Sie sollen „in der Hölle schmoren“: Vitalik vs. zentralisierte Exchanges

Peter Hermann

von Peter Hermann

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Peter Hermann

Peter Hermann ist langjähriger Wirtschaftsjournalist für internationale Finanzen und Geldanlage. Zudem besitzt er die Zertifizierung zum Anlageberater nach § 34f.

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Quelle: The texture of fire on a black background is reflected in a glossy table. via shutterstock

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Ethereum-Gründer Vitalik Buterin hat auf der TechCrunch Sessions: Blockchain 2018 deutliche Worte gegen zentralisierte Exchanges für Kryptowährungen gefunden.

„Ich hoffe, dass zentralisierte Exchanges in der Hölle schmoren!“ Vitalik Buterin hat im schweizerischen Zug auf der TechCrunch Sessions: Blockchain 2018 Konferenz bei einem längeren Interview seinem Unmut Luft gemacht, was die Entwicklung auf den Kryptomärkten angeht. Zentralisierte Marktplätze hätten zu viel Einfluss, wenn es darum geht, welche Kryptowährungen populär werden und welche nicht.

Große Player haben zu viel Macht

„Wir können diese dämliche Königsmacher-Macht loswerden, welche die zentralen Exchanges dazu befähigt, einfach zu entscheiden, welche Tokens groß werden.“

Die großen Exchanges würden neue Währungen erst aufnehmen, nachdem sie Listungsgebühren von 10 bis 15 Millionen US-Dollar erhalten haben.

„Je mehr wir uns von dieser Welt entfernen, desto mehr nähern wir uns Werten wie Offenheit und Transparenz, für die die Blockchain eigentlich steht“,

so Buterin weiter.


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Für ihn sei der Übergang von der Fiat- in die Kryptowelt der Knackpunkt:

„Wenn es von Fiat nach Krypto geht, ist es schwer zu dezentralisieren, weil man letztendlich mit der Fiatwelt ankoppelt, welche nur einen zentralisierten Zugang hat.“

Ein weiteres Problem seien Unternehmen wie Bitmain, das einen Großteil der Mining-Aktivitäten für sich verbucht und sich nach und nach zur 51-Prozent-Grenze vorarbeitet.

„Als GHash 2013 51 Prozent hatte, waren alle nervös. Jetzt passiert es wieder, aber die Leute reden kaum darüber.“

Zentralisierte Marktplätze widersprechen Krypto-Gedanken

Das Prinzip von zentralisierten Marktplätzen steht schon seit den Anfängen der Kryptowelle in der Kritik. Besonders die Anfälligkeit für Hackerangriffe machen solche Exchanges für viele unsicher. Dazu kommen Konflikte mit Regulatoren: Der Coinbase-Marktplatz entfernte kürzlich mehrere seiner Kunden ohne Vorwarnung, weil diese gegen Nutzungsbedingungen verstoßen haben sollen, darunter die NGO Wikileaks. Es liegt die Vermutung nahe, dass die Exchange lieber nach den Regeln der US-Behörden spielen will, um die eigene Existenz zu sichern. Ein weiteres Problem von zentralisierten Playern, das Buterin auf der Konferenz ansprach, seien Naturkatastrophen. Eine Flut in China hat im Juni eine große Menge an Mining-Hardware zerstört.

Sind dezentrale Exchanges die Lösung?

Kryptowährungen wie Ethereum, die sich Dezentralität auf die Fahnen geschrieben haben, müssten demnach auch dezentral gehandelt werden. Hierfür gibt es bereits dezentrale Exchanges (DEX). Die Transaktionen geschehen hier rein auf Peer-to-Peer-Basis, ohne dass die Börse als Mittelsmann zwischen Käufer und Verkäufer eingreift. Im Gegensatz zu zentralisierten Exchanges gibt es keine zentralen Server, die Angriffspunkte darstellen können und keinen Registrierungs- oder Authentifizierungsprozess. Nachteile liegen in der bisher noch vernachlässigten Benutzerfreundlichkeit und der geringen Liquidität, was Wartezeiten bei den Transaktionen bedeutet. Beispiele für DEX sind IDEX, Waves und Bisq sowie OpenBazaar, wo man verschiedene digitale Güter handeln kann.

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