Tezos (XTZ): Definition & aktuelle News

Nicht nur auf Ethereum lassen sich NFTs minten, sondern auch auf Tezos.
Non-fungible TokenGenerative NFTs auf der Tezos Blockchain

Mit dem stetigen Aufstieg der Blockchain gewinnen immer mehr Anwendungsfälle an Popularität. Ein beliebter Anwendungsfall sind Blockchain-basierte digitale Token, die das Eigentum an bestimmten digitalen Assets darstellen und zu Anlagezwecken genutzt werden können: Non-fungible Token. Ein neuer Trend in dem Bereich sind generative NFTs, etwa auf Tezos. Doch wie funktioniert das?

Was ist Tezos (XTZ)?

  Kryptowährung

Tezos ist eine dezentrale Blockchain-Plattform für Smart Contracts und dezentrale Anwendungen, die im September 2018 von Arthur und Kathleen Breitman gestartet wurde. Das Besondere an Tezos ist ein eingebauter Governance-Mechanismus: Das Netzwerk kann Protokolländerungen durch direkte On-Chain-Abstimmungen der Stakeholder einführen. Protokollupdates benötigen in der Regel keinen Hard Fork. Die native Kryptowährung heißt XTZ und wird in der Community auch als Tez oder Tezzies bezeichnet.

Gründer
Arthur & Kathleen Breitman
Whitepaper
2014 (Pseudonym L.M. Goodman)
Mainnet-Launch
September 2018
Ticker
XTZ (Unicode: ꜩ)
Konsensmechanismus
Liquid Proof of Stake
Besonderheit
Protokollupdates ohne Hard Fork

Gründung und der damals größte ICO der Kryptogeschichte

Arthur Breitman veröffentlichte das Tezos-Konzept bereits 2014 unter dem Pseudonym L.M. Goodman. Die operative Umsetzung übernahm die Tezos Foundation mit Sitz in Zug in der Schweiz. Im Sommer 2017 sammelte das Projekt durch ein Initial Coin Offering rund 232 Millionen US-Dollar ein und war damit zum damaligen Zeitpunkt das größte ICO in der Geschichte der Kryptowährungen. Der Mainnet-Start verzögerte sich allerdings erheblich, da interne Streitigkeiten zwischen den Gründern und der Foundation sowie rechtliche Auseinandersetzungen das Projekt lähmten. Das Netzwerk startete schließlich im September 2018 und hat sich seitdem technisch kontinuierlich weiterentwickelt.

On-Chain-Governance: Protokolländerungen ohne Hard Fork

Das strukturell bedeutsamste Merkmal von Tezos ist sein integrierter Governance-Mechanismus. Bei anderen Blockchains werden Protokolländerungen extern koordiniert und führen bisweilen zu dauerhaften Netzwerkspaltungen, den sogenannten Hard Forks. Tezos löst dieses Problem durch einen vierstufigen Abstimmungsprozess direkt auf der Blockchain: Entwickler reichen Verbesserungsvorschläge ein, Validatoren stimmen in einer Erkundungsphase ab, es folgt eine Abkühlungsphase, bevor die finale Abstimmung über die Promotion entscheidet. Wird ein Upgrade angenommen, integriert es sich automatisch ins Protokoll. Seit dem Mainnet-Start hat Tezos auf diese Weise mehr als zwanzig Protokollupdates, darunter Ithaca, Jakarta, Oxford und zuletzt Ushuaia, ohne Spaltung des Netzwerks eingeführt. Ein ähnlicher Ansatz zur selbstregulierenden Protokollentwicklung findet sich auch bei Polkadot, dort jedoch mit einem anderen technischen Unterbau.

Baker und Liquid Proof of Stake

Tezos setzt statt energieintensivem Mining auf einen Proof-of-Stake-Konsensmechanismus mit Delegation, der traditionell als Liquid Proof of Stake bezeichnet wird. Die Validatoren heißen Baker und sind zuständig für die Erstellung neuer Blöcke sowie die Abstimmung über Governance-Vorschläge. Um selbst zu baken, sind derzeit mindestens 6.000 XTZ als Einsatz sowie ein dauerhaft betriebener Netzwerkknoten erforderlich. Wer diese Voraussetzungen nicht erfüllt, kann XTZ an einen Baker delegieren. Die eigenen Token bleiben dabei in der Wallet und es gibt keinen obligatorischen Sperrzeitraum. Baker verteilen Staking-Belohnungen proportional an ihre Delegatoren, gewöhnlich nach Abzug einer Provision zwischen fünf und fünfzehn Prozent. Die jährliche Rendite für Delegatoren liegt typischerweise zwischen vier und sechs Prozent. Die tatsächliche Rendite variiert je nach Baker und Netzwerkparametern, zu denen seit der Einführung von Adaptive Issuance auch die Gesamtbeteiligung am Staking gehört.

