Private Vermögensverwaltung: „Old Economy meets Blockchain“

Quelle: Palaces in a green garden. via Shutterstock

Private Vermögensverwaltung: „Old Economy meets Blockchain“

Bitcoin, Blockchain & Co. werden für (risikobereite) Anleger zunehmend beliebter. Doch wie sieht es bei konservativeren Anlegern aus? Ein Rundumblick in die private Vermögensverwaltung zeigt: Interesse ist vorhanden.

Die private Vermögensverwaltung ist eine der konservativsten Sparten innerhalb der Finanzwelt. Nicht nur die Anlagestrategien und die Finanzprodukte können als „konservativ“ bezeichnet werden. Auch das Klientel ist konservativ: Familienpatriarchen, industrielle Familien, die sich graduell aus ihren Kerngeschäften zurückziehen, und mittelständische Unternehmer bilden einen Großteil der Kunden in dieser Branche.

Man könnte berechtigterweise annehmen, dass viele dieser Anleger nichts von der Blockchain-Technologie und Kryptowährungen halten. Hierbei muss man zwischen den Untersparten innerhalb dieser Branche unterscheiden. Auch die geografische Lage, in der die jeweiligen Familienclans ansässig sind, spielt eine große Rolle.

Das Beispiel der Schweizer Privatbank Falcon ist ein Beleg dafür, dass private Vermögensverwaltung mit Blockchain und Kryptowährungen vereinbar ist. Die Falcon Bank verfolgt eine differenzierte Politik in Bezug auf diese Materie. Sie bietet ihren Kunden seit einiger Zeit ein krypto-basiertes Asset Management und die Möglichkeit, über ihre Bankplattform mit Bitcoin zu handeln. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit dem Zuger Bitcoin-Anbieter „Bitcoin Suisse“.

CEO und Gründer von „Bitcoin Suisse“ Niklas Nikolajsen bezeichnet die Kooperation als „historischen Meilenstein für den gesamten Krypto-Sektor“. Die Banken Vontobel und die Tessiner Cornèr Bank haben Finanzprodukte auf den Bitcoin lanciert und reihen sich somit in die Liste von privaten Vermögensverwaltern, die den Kryptowährungen progressiv gegenüberstehen.

Investitionsinteresse vorhanden

Auch andere Schweizer Banken wie die UBS oder die Credit Suisse kündigten an, sich näher mit der Blockchain-Technologie zu beschäftigen. Unsere Recherchen haben ergeben, dass man zwar Kunden keine Investitionsempfehlung für Kryptowährungen geben würde, dass aber vermehrt Investitionsinteresse von Familien aus Asien, Südamerika und vereinzelt aus Europa besteht. Die Frage ist, ob die genannten Banken dieser Nachfrage nachkommen werden.

In der Family-Office-Landschaft sieht das Ganze etwas anders aus. Family Offices sind in der Regel offener für alternative Investitionen. Der Vorteil von Kryptowährungen gegenüber Venture-Capital-Investitionen, ist die hochliquide Natur von Kryptowährungen. Die Handelbarkeit ist der große Vorteil, denn das Kapital ist nicht auf lange Zeiträume gebunden.

Deutsche Family Offices sind in der Regel vorsichtiger

In Südamerika gibt es eine Vielzahl von Family Offices, die in Krypto-Währungsfonds investiert haben. In Europa sind die Schweizer Family Offices federführend, wenn es um Investitionen im Kryptowährungen geht. Deutsche Family Offices sind weitaus vorsichtiger. Adalbert Freiherr von Uckermann, Geschäftsführer eines der größten Family Offices in Deutschland, HQ Trust (Harald Quandt Trust) äußerte gegenüber BTC-ECHO, dass man keinerlei Interesse hegen würde, in Kryptowährungen zu investieren. Die zugrundeliegende Blockchain-Technologie erachte man jedoch als sehr innovativ und interessant – auch um Investitionen in entsprechende Unternehmen zu tätigen. Eine Ausnahme in der deutschen Family Office Landschaft bildet das Family Office Lucatis, das seit Anfang 2017 ein Portfolio aus zehn Kryptowährungen verwaltet.

Private Vermögensverwalter haben Interesse an Kryptos

Es bleibt also spannend, wie sich die Beziehung zwischen der privaten Vermögensverwaltung und den Kryptowährungen entwickelt. Als Fazit kann man daraus aber ziehen, dass es durchaus viele private Vermögensverwalter gibt, die das Potenzial der Kryptowährungen als neue zukunftsträchtige Anlageklasse erkennen und in diese beträchtlichen Investitionen getätigt haben. Zudem bleibt abzuwarten, ob deutsche private Vermögensverwalter diesem Trend Folgen werden. Die kürzlich erteilte Fondszulassung für den Postera Fund – Crypto I, welcher der erste weltweit regulierte Investmentfonds für auf der Blockchain basierende Assets ist, könnte als wichtiges Zeichen seitens der Vermögensverwalter wahrgenommen werden, dass sich Kryptowährungen langsam zu einer anerkannten Anlageklasse entwickelt.

BTC-ECHO

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