Chainalysis-Studie So nutzen Kriminelle Bitcoin & Co.

Phillip Horch

von Phillip Horch

Am · Lesezeit: 7 Minuten

Phillip Horch

Phillip Horch ist Chef vom Dienst von BTC-ECHO und für die Strukturierung und Planung der redaktionellen Inhalte verantwortlich. Er ist Diplom-Journalist und hat einen Master-Abschluss in Literatur-Kunst-Medien.

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Drogen, Terror und Betrug: Bitcoin wird nach wie vor für illegale Aktivitäten verwendet. Eine aktuelle Chainalysis-Studie gibt einen Überblick über die größten Krypto-Scams 2019, die erfolgreichsten Hacker-Angriffe und stellt sich der Frage, wie man Betrügereien in Zukunft vermeiden kann.

Bitcoin haftet nach wie vor ein Schmuddelimage an. Schließlich bekam die Kryptowährung nicht nur durch ihren fulminanten Kursverlauf mediale Aufmerksamkeit. Auch seine Verwendung auf Online-Schwarzmärkten rückten Bitcoin immer wieder in den Fokus der Berichterstattung. Allen voran dürfte hier die Story um Ross Ulbricht und sein „illegales Amazon“ in den Sinn gekommen. Dank und mit Bitcoin reichte er internationalen Gesetzesbrechern mit seiner „Silk Road“ einen Marktplatz an die Hand, auf dem sie ihre illegalen Waren feilbieten konnten.

Und obwohl sich unter Kriminellen inzwischen herumgesprochen haben dürfte, dass es durchaus anonymere Kryptowährungen als Bitcoin gibt, wird die bekannteste der digitalen Währungen nach wie vor für illegale Zwecke verwendet. Wie aus einer aktuellen Studie der Blockchain-Analysten von Chainalysis hervorgeht, gaben Menschen allein im vierten Quartal 2019 600 Millionen US-Dollar in Bitcoin auf Darknet-Handelsplätzen aus.

Kryptowährungen im Visier von Kriminellen

Insgesamt sei die Verwendung von Kryptowährungen für illegale Zwecke gestiegen. Dennoch mache sie insgesamt nur 1,1 Prozent aller Krypto-Aktivitäten aus.


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Chainalysis untersucht die Verwendung von Bitcoin für illegale ZweckeInsgesamt, so heißt es in der Chainalysis-Studie weiter, liege das Hauptaugenmerk der Kriminellen, die Bitcoin & Co. verwenden, jedoch bei Weitem nicht im Darknet-Bereich. Einen „überwältigenden Anteil“ habe im Jahr 2019 die Verwendung für Betrügereien eingenommen – hier seien im 2019 8,6 Milliarden US-Dollar umgesetzt worden. Das Zielpublikum für solche Bitcoin Scams seien vor allem ältere Menschen.

[…] viele denken, dass [Kryptowährungen] ein Potential bieten, um schnell reich zu werden. Aber viele Menschen kennen die Industrie nicht gut genug, um einen Scam zu erkennen, wenn sie einen sehen, und werden damit zu einfachen Zielen. Krypto-Scams zielen auf verletzliche Bevölkerungsgruppen wie Ältere ab und beschädigen den Ruf der Industrie im Gesamten.

Chainalysis stellt weiter fest, dass Krypto-Verbrechen sich mehr und mehr mit „regulären“ Wirtschaftsverbrechen decken. Hinter den meisten Betrügereien, so die Analysefirma, steckten wenige einzelne Entitäten, die sich zugunsten von vielen Einzelnen bereichern:

Ob es jetzt engmaschige Verbrechergruppen sind, die Millionen in Ponzi-Schemata erbeuten oder Elite-Hacker, die in Exchanges eindringen; wir stellen fest, dass der Großteil an Kryptowährungen, die durch kriminelle Aktivitäten erlangt werden, an einen kleinen, aber machtvollen Kreis von Kriminellen geht.

