Christine Lagarde: EZB-Chefin & Krypto-Kritikerin

Wer ist Christine Lagarde?

  Person

Christine Lagarde (* 1. Januar 1956, Paris) ist seit dem 1. November 2019 Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB). Zuvor leitete sie von 2011 bis 2019 den Internationalen Währungsfonds (IWF) und war von 2007 bis 2011 Finanzministerin Frankreichs. Sie gilt als eine der einflussreichsten Persönlichkeiten im globalen Finanzsystem und ist bekannt für ihre kritische Haltung gegenüber Bitcoin.

Vollständiger Name
Christine Madeleine Odette Lagarde
Geboren
1. Januar 1956, Paris, Frankreich
Staatsangehörigkeit
Französisch
EZB-Präsidentin
seit 1. November 2019
IWF-Chefin
2011–2019
Finanzministerin (FR)
2007–2011 (unter Sarkozy)

Weiterführende Lektüre

Was ist CBDC?Digitaler Euro erklärt

Christine Lagarde ist seit dem 1. November 2019 Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) und eine der einflussreichsten Zentralbankerinnen weltweit. Die am 1. Januar 1956 in Paris geborene Juristin und Wirtschaftspolitikerin war zuvor acht Jahre lang Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF) und wurde 2007 zur ersten Frau im Amt der französischen Finanzministerin ernannt. Im Kryptobereich ist Lagarde vor allem als entschiedene Kritikerin von Bitcoin bekannt, setzt sich zugleich aber aktiv für die Einführung eines digitalen Euro ein.

Werdegang und politische Stationen

Christine Lagarde begann ihre Karriere als Anwältin bei Baker McKenzie, einer der größten internationalen Anwaltskanzleien, und wurde dort 1999 als Chairman des Vorstands berufen. Unter Präsident Nicolas Sarkozy übernahm sie 2007 das Amt der Finanzministerin. Als erste Frau leitete sie ab Juli 2011 den Internationalen Währungsfonds (IWF), wo sie die Reaktion auf die europäische Schuldenkrise und die griechischen Hilfsprogramme koordinierte. Am 1. November 2019 löste sie Mario Draghi als EZB-Präsidentin ab, ebenfalls als erste Frau in diesem Amt. Ihre Amtszeit ist auf acht Jahre angelegt und läuft bis 2027.

Position zu Bitcoin und Kryptowährungen

Lagarde hat sich wiederholt skeptisch über Bitcoin und andere Kryptowährungen geäußert. In einem Interview im Jahr 2022 erklärte sie öffentlich, Bitcoin sei „worth nothing” (nichts wert) und basiere auf keinem zugrundeliegenden Wert. In mehreren anderen Interviews betonte sie, Bitcoin sei weder ein verlässliches Zahlungsmittel noch ein stabiles Wertaufbewahrungsmittel. Bekannt ist auch ihre Aussage, ihr Sohn habe trotz ihrer ausdrücklichen Warnungen in Kryptowährungen investiert und dabei Geld verloren. Lagardes Haltung ähnelt den skeptischen Positionen vieler Zentralbanken gegenüber Kryptowährungen.

EZB-Zinspolitik 2022–2024

Unter Lagardes Führung begann die EZB im Juli 2022 nach mehr als einem Jahrzehnt Nullzinspolitik mit Leitzinserhöhungen als Reaktion auf die steigende Inflation im Euroraum. In zehn aufeinanderfolgenden Schritten stieg der Einlagenzins von minus 0,5 Prozent auf 4,0 Prozent im September 2023. Im Juni 2024 leitete die EZB unter Lagarde die erste Zinssenkung ein. Diese geldpolitische Wende wirkte sich auch auf den regulatorischen und marktlichen Kontext für digitale Assets aus: Höhere Zinsen erhöhten die Attraktivität risikoarmer Anlagen und verstärkten den Druck auf spekulative Märkte.

