Südkorea will mit Kryptowährungen und Blockchain bargeldlos werden

Die Bank of Korea hat bekannt gegeben, dass sie Kryptowährungen und Blockchain-Anwendungen dazu nutzen will, eine „bargeldlose Gesellschaft“ aufzuziehen. Damit erhofft sie sich unter anderem, der Schattenwirtschaft das Handwerk zu legen.



Bereits 2016 hatte die südkoreanische Zentralbank, Bank of Korea (BOK), bekannt gegeben, Bargeld abschaffen zu wollen. So war es auch schon vor zwei Jahren möglich, das Rückgeld seines Einkaufes nicht in bar als Kleingeld, sondern als Guthaben auf einer Prepaid-Karte zu erhalten. Seit April 2017 startete die BOK Versuche, bei denen Kunden ausgewählter Geschäfte Bargeld auf eine Prepaid-Karte laden konnten, um mit dieser zu bezahlen. BTC-ECHO berichtete über die südkoreanische Goto Mall, die Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptiert. Nun will die Zentralbank einen weiteren Schritt gehen, um ihr Ziel der bargeldlosen Gesellschaft bis 2020 zu erreichen. Laut TokenPost sollen Kryptowährungen und Blockchain-Anwendungen ihr dabei helfen.

Bereits im Januar hatte die BOK angekündigt, dass sie eine Task-Force einrichten wolle, die sowohl die Auswirkungen von Kryptowährungen auf das gesamte Finanzsystem als auch die Machbarkeit der Ausgabe einer eigenen Kryptowährung untersuchen werde. Am 1. Mai verkündete sie den offiziellen Start dieses Projekts.

Warum bargeldlos?

Die Hauptgründe für ihr Projekt der bargeldlosen Gesellschaft sieht die BOK zum einen in der Kundenfreundlichkeit. Unabhängig von dem Projekt würden die Südkoreaner bereits jetzt stetig weniger Bargeld mit sich führen. Zum anderen spiele die Kostensenkung für die Produktion der physischen Währung eine bedeutende Rolle. So gab Südkorea im Jahr 2016 Berichten zufolge 53,7 Miliarden KRW (41,7 Mio. Euro) für die Ausgabe von Münzen und Geldscheinen aus.

Zudem glaubt die Regierung, mit der Initiative auch die Schattenwirtschaft eindämmen zu können. Diese werde nämlich hauptsächlich mit Bargeld betrieben. Kwak Hyun-soo, ein Analyst bei Shinhan Investment Corp., meint dazu:

„Es kann die Schattenwirtschaft öffnen und somit die Steueräquivalenz erhöhen. Die Schuhschachtel voller 50.000 Won-Banknoten, die man in Filmen sieht, wird in der Wirklichkeit verschwinden (mit dem Aufstieg einer bargeldlosen Gesellschaft).“

Anfang des Jahres kam es zu einigen Verwirrungen, ein Krypto-Verbot wurde befürchtet. Die Regierung konnte diese Ängste jedoch schnell aus dem Weg räumen.

BTC-ECHO

Über Tanja Giese

Tanja GieseTanja Giese hat Germanistik, Literaturwissenschaft und Philosophie in Potsdam studiert. Mit Leidenschaft lektoriert sie die BTC-ECHO-Artikel und konzentriert sich in ihren eigenen Artikeln vor allem auf die gesellschaftlichen Auswirkungen und den Umgang der Politik mit den Veränderungen, die der Vormarsch der Kryptowährungen fordert.

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