Geldwäsche, so eine weitere Erkenntnis, sei entscheidend bei der Verwendung von Bitcoin & Co. durch Kriminelle. Schließlich sei es, unter anderem aufgrund der Blockchain-Transparenz, notwendig, die Spuren im Netz zu verwischen.

Der gemeinsame Nenner aller Arten von Krypto-Verbrechen ist Geldwäsche, denn jeder Kriminelle, der Kryptowährungen auf illegale Weise verdient, muss früher oder später die Ursprünge seiner Gelder verwischen, bevor er sie zu Bargeld machen kann.

Illegale Bitcoin werden über bekannte Börsen gewaschen

Wie die Blockchain-Analysefirma weiter feststellt, fließen viele der illegalen Kryptowährungen über bekannte Bitcoin-Börsen, um sie dort von ihren Spuren zu befreien. Über die Hälfte der 2,8 Milliarden US-Dollar in Kryptowährungen, die Chainalysis identifiziert hat, seien demnach über die digitalen Theken der Börsen Binance und Huobi gewandert. Insgesamt seien auf beiden Börsen über 300.000 Adressen registriert, die im vergangenen Jahr in illegale Krypto-Machenschaften verwickelt waren.

Der Großteil illegal verwendeter Kryptowährungen wurde bei Huobi und Binance gehandelt

Der Großteil der illegalen Gelder konzentriert sich hier offenbar auf einen kleinen Anteil dieser Adressen. 810 der Adressen haben demnach über 819 Millionen US-Dollar verfügt, ein Anteil von 75 Prozent der hier gehandelten Kryptowährungen sind illegalen Ursprungs. Wie Chainalysis nahelegt, könne es sich bei diesen Adressen wiederum um Over-the-Counter-Broker handeln, außerbörsliche Anbieter also, die den Handel großer Mengen an Kryptowährungen zu festgelegten Kursen ermöglichen. Viele von ihnen, so Chainalysis, helfen Kriminellen dabei, ihre Bitcoin & Co. zu waschen. Als Waschmittel diene hier mitunter der Stable Coin Tether, in den die Broker die Bitcoin umtauschten, bevor sie sie in Bargeld konvertierten.

2019: Das Jahr der Bitcoin Scams

Die Bilanz des Reports: Bitcoin-Betrüger konnten im vergangenen Jahr ihre Gewinne im Vergleich zum Vorjahr verdreifachen. Der Großteil dieser Beute stammt aus Ponzi-Schemata. E-Mail-Erpressungen seien darüber hinaus auch vermehrt aufgetaucht: Diese haben ihren Erlös im Vergleich zu 2018 vervierfacht. Ein großer Anteil der Betrügereien sei zudem aus gefälschten Token Sales hervorgegangen.

2019 war das Jahr der Krypto-Scams

Als größten Bitcoin Scam des vergangenen Jahres identifiziert Chainalysis schließlich PlusToken. Das chinesische Unternehmen habe über drei Millionen Opfer über geschicktes Marketing erreicht – der Schaden geht in die Milliarden.

Hacks: Das Bitcoin-Ökosystem ist (noch) nicht sicher

Das vergangene Jahr zeigte: Selbst die größte Bitcoin-Börse ist nicht vor Hacks sicher. Im Mai vergangenen Jahres wurde etwa bekannt, dass Binance den Verlust von 7.000 BTC betrauern musste. Sicherheitslücken in der technischen Infrastruktur und fehlende Maßnahmen ermöglichten, dass sich Hacker an den Einlagen von Nutzern bereichern konnten. Zwar konnte Binance die gestohlenen BTC aus eigenen Taschen zurückzahlen. Am grundlegenden Problem änderte das jedoch nichts.

Dementsprechend stellt Chainalysis fest: 2019 war nicht nur das Jahr der Scams, sondern auch das der Hacker-Angriffe. Im vergangenen Jahr seien so viele Börsen wie noch nie Hackern zum Opfer gefallen. Die Menge an Kryptowährungen, die dabei abhanden gekommen sind, beziffert das Unternehmen in seiner Studie auf insgesamt 283 Millionen US-Dollar.

