Von Steuern und Blockchain: Kryptoinsel Malta

Quelle: Il-Mellieha, Malta - Panoramic skyline view of the famous Popeye Village at Anchor Bay at sunset with traditional Luzzu boats, beautiful colorful clouds and sky

Von Steuern und Blockchain: Kryptoinsel Malta

Die zunehmende Regulierung bereitet so manchem Blockchain-Unternehmen Kopfzerbrechen. Unsicherheit auf der einen Seite, zu strenge Regulierung auf der anderen Seite sind oft Faktoren, die die Entwicklung von Blockchain-Unternehmen und vor allem ICOs oft ausbremsen. Malta bietet hier einen Anlaufpunkt.

Malta liegt im Süden Europas und beherbergt Schätzungen zufolge 450.000 Menschen auf einer Fläche von 316 km².  Damit ist die Insel – zumindest auf dem Papier – eine der am engsten bevölkerten Flecken Erde Europas. Kurz nach Monaco und der Vatikanstadt steht die Insel damit auf Platz drei. Mit einer Durchschnittstemperatur von mindestens 15,4 Grad Celsius und maximal 23 Grad Celsius herrscht ein durchgängig subtropisches, angenehmes Klima.

Selbiges gilt beim Thema Steuern. So sind Bürger, die nicht aus Malta stammen, nicht dazu verpflichtet, Steuern abzuführen, falls sie über Einkommen verfügen, das im Ausland generiert wird – zumindest wenn es nicht auf maltesische Banken überwiesen wird. In diesem Fall wird das Einkommen, wenn es nach Malta gebracht wird, mit 15 Prozent Steuern versehen.

Auch beim Thema Kryptowährungen und Blockchain weiß das Land einen guten Anlaufpunkt zu bieten. So hat die Regierung im Februar 2018 die Malta Digital Innovation Authority eingerichtet. Diese Behörde arbeitet an einem ausführlichen regulatorischen Rahmennetzwerk für Kryptowährungen und ICOs.

Binance und OKEx sind bereits geflüchtet

Einer der wohl bedeutendsten Ereignisse der letzten Zeit war in diesem Zusammenhang wohl der Beschluss von Binance, nach Malta zu ziehen. Im Rahmen regulatorischer Schwierigkeiten in Japan beschloss die Exchange im März, die Insel aufzusuchen. Dort empfing man sie sogleich mit offenen Armen. In einem Tweet begrüßte der maltesische Premierminister Joseph Muscat die Börse mit der Anmerkung, dass man plane, einer der ersten Anlaufpunkte für Blockchain-Unternehmen zu werden.

Kurzerhand beschloss auch die Börse OKEx, vom Klima in Malta zu profitieren. So kündigte die Börse in einer Pressemitteilung an, seine Geschäfte künftig von Malta aus zu leiten:

„Wir freuen uns darauf, mit der Regierung in Malta zusammenzuarbeiten. Sie denkt voraus und teilt viele unserer Werte. Die wichtigsten davon sind der Schutz von Tradern und der Öffentlichkeit sowie Anti-Geldwäsche- und Know-Your-Customer-Standards. Außerdem erkennen sie die Innovation und Wichtigkeit der Entwicklung des Blockchain-Ökosystems.“

Im April entwickelte die Finanzaufsichtsbehörde dann den Financial Instrument Test. Dieser ist darauf ausgelegt, Token besser einordnen zu können. Nachdem man den Test durchgeführt hat, soll man künftig wissen, ob ein auf einer Distributed-Ledger-Technologie basiertes Asset unter die EU-Regularien und damit unter traditionelle Finanzrichtlinien oder den maltesischen „Virtual Financial Assets Act“ fällt.

Darauf aufbauend gab Malta dann im Mai drei neue Gesetzesentwürfe heraus, die die Regulierung von Kryptowährungen betreffen. Damit zurrten sie letztlich das Rahmengerüst der Regulierung etwas enger und profilierten sich im internationalen Wettbewerb um die zahlreichen Blockchain-Unternehmen, die nach einer (Steuer-)Oase suchen.

