„Satoshi“ offenbart sich – Was ist von „The Reveal“ zu halten?

Quelle: shutterstock

„Satoshi“ offenbart sich – Was ist von „The Reveal“ zu halten?

Laut Ivy McLemore tritt Satoshi nun an die Öffentlichkeit. In drei Artikeln soll der Erfinder von Bitcoin sich offenbaren. Wirklich glaubhaft wirkt das alles jedoch nicht, sodass man eher von einem seltsamen PR-Gag ausgehen kann.

„Will the real Satoshi please stand up“? Der Gerichtsprozess Kleiman vs. Wright ist noch im vollen Gange, was jedoch kein Hinderungsgrund für einen neuen Satoshi Nakamoto ist. So geistert seit ein paar Tagen eine Pressemitteilung von Ivy McLemore & Associates durch den Äther, nach der sich Satoshi Nakamoto nun endlich preisgeben möchte.

Ivy McLemore ist eine auf Presse und digitales Marketing spezialisierte Agentur. Sie möchte in drei Artikeln dem angeblichen Satoshi genügend Raum geben, sich zu offenbaren.

Einiges an dieser „Offenbarung“ stimmt jedoch, gelinde gesagt, misstrauisch. Das fängt mit der Pressemitteilung an, die eine Firma namens „Satoshi Nakamoto Renaissance Holdings“ erwähnt. Diese Firma hat sich kein geringeres Ziel gesetzt, als mit „überlegender Blockchain-Technologie bei der Verbesserung der Lebensbedingungen einzelner Leute zu helfen“.

Betrachtet man den Twitter-Account vom mutmaßlichen Satoshi Nakamoto, werden diese Bedenken weiter bestätigt. Laut der Selbstbeschreibung soll Satoshi Nakamoto vom „Versprechen der Blockchain“ – was immer das auch sein mag – fest überzeugt sein. Das erstaunt schon etwas, sprach doch Satoshi Nakamoto von Timechain, Proof of Work Chain, einer Chain of Blocks, ja, sogar von der Blockchain. Der zum Buzzword gewordene Begriff Blockchain wurde so jedoch nie verwendet.


[Anzeige]
Bitcoin kaufen mit dem Bitwala Konto. Warum ein Bankkonto bei Bitwala? Ein Bankkonto “Made in Germany” mit Einlagensicherung bis zu 100.000 Euro; 24/7 Bitcoin Handel mit schneller Liquidität; Gehandelt werden ausschließlich ‘echte’ Bitcoin – keine Finanzderivate wie CFDs; Sichere Nutzerkontrolle über das Bitcoin Wallet und den private Schlüssel; Mit der kontaktlosen Debit-Mastercard weltweit abheben und bezahlen.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Am Abend des 18. August kam nun der erste Teil der Offenbarung Nakamotos. Diese beschreibt angeblich den Werdegang des Bitcoin-Erfinders, seine Beziehung zu Hal Finney und behauptet, den Begriff Bitcoin zu erklären.

„The Reveal“ – ein Blick in die Vergangenheit von Satoshi Nakamoto?

Laut diesem Artikel war Bitcoin schon deutlich vor dem Pizza Day „einige Cent“ wert, doch da fangen die Fragezeichen erst an. Jene, die den Artikel in seiner Gänze lesen, werden auf eine Achterbahn geschickt, die den Leser eher konfus zurücklässt. Dass der Erfinder von Bitcoin die Bewegung der Cypherpunks nicht kennt und deshalb von Cyberpunks spricht, mag ein Tippfehler sein, doch das ist nur der Anfang. So lernt man über chaldäische Numerologie, was das mit dem Namen Satoshi Nakamoto auf sich hat und es werden Erklärungen zum Begriff Bitcoin unterstellt.

Bitcoin soll, so der Artikel, von Bank of Credit and Commerce International kommen. Diese Bank, kurz BCCI, gab es tatsächlich: Sie war 1991 für einen der größten Finanzskandale ihrer Zeit bekannt. Dass diese jedoch – in einer eher unkonventionellen Weise – Pate für Bitcoin gestanden haben soll, kann man zumindest bezweifeln.