2019 war auch das Jahr der Hacks

Als größten Hack 2019 nennt Chainalysis die Krypto-Börse Coinbene. Bei einem Angriff seien 105 Millionen US-Dollar in ERC-20 Token abhandengekommen. Obwohl die Exchange den Angriff bestritten hatte, konnte man anschließend feststellen, dass Hacker die Hot Wallet der Börse knacken konnten.

Alle Angriffe auf Bitcoin-Börsen im Jahr 2019

Laut Chainalysis fanden Angriffe auf folgende Börsen statt:

  • CoinBene: 105 Millionen US-Dollar (ERC-20 Token)
  • Upbit: 49 Millionen US-Dollar (Ether)
  • Binance: 40 Millionen US-Dollar (Bitcoin)
  • BITPoint: 32 Millionen US-Dollar (Bitcoin Cash, Bitcoin, Ether, Litecoin und XRP)
  • Bithumb: 19 Millionen US-Dollar (EOS, XRP)
  • Cryptopia: 16 Millionen US-Dollar (Ether und ERC-20-Token)
  • GateHub: 10 Millionen US-Dollar (XRP)
  • DragonEX: 7,09 Millionen US-Dollar (Bitcoin, EOS, Ether, Litecoin, USDT, XRP und weitere)
  • Bitrue: 4 Millionen US-Dollar (ADA und XRP)
  • VinDAX: 500.000 US-Dollar (23 verschiedene Kryptowährungen)
  • LocalBitcoins: 27.000 US-Dollar (Bitcoin)

Obschon die Gesamtmenge an gehackten Börsen gestiegen sei, sei der totale Gegenwert an erbeuteten US-Dollar gesunken. Das deute darauf hin, dass es zwar insgesamt mehr Hacker gebe, Exchanges jedoch besser darin werden, Schaden zu begrenzen.

In diesem Zusammenhang beobachtet das Unternehmen, dass die Professionalität der Lazarus Group zugenommen habe. Die Hacker-Gruppierung, die mitunter der Regierung in Nordkorea zugeschrieben wird, soll ihre Technologie und ihr Vorgehen bei Angriffen demnach deutlich ausgefeilt haben. Auch die Liquidierung der Beute erfolge bisweilen schneller als zuvor.

Terrorismusfinanzierung und Strafverfolgung

Auch im Bereich der Terrorismusfinanzierung durch Bitcoin & Co. gebe es bedauerlicherweise Fortschritte. So konstatiert Chainalysis, dass auch terroristische Vereinigungen bei der Verwendung von Kryptowährungen aufschließen.

Was besonders besorgt, sind die Fortschritte in der Kenntnis der Technik, die dabei geholfen haben, Terrorismus-Kampagnen zu finanzieren.

Als bisher größte Terror-Kampagne, die ihre Gelder mitunter aus Kryptowährungen bezogen hatte, identifiziert die Studie schließlich die Izz ad-Din al-Qassam Brigaden (AQB). Der militärische Flügel der Hamas habe gemeinsam mit einer weiteren terroristischen Verbindung Spenden durch Bitcoin akzeptiert. Aktuell seien Strafverfolgungsbehörden dabei, mithilfe von Chainalysis und der Blockchain-Technologie nachzuverfolgen, woher die gespendeten BTC kamen.

Gerade die Strafverfolgungsbehörden haben jedoch auch Fortschritte gemacht. So verweist die Studie auf den Fall, als es Behörden im vergangenen Jahr gelang, dank der Transparenz der Blockchain-Technologie den größten Darknet-Kinderporno-Ring zu sprengen.

Letztlich liege es nun an der Strafverfolgung, gemeinsam mit Blockchain-Analysten zusammenzuarbeiten um die illegalen Aktivitäten, die durch Bitcoin & Co. ermöglicht werden, einzudämmen.

Die Studie findet man hier.

Alle Bilder stammen von Chainalysis.


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