Parity will eingefrorene Ether mit Hard Fork retten

Lars Sobiraj

von Lars Sobiraj

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Lars Sobiraj

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei.

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Die Londoner Firma Parity Technologies unterbreitete gestern mehrere Vorschläge, wie man die festgefahrenen Ether im Wert 230 Millionen US-Dollar wieder verfügbar machen kann. Die Ethereum-Community soll nun mit ihrem Feedback über die Zukunft der Kryptowährung Ether entscheiden.

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

Der britische Krypto-Wallet-Anbieter Parity wendete sich gestern in einem Blogpost an die Betroffenen des Bugs in den Multi-Signatur-Wallets. Ether im aktuellen Wert von mehr als 230 Millionen US-Dollar sind davon betroffen. Diese können seit über vier Wochen nicht mehr benutzt werden. Eigentlich sollte ein Bugfix eine Sicherheitslücke schließen, mit der es Cyberkriminellen im Juli gelang, Ether im Wert von 32 Millionen US-Dollar aus der Multi-Sig-Wallet zu entwenden. Der Bugfix führte aber seinerseits zu neuen Problemen, die bei Parity offenbar niemand vorausgesehen hat.

Gestern wurden vier verschiedene Protokolländerungen vorgestellt, die mit unterschiedlichen Konsequenzen für die Eigentümer der betroffenen Wallets verbunden wären. Die Rettungsaktion sei aber nur mithilfe einer Hard Fork möglich, wie man betonte. Man solle sich keiner Illusionen hingeben, dass es dafür keine andere Möglichkeit gebe. Parity kann oder will allerdings nicht alleine entscheiden, welche Protokolländerungen im Detail vorgenommen werden. Man wartet nun auf das Feedback der Community.

Finaler Bugfix oder Quelle für neue Bugs?


Die Lösungsvorschläge wurden bereits von Ethereum-Entwickler Nick Johnston kritisiert, wie das News-Portal coindesk berichtet. Das geplante Verändern einer Invariante (festgelegter Wert) in der Ethereum Virtual Machine (kurz: EVM) könne möglicherweise dazu führen, dass dadurch neue und zudem unerwartete Fehler auftreten. Das ist ja genau das, was man eigentlich verhindern will. Im Blogpost spricht Parity hingegen verheißungsvoll von funktionalen Verbesserungen, die die eingefrorenen Ether-Guthaben freischaufeln und gleichzeitig vergleichbare Probleme in der Zukunft vermeiden sollen.

Blockchain-Experte Eric Holst (KI Decentralized) sagte auf dem Crypto Monday im Düsseldorfer Startplatz, dass man bei neuen Kryptowährungen immer erst eine gewisse Zeit abwarten müsse, ob die Programmierung gänzlich frei von Fehlern sei. Lieber erstmal nicht investieren, denn manche Bugs zeigen sich möglicherweise nicht auf den ersten Blick. Die Zuhörer wandten gestern ein, Ethereum und dessen interne Kryptowährung Ether seien aber schon seit mehreren Jahren im produktiven Einsatz. Von daher erscheint es ihnen zweifelhaft, dass Parity das Vertrauen der Nutzer nach dieser Achterbahnfahrt kurzfristig wieder herstellen kann. Das spiegeln übrigens auch die kritischen Kommentare wider, die man vielerorts lesen kann.

BTC-ECHO


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