Smart Contracts und formale Verifikation

Tezos ermöglicht die Entwicklung von Smart Contracts und dezentralen Anwendungen. Als Programmiersprache für den Tezos-Stack wurde Michelson entwickelt, eine Sprache mit einem besonderen Sicherheitsmerkmal: Smart Contracts können formal-mathematisch auf ihre Korrektheit überprüft werden, bevor sie auf der Blockchain ausgeführt werden. Dieser Prozess, bekannt als formale Verifikation, macht es mathematisch verifizierbar, dass ein Vertrag genau das tut, was er soll. Für sicherheitskritische Finanzanwendungen und institutionelle Projekte ist das ein messbarer Vorteil gegenüber anderen Plattformen. Der Nachteil ist, dass Michelson deutlich komplexer zu erlernen ist als etwa Solidity, was die Gewinnung neuer Entwickler für das Tezos-Ökosystem traditionell erschwert.

Ökosystem und aktuelle Einordnung

Tezos hat über die Jahre eine eigene Szene aus DeFi-Protokollen und NFT-Plattformen aufgebaut. Im Bereich der Non-Fungible Tokens (NFTs) erlangte das Netzwerk zeitweise Aufmerksamkeit als günstigere Alternative zu Ethereum, als Plattformen wie Objkt.com Künstler und Sammler anzogen. Im direkten Vergleich mit Konkurrenten wie Solana oder Cardano bleibt das Tezos-Ökosystem kleiner, mit geringerer Entwickleraktivität und niedrigerem Total Value Locked in DeFi-Protokollen. Die Tezos Foundation fördert aktiv neue Projekte und institutionelle Partnerschaften. Für Anleger ist XTZ eine hochspekulative Kryptowährung, deren Kursentwicklung stark von der allgemeinen Marktstimmung im Kryptobereich abhängt.

Häufige Fragen zu Tezos

Was ist Tezos (XTZ)?

Tezos ist eine dezentrale Blockchain-Plattform für Smart Contracts und dezentrale Anwendungen, die im September 2018 gestartet wurde. Das Besondere ist ein eingebauter Governance-Mechanismus: Protokolländerungen werden direkt auf der Blockchain abgestimmt. Protokollupdates benötigen in der Regel keinen Hard Fork. Die native Kryptowährung heißt XTZ, auch bekannt als Tez oder Tezzies.

Wie funktioniert Tezos?

Tezos nutzt einen Proof-of-Stake-Konsensmechanismus mit Delegation, der traditionell als Liquid Proof of Stake bezeichnet wird. Validatoren (Baker) erstellen Blöcke und stimmen über Protokolländerungen ab. Protokollupdates durchlaufen einen vierstufigen On-Chain-Prozess aus Vorschlag, Erkundung, Abkühlungsphase und Promotion. Wird ein Upgrade angenommen, integriert es sich automatisch ins Netzwerk. XTZ-Inhaber, die nicht selbst baken möchten, können ihre Token an Baker delegieren und erhalten anteilige Staking-Belohnungen.

Was ist ein Baker bei Tezos?

Baker sind die Validatoren im Tezos-Netzwerk. Sie prüfen Transaktionen, erstellen neue Blöcke und stimmen über Governance-Vorschläge ab. Um selbst zu baken, sind derzeit mindestens 6.000 XTZ als Einsatz sowie ein dauerhaft betriebener Netzwerkknoten erforderlich. XTZ-Inhaber mit weniger als 6.000 XTZ können ihre Token an einen Baker delegieren und trotzdem Staking-Rewards erhalten, ohne die eigenen Coins aus der Hand zu geben.

Was ist Tezos Staking?

