Regulierungs-ECHO USA entscheiden sich gegen Chinas Bitcoin-Kurs
Anton Livshits

von Anton Livshits

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Federal Reserve

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Chinas Bitcoin-Bann schlägt weiter Wellen. Die landeseigene Krypto-Branche tritt den Rückzug an, während Binance gleichzeitig auch in Singapur an Boden verliert. Für Optimismus am Krypto-Markt sorgt dieses Mal hingegen eine Meldung aus den Vereinigten Staaten. Das Regulierungs-ECHO.

Fed-Chef gegen Krypto-Verbot

Dass der Bitcoin-Kurs sich zum Freitag wieder im Aufwärtstrend befand, verdanken Hodler nicht zuletzt Jerome Powell. Der Chef der US-amerikanischen Zentralbank (Feder Reserve Seystem; kurz: Fed) gab am Abend des 30. Septembers zu verstehen, dass ein Krypto-Verbot nicht auf der Agenda seiner Behörde stehe. Bei einer Fragerunde im US-Kongresses grenzte sich Powell vom restriktiven Kurs der Machthaber in Peking ab. Unter Verweis auf Stablecoins betonte Powell dennoch, dass Regulierung unumstößlich bleibe.


Bitcoin-Börsen bauen in China die Zelte ab

Mehrere Krypto-Börsen haben auf das Bitcoin-Transaktionsverbot der chinesischen Regierung reagiert. Die beiden Riesen Huobi und Binance akzeptieren seit dem 24. September keine Neuregistrierungen von Kund:innen mit chinesischen Mobilfunknummern. Auch die größtenteils in Asien aktiven Handelsplattformen Biki und BitMart unternahmen ähnliche Schritte. Binance verlautbarte zudem, dass auch chinesische IP-Adressen nun blockiert werden. Wie aus einer Ankündigung vom 26. September hervorgeht, plant Huobi weiterhin alle bestehenden Konten bis zum Jahresende aufzulösen. Details sollen in nächster Zeit publik gemacht werden. Biki und BitMart gehen hierbei noch schneller vor, sie wollen bereits bis zum 30. November alle Konten liquidiert haben. Die Krypto-Börse CoinEx lässt hingegen bereits seit 2019 keine chinesischen Neukund:innen mehr zu. Auch sie kündigte an, alle bestehenden Konten aus dem Reich der Mitte bis zum 30. Oktober aufzulösen. Benutzer:innen aus Hongkong können zumindest Huobi und Binance weiterhin nutzen.

Krypto-Unternehmen verlassen das Reich der Mitte

Neben den Bitcoin-Börsen leiteten auch andere chinesische Unternehmen mit Krypto-Bezug in der vergangenen Woche Defensivschritte ein. Dazu zählt das beliebte Krypto-Nachrichtenportal Feixiaohao, das Chines:innen etwa zum Abfragen der aktuellen Kursentwicklungen nutzten. Das Infoportal kündigte an, seine Dienste auf dem chinesischen Festland zum 28. September einzustellen. Doch auch der Handelsriese Alibaba muss Abstriche hinnehmen. Die Plattform bleibt selbstverständlich aktiv, einige Produkte werden künftig indessen nicht mehr im Sortiment vertreten sein. Laut einem Blogpost vom 27. September zählt hierzu einerseits Ausrüstung zum Bitcoin-Mining. Darüber hinaus vertreibt Alibaba in Zukunft ebenfalls keine Informationsmaterialien und Software rundum Mining und Kryptowährungen.


China unterbindet Bitcoin-Mining

Parallel zum Transaktionsverbot geht Chinas Regierung auch weiterhin gegen das Bitcoin-Mining vor, das im Reich der Mitte bereits seit einigen Monaten unter Strafe steht. Am 27. September beschlagnahmten Behörden der Stadt Bayan Nur in der Inneren Mongolei 10.000 Mining-Geräte. Dem Zugriff der Beamten in einem Industriepark war ein Hinweis vorausgegangen. Hier zeigt sich also, dass ein eigens eingerichtetes Berichts-System der chinesischen Behörden Früchte trägt. Stromversorger und andere relevante Stellen tauschen hier Informationen aus, die Hinweise auf illegale Mining-Operationen geben könnten. Im Fokus steht dabei die Überwachung des Stromverbrauchs, ist das Schürfen von Bitcoin doch eine auffällig energieaufwändige Angelegenheit. Allein in der Inneren Mongolei kamen die Behörden bis dato 45 Mining-Betrieben auf die Schliche.

Binance: weltweit unter Druck?

Insbesondere für Binance brachte(n) die letzte(n) Woche(n) wenig Erfreuliches. Denn die Bitcoin-Börse geriet jüngst nicht nur in China, sondern auch in Singapur unter Beschuss. Am 27. September verlautbarte das Unternehmen, dass Kund:innen aus Singapur ab Ende Oktober auf eine Reihe von Dienstleistungen verzichten müssen. Dazu zählt das Einzahlen von Fiatwährungen, der Umtausch von Fiat in Krypto sowie Spot-Trading und Liquid Swap. Benutzer:innen aus dem Inselstaat sind dazu aufgerufen, ihre Vermögenswerte bis zum 26. Oktober von der weltweit größten Krypto-Börse abzuziehen. Als Konsequenz nahmen Apple und Google die Binance-Anwendung aus ihren App-Stores. In Australien gab Binance bereits am 21. September eine vergleichbare Einschränkung der eigenen Servicepalette bekannt. In Deutschland verschwindet zudem allem Anschein nach zumindest der Derivat-Handel zum 23. Dezember von der Handelsplattform.

Der einzige zweifelhafte Lichtblick: In den USA unterstützt Binance die Behörden bei einer Maßnahme gegen die Bitcoin-Börse Suex. Die russische Handelsplattform soll mutmaßlich in Geldwäsche verwickelt sein. Binance untersucht Konten, die mit Suex in Verbindung stehen. Ob Binance sich damit für eigene Nachlässigkeiten in puncto Nutzerauthentifizierung reinwaschen will?


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