsichtsratsvorsitzende der größten Krypto-Treasury der Welt, Strategy, beschleunigt sein Programm abermals. Finanziert durch Eigenkapitalerhöhungen mittels der Vorzugsaktie Stretch (STRC) bricht Strategy zuletzt Akkumulationsrekorde.
Ganze 2,54 Milliarden US-Dollar hat das Unternehmen vergangene Woche für den Erwerb von insgesamt 34.164 Bitcoin ausgegeben – einer der drei größten Bitcoin-Käufe der Unternehmensgeschichte.
Nun hält Strategy 815.061 BTC und kommt seinem Ziel von einer Million Bitcoin mit großen Schritten näher. Auf X kommentiert der Analyst Adam Livingston: “Strategy wird bis August eine Million Bitcoin besitzen. Wie sieht das in drei Jahren aus? Strategy wird das wertvollste Unternehmen der Welt sein.”
Unternehmensangaben zufolge ist STRC jetzt die meistgehandelte Vorzugsaktie der Welt. Saylors Akkumulationen sorgen indessen für einen konstanten Nachfragestrom. Zur Erinnerung: Pro Woche werden nur 3.150 neue BTC geschürft, Strategy hat vergangene Woche das Zehnfache dessen vom Markt genommen.
3. Die globale Geldmenge steigt
Zwar ist das Geldmengenaggregat M2 nur ein näherungsweiser Ansatz für die Ermittlung der globalen Liquidität, ein Anstieg von M2 korreliert dennoch in der Regel mit einem Anstieg des Bitcoin-Kurses. Tatsächlich steigt die Geldmenge M2 seit Mitte 2025 kontinuierlich an. Anfangs fiel das mit einem Anstieg des Bitcoin-Kurses zusammen, ab Ende 2025 folgte dann die Entkopplung.
Zuletzt war indessen ein beschleunigtes Geldmengenwachstum zu beobachten gewesen – abermals stieg auch Bitcoin in der Folge an.
Zwar ist die Korrelation nicht perfekt, schaden wird eine wachsende Geldmenge Bitcoin aber sicherlich nicht.