Beim Tezos Staking delegieren XTZ-Inhaber ihre Token an einen Baker und erhalten dafür anteilige Belohnungen. Die jährliche Rendite liegt typischerweise zwischen vier und sechs Prozent, wobei die tatsächliche Rendite je nach Baker und aktuellen Netzwerkparametern variiert. Ein Mindest-Betrag für die Delegierung ist nicht vorgeschrieben und die Token bleiben jederzeit in der eigenen Wallet verfügbar. Es gibt keinen erzwungenen Sperrzeitraum, was Tezos-Staking im Vergleich zu anderen Proof-of-Stake-Netzwerken besonders niedrigschwellig macht.

Ist Tezos (XTZ) Open Source?

Ja, Tezos ist vollständig Open Source. Der Quellcode des Protokolls ist auf GitHub öffentlich einsehbar und kann von jedem geprüft werden. Das ermöglicht unabhängige Sicherheitsaudits und trägt zur Transparenz des Netzwerks bei. Entwickler weltweit können eigene Beiträge einreichen und Verbesserungsvorschläge über den On-Chain-Governance-Prozess einbringen.

Ist Tezos umweltfreundlich?

Im Vergleich zu Proof-of-Work-Netzwerken wie Bitcoin gilt Tezos als deutlich energieeffizienter. Da das Netzwerk auf Proof of Stake setzt, ist kein energieintensives Mining erforderlich. Die Tezos Foundation hat den Jahresenergieverbrauch des Netzwerks auf einen Bruchteil des Verbrauchs klassischer Proof-of-Work-Blockchains beziffert.

Wie unterscheidet sich Tezos von Ethereum?

Der strukturell größte Unterschied liegt im Governance-Modell: Tezos kann sich durch On-Chain-Abstimmungen ohne Hard Fork weiterentwickeln, während Ethereum-Upgrades extern koordiniert werden und historisch zu Netzwerkspaltungen geführt haben. Hinzu kommt die formale Verifikation von Smart Contracts in Michelson, die bei Ethereum so nicht vorhanden ist. Dafür hat Ethereum ein deutlich größeres Ökosystem, mehr Entwickler und einen höheren Total Value Locked in DeFi-Protokollen.

Was ist formale Verifikation bei Tezos?

Formale Verifikation ist ein mathematisches Verfahren, mit dem bewiesen werden kann, dass ein Programm unter allen möglichen Eingaben genau das tut, was es soll. Bei Tezos ermöglicht die Programmiersprache Michelson diese Überprüfung für Smart Contracts. Das bietet einen Sicherheitsvorteil gegenüber anderen Plattformen, besonders für Finanzanwendungen, bei denen Fehler im Code direkt zu Verlusten führen können.

Wie schnell ist das Tezos-Netzwerk?

Tezos verarbeitet je nach Auslastung mehrere Dutzend Transaktionen pro Sekunde bei niedrigen Gebühren im Vergleich zu Ethereum. Über Protokollupdates verbessert das Netzwerk regelmäßig seine technische Leistungsfähigkeit. Mit der Einführung von Smart Rollups sind für spezifische Anwendungen deutlich höhere Durchsatzraten möglich.

Hat Tezos noch eine Zukunft?

Tezos hat seine technologische Stärke bewiesen: Seit 2018 wurden mehr als zwanzig Protokollupdates per On-Chain-Governance eingeführt. Im Vergleich zu Ethereum, Solana oder Cardano verfügt Tezos über ein kleineres Entwicklerökosystem und eine geringere DeFi-Aktivität. Gleichzeitig entwickelt die Foundation das Netzwerk durch regelmäßige Protokollupdates und Partnerschaften kontinuierlich weiter. Eine verlässliche Kursprognose ist bei Kryptowährungen generell nicht möglich.

Was war der Tezos ICO?

Im Sommer 2017 sammelte Tezos durch ein Initial Coin Offering rund 232 Millionen US-Dollar ein und war damit zum damaligen Zeitpunkt das größte ICO in der Geschichte der Kryptowährungen. Die Mittel wurden von der Tezos Foundation in Zug verwaltet. Aufgrund interner Streitigkeiten zwischen den Gründern und der Foundation verzögerte sich der Mainnet-Start erheblich. Im September 2018 ging das Netzwerk schließlich live.