Ebenso interessant ist die Betonung der besonderen Freundschaft zu Hal Finney. Dieser soll, so der Autor, nicht nur ein Freund, sondern auch ein Mentor gewesen sein. Gemeinsam sollen sie seit 2006 an Bitcoin gearbeitet haben. Das deckt sich jedoch wenig mit den ersten elektronischen Briefwechseln zwischen Hal und Satoshi. Diese lassen jedenfalls nicht den Schluss zu, dass beide gemeinsam an Bitcoin gearbeitet haben.

Schließlich erzählte der mutmaßliche Satoshi Nakamoto noch von seinen Komplikationen während seiner Masterarbeit. Anscheinend haben seine Betreuer und Gutachter von der Stoßrichtung seiner Arbeit erst bei der Abgabe erfahren. Denn dann entschied die Universität, dass das Thema der Thesis zu anspruchsvoll war, sodass es nur zu einer einfachen Webseite kam. Wie so vieles anderes verwundert diese Episode. Nicht nur, weil ein Thema bei einer Masterarbeit nicht erst kurz vor der Abgabe bekannt wird: Universitäten, die Themen aufgrund ihres Anspruchs ablehnen? Klingt unwahrscheinlich.

Den Machern auf der Spur


[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf eToro handeln.Warum eToro? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies); Social Trading mit großer internationaler Community.

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Inzwischen haben einige Nutzer auf Twitter etwas Licht ins Dunkel gebracht: Riccardo Spagni zeichnete die Geschichte eines Unternehmens namens BCCI seit 2008 nach. In seinen Recherchen stieß er auf einen Bilal Khalid:

Bilal Khalid wurde von Seeking Satoshi bestätigt: Neben diesem sollen weitere hinter der „Satoshi-Offenbarung“ stehen:

Weitere Warnsignale jenseits der BCCI zeigte Harry Denley auf. Laut ihm sollen die Sicherheitsstandards der Webseite satoshinrh.com den Standards von Satoshi Nakamoto kaum genügen:

Hat sich Satoshi Nakamoto nun offenbart? Wohl kaum.

Insgesamt klingt die ganze Geschichte wenig glaubwürdig. Wie dargestellt existieren zu viele Warnsignale und Inkorrektheiten. Selbst streitbare Fälle wie der um Craig Wright sind glaubwürdiger als diese von Ivy McLemore präsentierte Geschichte. Stellt sich die Frage, was die Macher mit dieser Geschichte erreichen wollen. Sicherlich geht es um Aufmerksamkeit. Ob diese es wert ist und ob der PR-Gag nicht nach hinten losgeht, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

BeeCoin: Berlin Art Week verbindet Bienen und Blockchain
BeeCoin: Berlin Art Week verbindet Bienen und Blockchain
Blockchain

Bienen, die auf Blockchain-Basis sozialen Mehrwert generieren? Das gab es dieses Wochenende auf der Berlin Art Week zu sehen. Eine Kooperation verschiedener Künstlerkollektive in Berlin lancierte eine eigene Kryptowährung namens „BeeCoin“. Das Besondere daran: Über Sensoren erfassen die Netzwerkknoten das Wohlergehen der Bienen und wandeln die Parameter in Ethereum-basierte Assets um. Diese nutzen die Künstler für die Finanzierung gemeinnütziger Projekte.

Bitcoin erreicht die Premier League: Bitcoin-Logo ab sofort auf Trikots des FC Watford
Bitcoin erreicht die Premier League: Bitcoin-Logo ab sofort auf Trikots des FC Watford
Bitcoin

Ein großer englischer Fußballverein entschließt sich dazu, das Bitcoin-Logo auf seine Trikots zu drucken. Diese Kampagne dient offenbar dazu, die Beliebtheit der Kryptowährung zu steigern. Gesponsert wird das Ganze von Sportsbet.io, während die Finanzierung über Crowdfunding läuft. Es ist nicht das erste Mal, dass Fußballclubs sich mit Bitcoin & Co. beschäftigen.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Wohin mit all dem Müll? KleanLoop als digitaler Wertstoffhof
Wohin mit all dem Müll? KleanLoop als digitaler Wertstoffhof
Tech

Ein kanadisches Unternehmen hat eine dezentralisierte Anwendung (dApp) entwickelt, die das Konzept des „Waste Mining“ populär machen soll. Mit KleanLoop soll zunächst das Problem alter Autoreifen angegangen werden. Doch die Visionen von Klean Industries Inc. gehen noch weit darüber hinaus.