Digitaler Euro und das CBDC-Projekt

Lagarde ist eine prominente Befürworterin eines digitalen Euro als staatlich ausgegebene digitale Zentralbankwährung. Im Oktober 2023 startete die EZB unter ihrer Führung die offizielle Vorbereitungsphase des Projekts. Das Ziel ist die Entwicklung einer CBDC (Central Bank Digital Currency), die als sicheres, staatlich garantiertes digitales Zentralbankgeld für den alltäglichen Zahlungsverkehr im Euroraum dienen soll. Lagarde begründet das Vorhaben mit der zunehmenden Digitalisierung des Zahlungsverkehrs und dem Rückgang der Bargeldnutzung. Kritiker sehen in der CBDC potenzielle Risiken für die finanzielle Privatsphäre und mögliche Auswirkungen auf Geschäftsbanken und die Finanzintermediation.

Häufige Fragen zu Christine Lagarde

Wer ist Christine Lagarde?

Christine Lagarde (* 1. Januar 1956, Paris) ist seit November 2019 Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB). Zuvor leitete sie den Internationalen Währungsfonds (IWF) und war französische Finanzministerin. Sie ist die erste Frau an der Spitze sowohl des IWF als auch der EZB.

Seit wann ist Christine Lagarde EZB-Präsidentin?

Christine Lagarde trat ihr Amt als EZB-Präsidentin am 1. November 2019 an und löste damit Mario Draghi ab. Ihre Amtszeit beträgt acht Jahre und läuft bis Oktober 2027. Sie ist die erste Frau, die die EZB leitet.

Was hat Christine Lagarde über Bitcoin gesagt?

Lagarde bezeichnete Bitcoin in einem Interview im Jahr 2022 als „worth nothing” (nichts wert). Sie erklärte, Bitcoin basiere auf keinem zugrundeliegenden Wert und sei weder ein verlässliches Zahlungsmittel noch ein stabiles Wertaufbewahrungsmittel. Diese Haltung vertrat sie in verschiedenen Interviews konsequent.

Was ist der Digitale Euro?

Der Digitale Euro ist das CBDC-Projekt der Europäischen Zentralbank. Er soll als staatlich garantiertes digitales Zahlungsmittel im Euroraum dienen. Im Oktober 2023 startete die EZB unter Lagarde die Vorbereitungsphase. Ein möglicher Start hängt von politischen Entscheidungen des Europäischen Parlaments ab.

Wie hat die EZB unter Lagarde die Zinsen verändert?

Die EZB hob unter Lagarde ab Juli 2022 den Leitzins in zehn Schritten von minus 0,5 Prozent auf 4,0 Prozent im September 2023 an, als Reaktion auf die hohe Inflation im Euroraum. Im Juni 2024 begann die EZB mit Zinssenkungen.

Welche Rolle hatte Christine Lagarde beim IWF?

Christine Lagarde leitete den Internationalen Währungsfonds (IWF) von Juli 2011 bis Oktober 2019. In dieser Zeit koordinierte sie die Reaktion auf die europäische Schuldenkrise, darunter die Hilfsprogramme für Griechenland, Irland und Portugal. Sie war die erste Frau an der Spitze des IWF.

Hat Christine Lagarde selbst Kryptowährungen?

Christine Lagarde selbst besitzt nach eigenen Angaben keine Kryptowährungen. In einem Interview räumte sie ein, ihr Sohn habe trotz ihrer ausdrücklichen Warnung in Krypto investiert und dabei Geld verloren. Sie bezeichnete das als Bestätigung ihrer skeptischen Haltung.

Wie steht Christine Lagarde zu MiCA?

Lagarde begrüßt die MiCA-Verordnung (Markets in Crypto-Assets) als wichtigen Schritt zu mehr Rechtssicherheit und Verbraucherschutz im europäischen Kryptomarkt. Die EZB war im Gesetzgebungsprozess beratend tätig. Lagarde sieht MiCA als Ergänzung zu einem künftigen digitalen Euro, nicht als Ersatz.