Chef der tschechischen Zentralbank 

Aleš Michl warnt vor möglichem Totalverlust: “Bitcoin ist zu riskant für Reserven”

Tschechiens Zentralbankchef Aleš Michl warnt vor Bitcoin als Reserve-Asset. Trotz Renditechancen und Testkauf sei BTC für die Notenbank zu riskant.

Johannes Dexl
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Tschechischer Zentralbankchef

Beitragsbild: picture alliance

| Der Gouverneur der tschechischen Nationalbank (CNB) auf einer Pressekonferenz in Prag

Die tschechische Nationalbank hat Bitcoin unter die Lupe genommen. Das Ergebnis fällt gemischt aus: BTC könnte die Performance staatlicher Reserven verbessern, sei für die Devisenreserven der Zentralbank derzeit aber zu riskant. Das sagte Notenbankchef Aleš Michl auf der Bitcoin 2026 in Las Vegas. “Die Volatilität ist viel höher als bei anderen Vermögenswerten”, erklärte Michl. “Eines Tages könnte der Preis viel höher sein oder auf null fallen. Ja, null.”

Michl betonte, dass dieses Risiko grundsätzlich für jede Anlageklasse gelte. Aktien könnten wertlos werden, Anleihen ausfallen. Gerade deshalb brauche es diversifizierte Portfolios. Dennoch sei die Kryptowährung aus Sicht der Zentralbank ein Sonderfall. Historisch habe BTC zwar “sehr hohe Renditen” geliefert, wirke aber “ehrlich gesagt zu riskant”.

Bitcoin-Test mit einer Million US-Dollar

Die Tschechische Nationalbank hatte im Oktober 2025 ein Testportfolio im Umfang von einer Million US-Dollar genehmigt. Es umfasste Bitcoin, einen US-Dollar-Stablecoin und eine tokenisierte Einlage. Ziel war es, praktische Erfahrungen mit Blockchain-basierten Vermögenswerten zu sammeln. Die CNB gilt damit als erste Zentralbank weltweit, die BTC direkt zu Testzwecken gekauft hat.

Eine im Februar 2026 veröffentlichte Studie der Notenbank kam zu dem Schluss, dass Bitcoin durch seine geringe langfristige Korrelation mit klassischen Anlageklassen die Rendite eines Portfolios verbessern könne, ohne das Gesamtrisiko deutlich zu erhöhen. Michl verglich Bitcoin in diesem Zusammenhang mit Venture Capital, nur deutlich liquider.

Kein Bitcoin in den Reserven

“Wenn man einen solchen Vermögenswert hinzufügt, kann das ganze Portfolio besser funktionieren”, sagte der Zentralbankchef. “Die Rendite kann steigen und das Risiko bleibt ungefähr gleich.”

Trotz dieser Ergebnisse entschied der Bankrat der CNB im Februar 2026, Bitcoin vorerst nicht in die offiziellen Devisenreserven aufzunehmen. Zwar könne bereits eine kleine BTC-Allokation die Rendite stärker erhöhen als Gold. Die Kursschwankungen und Extremrisiken seien der Zentralbank derzeit jedoch zu groß.

Michl erinnerte in Las Vegas außerdem an seine erste Bitcoin-Transaktion. Damals habe er mit BTC einen Kaffee gekauft. “Heute kostet dieser Kaffee etwa 350 US-Dollar. Es war also der teuerste Kaffee meines Lebens.”

BTC-Permabulle Michael Saylor prognostizierte auf der Konferenz in Las Vegas währenddessen einen Bitcoin-Kurs von 10 Millionen US-Dollar.

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