BTC-ECHO

Ähnliche Artikel

Regulierungs-ECHO KW46: Internationale Töne aus Deutschland
Regulierungs-ECHO KW46: Internationale Töne aus Deutschland
Regulierung

In Südkorea fordern Anwälte mehr Regulierung. Die BaFin greift um sich und in Frankreich muss man (vielleicht) bald weniger Steuern auf Krypto-Gewinne zahlen.

Zentralisierung: Banken erwägen digitale Fiatwährungen
Zentralisierung: Banken erwägen digitale Fiatwährungen
Regulierung

Kanada, Singapur und das Vereinigte Königreich erwägen, künftig mit Central Bank Digital Currencies (CBDC) zu arbeiten.

Exklusiv – Jean-Claude Trichet: „Ich kann Kryptowährungen überhaupt nichts abgewinnen“
Exklusiv – Jean-Claude Trichet: „Ich kann Kryptowährungen überhaupt nichts abgewinnen“
Regulierung

Der ehemalige Präsident der europäischen Zentralbank EZB Jean-Claude Trichet hält Blockchain-Technologien für die weitere Entwicklung des weltweiten Finanzsystems für interessant.  

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

BTC-ECHO-Newsflash: Die Top Blockchain- & Bitcoin-News der Woche
BTC-ECHO-Newsflash: Die Top Blockchain- & Bitcoin-News der Woche
Bitcoin

Der Bitcoin-Kurs fällt, bei Bitcoin Cash tobt ein Bürgerkrieg und die BaFin greift durch.

Entwicklung des BTC-ECHO-Musterportfolios Konservativ KW46
Entwicklung des BTC-ECHO-Musterportfolios Konservativ KW46
Invest

BTC-ECHOs Musterportfolio Konservativ trotzt dem Abverkauf: Während Bitcoin, Ethereum und XRP seit Anfang November bis zu 21 Prozent Verluste verkraften mussten, sind es beim Musterportfolio lediglich die Hälfte. 

The State of Blockchain Economy 2018 – Das Blockchain-Event in Berlin
The State of Blockchain Economy 2018 – Das Blockchain-Event in Berlin
Szene

Wo steht das Blockchain-Ökosystem im Jahr 2018? Dieser Frage stellt sich das Event „State of the Art – Where does the german Blockchain Ecosystem stand?“.

Regulierungs-ECHO KW46: Internationale Töne aus Deutschland
Regulierungs-ECHO KW46: Internationale Töne aus Deutschland
Regulierung

In Südkorea fordern Anwälte mehr Regulierung. Die BaFin greift um sich und in Frankreich muss man (vielleicht) bald weniger Steuern auf Krypto-Gewinne zahlen.

Angesagt

5 Sätze, die ein Bitcoin-Maximalist niemals sagen würde
Bitcoin

Beim Bitcoin-Maximalismus scheiden sich die Geister. Die einen sagen: Bitcoin-Maximalismus bedeutet, die Vorteile der digitalen Währung gegenüber dem Fiatgeldsystem konsequent zu Ende zu denken.

Pure Bit: Ein kurioser Exit-Scam
ICO

Das ist selbst für die krisengeschüttelte Krypto-Community ein ungewöhnlicher Fall: Nach dem Exit-Scam des südkoreanischen ICO Pure Bit zeigen sich die Gründer geläutert und wollen ihre Opfer nun kompensieren.

Ran an die Blockchain: Südkoreanische Provinz gründet Komitee
Blockchain

In Zusammenarbeit mit einem internationalen Team planen südkoreanische Blockchain-Experten die Gründung eines „Blockchain Special Committee“.

Neuer Marktführer für Kryptowährungen hilft Geschäftsinhabern zu überleben
Sponsored

Es gibt etliche Menschen, die Kryptowährung zu Höchstpreisen gekauft haben und nun ihre Bitcoin, Ethereum oder Ripple hodlen müssen, während der Markt stagniert oder stillsteht.