Malta: Regierung präsentiert drei neue Gesetzesentwürfe zur Krypto-Regulierung

Malta: Regierung präsentiert drei neue Gesetzesentwürfe zur Krypto-Regulierung

Der Inselstaat Malta hat drei Gesetzesentwürfe auf den Weg gebracht, die die Regulierung von Kryptowährungen behandeln. Bisher war Malta vor allem durch eine freundliche und einladende Haltung gegenüber Krypto-Start-ups aufgefallen. Wie sich die neuen Reglungen jetzt auf diesen Status auswirken.

Malta ist vielen in erster Linie als eine der großen europäischen Oasen für Finanzmarktgeschäfte bekannt. Man assoziiert die Insel mit niedrigen Steuern für Gewerbe und Privatpersonen sowie einem großzügigen Umgang mit Regeln. Aber auch Einschränkungen gegenüber Unternehmen und eine politische Klasse, der man Korruption vorwirft, gibt es auf Malta. Entsprechend viele sogenannte Briefkastenfirmen, die lediglich ihren offiziellen Geschäftssitz auf der Insel haben, gibt es auch im Kryptobereich auf Malta.

Nun hat die maltesische Regierung das Thema Regulierung von Kryptowährungen angefasst. In drei Gesetzesentwürfen entwirft sie ein Rahmenwerk für den Umgang mit digitalen Token und ICOs. Die Entwürfe tragen die Namen Virtual Financial Assets Act, Malta Digital Innovation Authority Act und Innovative Technology Arrangements and Services Act. Darin werden Kryptowährungen unter dem Namen „Virtual Financial Assets (VFA)“, ICOs unter dem Namen „VFA Offerings“ und Krypto-Exchanges als VFA-Exchanges genannt. Die Regierung versucht also, die teils negative Konnotation, die Kryptowährungen in einem Standort wie Malta hervorrufen, zu umgehen.

Kryptowährungen werden zu „Virtual Financial Assets (VFA)“

Der Begriff VFA steht vielmehr für „jede Form der digitalen Medienerfassung, die als digitales Medium des Tauschs, der Rechnungseinheit oder des Wertspeichers verwendet wird“. Dabei ist sie jedoch „kein elektronisches Geld, ein Finanzinstrument oder ein virtueller Token“. Die Nutzung virtueller Token soll sich auf „die DLT-Plattform, auf der sie ausgestellt wurde,“ beschränken. Die Rückzahlung für Fonds soll nur „auf einer solchen Plattform direkt durch den Emittenten eines solchen DLT-Assets möglich sein“.

Die neuen Rechtsvorschriften schaffen einen Rahmen für die Durchführung und Lizenzierung von Initial Coin Offerings, die Erstellung von White Papers und die Regulierung der Aktivitäten von Dienstleistern, einschließlich Börsen- und Handelsplattformen. Darüber hinaus legen sie die Rechte und Pflichten von Investoren sowie die Befugnisse der MFSA und des Finanzdienstleistungsgerichts im Hinblick auf die ordnungsgemäße Durchführung der Kryptoaktivitäten fest.

Dadurch wird der „Wilde Westen“, der häufig mit der Kryptoszene und vor allem mit ICOs assoziiert wird, auch auf Malta etwas eingezäunt. Für das langfristig ausgerichtete und nachhaltige Wachstum der Krypto-Ökonomie kann dieser Rahmen sich allerdings als Segen erweisen.

BTC-ECHO

Über Tobias Schmidt

Tobias SchmidtTobias Schmidt ist seit August 2017 als Redakteur im Team von BTC-ECHO tätig. Sein Fachgebiet im Krypto-Bereich sind die vielen verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Ähnliche Artikel

Bitcoin, Ethereum und Ripple – Kursanalyse KW38 – Endlich Kursanstiege bei XRP und Ethereum

Während sich erneut die vorgestellte bullishe Variante beim Ethereum-Kurs und Ripple-Kurs durchgesetzt hat, stagniert der Bitcoin-Kurs nach wie vor.  Bitcoin (BTC/USD) Der Bitcoin-Kurs hat in der vergangenen Woche den kleinen Abverkauf, Startschuss 5. September 2018, verdaut. Die 6.000-US-Dollar-Marke hält derzeit noch. Der Anstieg auf die 6.600 US-Dollar war nur ein Rücklauf in dem kurzfristigen Abverkauf. […]

Steigt der Bitcoin-Kurs jetzt aus dem Bärenmarkt? Die NVT-Ratio rät zum Abwarten

Gemäß Michael Novogratz und anderen sei der Boden des Bärenmarkts erreicht und die Zeit reif für einen Bullenmarkt. Doch gibt das der Bitcoin-Kurs aktuell her? Die NVT-Ratio kann helfen, das Ende eines Bärenmarktes abzuschätzen.  Die Stimmen zum Bitcoin-Kurs schwenken mal wieder um: Angeheizt von den Sorgen um eine neue Wirtschaftskrise haben sich einige für Bitcoin ausgesprochen, […]

Erster DLT- und Blockchain-Professor an der Uni Basel

Distributed-Ledger-Technologie mit dezentralen Transaktionssystemen kann die Finanzwelt grundlegend verändern. Um die Forschung auf diesem Gebiet entsprechend zu verstärken, hat das Rektorat der Universität Basel den Ökonomen Fabian Schär zum Assistenzprofessor ernannt. Dabei wird diese Stiftungsprofessur von der Credit Suisse Asset Management (Schweiz) AG finanziert. Mit Fabian Schär bekommt die Universität Basel ihren ersten „Stiftungsprofessor für […]

Bitcoin: BTC-Hodler trotzen der Bärenstimmung

Mehr als 55 Prozent der Bitcoin liegen aktuell in Wallets, in denen mehr als 200 BTC gehalten werden. Ein Drittel der Bitcoins in diesen „Investoren-Wallets“ haben noch keine einzige ausgehende Transaktionen verbucht. Die große Zahl an unbewegten Coins lässt auf Hardcore-Hodler schließen – oder auf verlorene Private Keys. Die Mehrzahl der Bitcoin liegt auf den […]