Kryptomining-Hersteller Bitmain plant Börsengang

Kryptomining-Hersteller Bitmain plant Börsengang

Wie Bloomberg vergangenen Donnerstag berichtete, plant das chinesische Unternehmen Bitmain den Gang an die Börse. Nach Aussage des Geschäftsführers Jihan Wu habe man im Vorjahr einen Umsatz von 2,5 Milliarden US-Dollar erzielen können. Die beiden Gründer Wu und Micree Zhan halten derzeit rund 60 Prozent der Geschäftsanteile. Bekannt geworden ist das Unternehmen durch die Entwicklung der ASIC-Chips und ihrer Antminer.



Der 32-jährige Jihan Wu ist der CEO der Bitmain Technologies Ltd. Das Unternehmen besitzt bei der Herstellung von Hardware für das Kryptomining einen Marktanteil von rund 75 Prozent. Man bemühe sich, diesen Vorsprung zu halten, erklärte Wu gegenüber Bloomberg. Er bezifferte den Wert seines Unternehmens auf derzeit 12 Milliarden US-Dollar. Mit dem Börsengang würde man dem Beispiel des Wettbewerbers Canaan folgen, die ihren Börsengang letzten Monat angekündigt haben. Die Canaan Creative CO., LTD erhofft sich zusätzliche Mittel in Höhe von einer Milliarde US-Dollar. Dabei konnte das ebenfalls in China beheimatete Unternehmen 2017 mit ihren Avalon-Minern im Vergleich zu Bitmain nur ein Zwölftel deren Umsatzes einfahren.

Bitmain: Umwandlung zur AG sorgt für mehr Transparenz und Seriosität

Mit dem Börsengang in Hongkong oder einem anderen Börsenhandelsplatz in Übersee will Bitmain die Risiko-Kapitalgesellschaften Sequoia Capital und IDG Capital auszahlen, die zu Beginn ihrer Geschäftstätigkeit in das Unternehmen investiert haben. Wu sagte ebenfalls in einem Interview, die eigentliche Herausforderung bestehe darin, die eigene Technik weiterzuentwickeln, damit sie noch leistungsfähiger wird. Analysten gehen hingegen davon aus, dass sich die Bitmain-Geschäftsführung künftig vor allem mit der Frage der Nachhaltigkeit auseinandersetzen muss.

Der angedachte Börsengang in Verbindung mit einer Umwandlung in eine Aktiengesellschaft hätte allerdings zur Folge, dass Bitmain seine Bücher offenlegen muss. Derart tiefe Einblicke in die Interna sind bei der jetzigen Gesellschaftsform nicht möglich und wohl auch nicht erwünscht. Nach Ansicht von Analysten ist der geplante Schritt zu begrüßen. Die zusätzliche Transparenz würde bei den Anlegern für mehr Seriosität und eine größere Vertrauenswürdigkeit sorgen. Gegenüber Bloomberg sagte Wu, dass mögliche Käufer seiner Aktie davon profitieren würden, dass es nur sehr wenige Unternehmen wie das seine gibt.

Doch Bitmain ist nicht nur der weltweit führende Hersteller für Krypto-Hardware. Die Marktmacht von Bitmain erinnert ein wenig an die ehemalige Dominanz von Nokia, bis das iPhone den Handymarkt umgekrempelt hat. Der Branchen-Riese kontrolliert zudem die beiden größten Mining-Pools BTC.com und Antpool. Zusammen verfügen sie bei den Mining-Pools somit über einen Markanteil von mehr als 40 Prozent. Entsprechend kritisch wird das Unternehmen innerhalb der Community betrachtet. Ein Beispiel für diese Haltung ist das Handeln von Monero. Nachdem bekannt wurde, dass Bitmain ASICs entwickelt hat, die für das Mining von Monero optimiert sind, hat Monero eine Hard Fork durchgeführt.

BTC-ECHO

Über Lars Sobiraj

Lars SobirajLars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei. Vor einiger Zeit erwuchs das Interesse am Thema Kryptowährungen, die glücklicherweise ohne die Kontrolle von Zentralbanken funktionieren. Sehr gerne möchte er seinen Teil dazu beitragen, dass Bitcoin & Co. nicht nur für reine Spekulanten von Interesse sind, sondern auch für die Frau und den Mann von nebenan.

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