OKEx verbannt Privacy Coins
OKEx verbannt Privacy Coins
Märkte

FATF sei Dank: Die südkoreanische Bitcoin-Börse OKEx verbannt diverse anonyme Kryptowährungen sowie „Super Bitcoin“ von ihrer Plattform. Insgesamt sind vier sogenannte „Privacy Coins“ betroffen – darunter auch Monero (XMR), der Privacy Coin mit der höchsten Marktkapitalisierung.

Altcoin-Marktanalyse – Geringe Handelsspanne bei Bitcoin und Ethereum mit möglicher Bodenbildung
Altcoin-Marktanalyse – Geringe Handelsspanne bei Bitcoin und Ethereum mit möglicher Bodenbildung
Kursanalyse

Die Gesamtmarktkapitalisierung des Krypto-Marktes schaffte es diese Woche weder ein neues Wochenhoch noch ein neues Wochentief auszubilden. Der Widerstand bei 268 Milliarden US-Dollar wie auch die Unterstützung im Bereich von 240 Milliarden US-Dollar haben weiterhin Bestand. Die Kapitalisierung konnte sich nicht entscheidend absetzen und liegt mit aktuell 258 Milliarden US-Dollar ebenfalls auf Vorwochenschluss.

Deutsche Bank macht winterfest – und tritt JPMorgans Blockchain-Netz IIN bei
Deutsche Bank macht winterfest – und tritt JPMorgans Blockchain-Netz IIN bei
Blockchain

Als jüngstes Mitglied tritt die Deutsche Bank dem Interbank Information Network (IIN) vom Branchenkonkurrenten JPMorgan bei. Über den Austausch von Transaktionsdaten soll das Blockchain-Netz internationale Überweisungen schneller und günstiger gestalten. JPMorgan erhofft sich von dem Beitritt weiteren Zuwachs vonseiten großer Geldhäuser. Die derzeit strauchelnde Deutsche Bank wiederum will sich mithilfe des Netzwerks auf das Zukunftsgeschäft im Bereich von Echtzeitüberweisungen einstellen.

Angesagt

Warner Music investiert in CryptoKitties-Entwickler Dapper Labs
Blockchain

Das Medienunternehmen Warner Music Group unterstützt das neue Projekt der Entwickler des Ethereum-Projekts CryptoKitties. Auf „Flow“ sollen einzigartige digitale Sammelgegenstände geschaffen und getauscht werden können.

BeeCoin: Berlin Art Week verbindet Bienen und Blockchain
Blockchain

Bienen, die auf Blockchain-Basis sozialen Mehrwert generieren? Das gab es dieses Wochenende auf der Berlin Art Week zu sehen. Eine Kooperation verschiedener Künstlerkollektive in Berlin lancierte eine eigene Kryptowährung namens „BeeCoin“. Das Besondere daran: Über Sensoren erfassen die Netzwerkknoten das Wohlergehen der Bienen und wandeln die Parameter in Ethereum-basierte Assets um. Diese nutzen die Künstler für die Finanzierung gemeinnütziger Projekte.

Plötzlich fiel der Bitcoin-Kurs: Probleme bei Binance
Bitcoin

Auf der Binance-Futures-Plattform schwankte der Bitcoin-Kurs am 16. September erheblich. Der vermeintliche Grund löste eine Tweet-Serie des Geschäftsführer Changpeng Zhao aus. Und zeigte die mangende Reife der weltweit größten Krypto-Börse.

Marshallinseln: Vorverkauf des „Sovereign“
ICO

Die Marshallinseln halten an ihrem Vorhaben fest. Die nationale Kryptowährung Sovereign, kurz SOV, soll im nächsten Schritt in den Vorverkauf gehen. Warum dieser Schritt nötig ist, erklärte David Paul auf der Convention Invest: Asia.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: