So sieht die neue Welle des Bitcoin-Bashings aus

Quelle: Shutterstock

So sieht die neue Welle des Bitcoin-Bashings aus

Vermeintliche Experten, die Bitcoin für tot erklären möchten, haben wieder Hochkonjunktur. Die fallenden Kurse am Krypto-Markt laden dazu ein, auf der Welle des Bärenmarktes gegen Kryptowährungen zu schießen. Nach dem Motto: „Ich habe es immer schon gewusst“ wird der Untergang von Kryptowährungen herbeigeredet, wenn auch immer mit der Anmerkung, dass die Blockchain-Technologie eine tolle Erfindung sei.

Leider lassen sich viele Menschen und Medien von den Aussagen der Krypto-Gegner verunsichern. Ohne zu hinterfragen, werden destruktive Statements von Personen mit Expertenstatus als gegeben hingenommen. Vor allem Professoren und Bankenvertreter üben hier eine starke Autoritätsgläubigkeit auf große Teile der Gesellschaft aus. Auf ihre Aussagen wird vertraut. So erläuterte diese Woche Atulya Sarin, Professor an der Santa Clara Universität, dass sich Bitcoin in der Todesspirale befinde. Warum seine Argumentation zu kurz greift, haben wir in einem Artikel erklärt.

Kritik muss sein, aber bitte konstruktiv

Dabei geht es nicht darum, Kritik an der Krypto-Ökonomie auszublenden. Es gibt eine Menge Probleme am Krypto-Markt. Man denke hier nur an die enorme Marktmanipulation oder die unzähligen überflüssigen ERC20-Token, die den Markt überflutet haben. Es ist wichtig, diese Probleme offen und ehrlich anzusprechen und nach Lösungsansätzen zu suchen. Sich hingegen hinzustellen und zu behaupten, dass Kryptowährungen nur einen substanzlosen Trend darstellen und daher per se für tot zu erklären sind, ist undifferenziert. Wie eine solch stumpfe Kritik aussieht, kann man sich im CNBC-Interview mit UBS-Chefvolkswirt Paul Donovan ansehen:

I come to bury bitcoin, says UBS' global chief economist

Dieses Video ansehen auf YouTube.

 

Die Arroganz, die der UBS-Chefvolkswirt an den Tag legt, ist beschämend. Im ersten Satz heißt es direkt: „Jeder mit einem höheren Bildungsabschluss in Wirtschaft ist ein Bitcoin-Skeptiker“. Eine Aussage, die doch stark an die allseits bekannte Trump-Rhetorik erinnert. Gleichwohl gibt es nicht nur Kritiker, sondern auch viele Befürworter der Krypto-Ökonomie, die aus der Hochschul- oder Bankenlandschaft stammen. Gerade diesen „Kollegen“ gegenüber macht er sich mit solchen Aussagen unglaubwürdig.

Gegen den Fortschrittsglauben

Ebenfalls typisch für viele Krypto-Gegner ist die eindimensionale und gegenwartsbezogene Argumentationsweise. So wird zum einen davon ausgegangen, dass sich Kryptowährungen nicht mehr weiterentwickeln könnten und zum anderen werden Charakteristika, die sich vom Fiatgeld unterscheiden, als zwangsläufig negativ dargestellt.

Anfang der 90er-Jahre waren die Möglichkeiten für Internetnutzer auch ziemlich stark begrenzt, genau wie heute bei Blockchain-Anwendungen. Die E-Mail, die für das Internet das war, was heute Bitcoin für die Blockchain-Technologie ist, hat trotz ihrer enormen Vorteile mehrere Jahre zur Kultivierung gebraucht. Bekannte Wirtschaftsprofessoren wie Nouriel Roubini oder Joseph Stiglitz verkennen ebenjene Möglichkeit der Weiterentwicklung und Adaption.

Dem Bitcoin-Bashing trotzen

Auch wenn einzelne, ältere Herren aus der Wirtschafts- und Finanzelite sich nicht mit Bitcoin & Co. anfreunden können: Es spielt keine Rolle. Zwar schaffen diese Störfeuer Verunsicherung bei denjenigen, die sich noch nicht mit der Materie auseinandergesetzt haben, aufhalten oder ändern werden sie hingegen nichts. Die Krypto-Adaption ist bereits von den größten Investmenthäusern der Welt beschlossen worden. Die Konvergenz zwischen Krypto-Ökonomie und traditioneller Finanzwelt ist bereits in vollem Gange.

Ob die größten Vermögensverwaltungen der Welt bereits an Krypto-Verwahr-Lösungen arbeiten, Investmentbanken Interesse an Krypto-Finanzprodukten beurkunden oder eine Börse aus Baden-Württemberg Krypto-Handel anbietet: Die Integration von Kryptowährungen in die bestehende Finanzökonomie findet statt. Die Aussage von Nouriel Roubini, dass Bitcoin ein Schneeballsystem sei bzw. Kryptowährungen keine Chance haben, wird sich als genauso richtig erweisen, wie die Aussage in den frühen 90ern, dass das Internet nur ein vorübergehender Trend sei.

BTC-ECHO

Ähnliche Artikel

Krypto- und traditionelle Märkte KW50 – Ende für Anstieg von Bitcoins Volatilität?
Krypto- und traditionelle Märkte KW50 – Ende für Anstieg von Bitcoins Volatilität?
Märkte

Die Korrelation zu Gold stieg an, sodass Bitcoin und Gold inzwischen positiv korreliert sind.

Warum Stellenanzeigen ein wichtiger Indikator für den Krypto-Markt sind
Warum Stellenanzeigen ein wichtiger Indikator für den Krypto-Markt sind
Kommentar

Die Kurse am Krypto-Markt fallen, der Bärenmarkt dominiert. Diesem Negativtrend stellt sich die steigende Anzahl an Stellenanzeigen mit Blockchain-Schwerpunkt entgegen.

Der Anti-Bitcoin: Venezuela zwängt Bürgern Petro auf
Der Anti-Bitcoin: Venezuela zwängt Bürgern Petro auf
Kommentar

Venezuela beginnt, den Petro mehr und mehr zu forcieren. Medienberichten zufolge wurden nun Teile der Auszahlungen an Pensionäre direkt in Petro umgewandelt – jedoch ohne die Zustimmung der Beteiligten.

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Finde einen Job mit Zukunft

    Aktuell

    Krypto- und traditionelle Märkte KW50 – Ende für Anstieg von Bitcoins Volatilität?
    Krypto- und traditionelle Märkte KW50 – Ende für Anstieg von Bitcoins Volatilität?
    Märkte

    Die Korrelation zu Gold stieg an, sodass Bitcoin und Gold inzwischen positiv korreliert sind.

    In Partnerschaft vereint: BitDeer verbündet sich mit BTC.com und AntPool für Cloud Mining Service
    In Partnerschaft vereint: BitDeer verbündet sich mit BTC.com und AntPool für Cloud Mining Service
    Mining

    Das Cloud-Computing-Unternehmen BitDeer steigt in das Mining-Geschäft ein. Mit prominenter Schützenhilfe von AntPool und BTC.com will BitDeer mit seinem Cloud-Mining-Service vor allem Privatpersonen für das Bitcoin Mining gewinnen.

    Diese 5 Programmiersprachen sollten Blockchain-Entwickler beherrschen
    Diese 5 Programmiersprachen sollten Blockchain-Entwickler beherrschen
    Insights

    Bei BTC-ECHO ist Job-Woche. Wir werfen daher ein Blick auf die beruflichen Entfaltungsmöglichkeiten für Blockchain-Begeisterte.

    FinTech-Start-up Revolut erhält Banklizenz
    FinTech-Start-up Revolut erhält Banklizenz
    Unternehmen

    Revolut hat von der Europäischen Zentralbank eine europäische Banklizenz erhalten. 

    Angesagt

    Razer SoftMiner: Ethereum-Mining für Zocker
    Mining

    Der Gaming-Hardware-Hersteller Razer hat eine neue App herausgegeben, mit der es künftig möglich ist, während des Gamings Ethereum zu schürfen.

    Ethereum-Wallet für Opera-Nutzer: Neues Feature soll Adaption fördern
    Ethereum

    Android-Nutzer des Internet-Browsers Opera dürfen sich künftig über die Integration einer Wallet für Ethereum freuen.

    Hyperledger begrüßt Telekom und Alibaba als neue Mitglieder
    Szene

    Hyperledger, ein Open-Source-Projekt für industrieübergreifende Blockchain-Lösungen, hat am 12. Dezember bekannt gegeben, insgesamt zwölf neue Mitglieder begrüßen zu dürfen.

    Sichere Sache: Bitcoin-Börse Binance hält SAFU-Hackathon ab
    Sicherheit

    Die Bitcoin-Börse Binance kündigt den SAFU-Hackathon an. Im kommenden Jahr sollen ITler 32 Stunden lang um die Wette hacken.