Wegen der BaFin? Bitvavo zieht sich aus Deutschland zurück

Es ist das vorläufige Aus für Bitvavo in Deutschland. Was Anleger nun wissen müssen und wie es mit der Krypto-Börse weitergeht.

Daniel Hoppmann
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Bitvavo

Beitragsbild: picture alliance

| Bitvavos Aufstieg startete in den Niederlanden
  • Bitvavo wird seine Dienstleistungen in Deutschland bis auf Weiteres einstellen. Das erfuhr BTC-ECHO aus Kreisen des Unternehmens.
  • Demnach habe die niederländische Krypto-Börse ihren Antrag auf eine Kryptoverwahrlizenz bei der BaFin zurückgezogen. Die Lizenz ist wichtig, um in Deutschland überhaupt operativ tätig sein zu können.
  • Gegenüber BTC-ECHO erklärt Bitvavo, es handle sich um eine “strategische Entscheidung”. Weiter sagt CEO Mark Nuvelstijn: “Wir bedauern, dass wir die strategische Entscheidung treffen mussten, den Service für deutsche Bürger einzustellen.”
  • Inwiefern ein mögliches Zerwürfnis mit der deutschen Regulierungsbehörde die Entscheidung von Bitvavo beeinflusst haben könnte, ist unklar. In der Vergangenheit gab es Vorwürfe gegenüber der BaFin, wonach die Behörde Antragssteller aufgefordert habe, Lizenzen zurückzuziehen. Mehr dazu hier: Verdrängt die BaFin Krypto-Start-ups aus Deutschland?
  • Das Unternehmen ruft deutsche Anleger nun dazu auf, ihre Krypto-Bestände von der Börse abzuziehen. Ab dem 10. Mai können Kunden keine Kryptowährungen mehr kaufen oder Einzahlungen vornehmen. Auszahlungen sollen bis einschließlich 31. Juli möglich sein.
  • Vorhandenes Euro-Guthaben wird danach auf das mit dem Account verknüpfte Bankkonto überwiesen.
  • Wer nach Alternativen sucht, kann beispielsweise bei Coinbase, Bison-App, Anycoin oder Bitpanda vorbeischauen. Weitere Broker und Börsen findet ihr hier.
  • Statt eines erneuten Lizenzantrags, setzt Bitvavo nun voll auf MiCA. Die EU arbeitet derzeit an der Umsetzung der Krypto-Verordnung, spätestens Anfang 2025 soll die vollständig gelten.
  • Dann kann Bitvavo auch in Deutschland wieder tätig werden, auch ohne BaFin-Lizenz. Ermöglicht wird das durch das sogenannte “Passporting”. Wer eine MiCA-Lizenz besitzt, kann damit im gesamten EU-Raum operieren.
  • Dazu muss entweder ein komplett neuer Antrag gestellt werden oder man upgradet eine bestehende Lizenz in einem EU-Mitgliedsland. Letztere besitzt Bitvavo beispielsweise in Österreich und den Niederlanden. Über letztere wolle man die Umwandlung in eine MiCA-Lizenz forcieren, heißt es.
  • Aus den Niederlanden fuhr Bitvavo in den letzten Jahren einen starken Expansionskurs in Europa. Laut eigenen Angaben zählt die Krypto-Börse etwas mehr als eine Million Kunden.
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