Nach Finanzierungsrunde Unstoppable Finance will DeFi massentauglich machen
Daniel Hoppmann

von Daniel Hoppmann

Am · Lesezeit: 4 Minuten

DeFi

Quelle: Shutterstock

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Unstoppable Finance erhält einen Geldsegen. Das Berliner Start-up möchte damit DeFi massentauglich machen.

Der DeFi-Space verspricht mehr Unabhängigkeit des Einzelnen vom traditionellen Finanzsektor. Weg von Banken, Brokern und Verwahrern, hin zum Individuum, das die Kontrolle über die eigenen Geldgeschäfte übernimmt. Bis der Finanzmarkt 2.0 allerdings vollends Realität werden kann, wird wohl noch eine Weile vergehen. Um den Durchbruch in den Mainstream hinzubekommen, müssen vor allem technische Hürden aus dem Weg geräumt werden. Aktuell ist für viele DeFi-Anwendungen noch ein tieferes Verständnis der technischen Materie erforderlich. Ein Defizit, das Unstoppable Finance mit einem nutzerfreundlichen Service beheben möchte, um dezentrale Finanzen für den Massenmarkt attraktiv zu machen.

Dazu verkündet das Berliner Start-up um die drei Mitgründer Peter Grosskopf (CTO), Maximilian von Wallenberg-Pachaly (CEO) und Omid Aladini (Director of Engineering) in einer Pressemitteilung nun den erfolgreichen Abschluss einer Finanzierungsrunde. Diese bringt Unstoppable Finance 4,5 Millionen Euro ein. Zu den Geldgebern gehören Speedinvest, Inflection, Backed, Cadenza und weitere Venture-Capital sowie Angelinvestoren aus dem Ethereum-/Polkadot-Ökosystem, Centrifuge und Fractal.

Non-custodial Wallets die “Super-Apps” von morgen

Für die Umsetzung eines nutzerfreundlichen Lösungsansatzes setzt Unstoppable Finance auf eine Non-custodial Wallet, also eine “Geldbörse”, in der die Private Keys bei den Usern liegen. Peter Grosskopf meint dazu:

Wir glauben fest daran, dass die Super-Apps von morgen Non-custodial DeFi Wallets sein werden, die das Potenzial haben, die gesamte digitale Identität zu speichern.

Unstoppable Finance CTO Peter Grosskopf

Unklar ist noch, ob es sich dabei um eine Web Wallet ähnlich wie MyEtherWallet oder eine Desktop-Version wie BitGo handeln wird. Ebenso werden die Features in der Pressemitteilung nur oberflächlich angeschnitten. User sollen die Plattform als “One-Stop-Shop” für Trading, hochverzinsliche Spareinlagen, NFTs und andere Web3-Services nutzen können. Also eine einfach zu bedienende Krypto-All-in-One-Lösung, wie sie beispielsweise der Neo-Broker Trade Republic für den konventionellen Finanzsektor bietet. Gegenüber BTC-ECHO betont Grosskopf zudem, dass man großen Wert auf eine Multichain-Lösung legen würde.


Das Dreiergespann von Unstoppable Finance verfügt bereits über einige Erfahrungen im Space. Zuvor baute man mit der Börse Stuttgart Digital Exchange erfolgreich einen Krypto-Handelsplatz in Deutschland auf. Grosskopf war darüber hinaus auch als CTO und Mitgründer an der Solarisbank beteiligt. Die verkündete erst vor Kurzem eine Partnerschaft mit Coinbase. Das Berliner Unternehmen übernimmt seitdem die KYC-Prüfung für Neukunden der Krypto-Börse.

“DeFi kann das beste Finanzsystem aller Zeiten schaffen”

Für DeFi-Anbieter in Deutschland könnten sich vor allem mit Hinblick auf Staking noch Wettbewerbsnachteile ergeben. Zur Erinnerung: das Bundesfinanzministerium hatte in einem neuen Steuerentwurf Ende August die Anhebung der Haltefrist für Staking auf 10 Jahre gefordert. Zu hoch gegriffen, meint Peter Grosskopf:

Von der Anhebung der Haltefrist beim Staking bin ich nicht begeistert und hatte mich vor einigen Wochen dazu auch kritisch öffentlich geäußert (bzw. versuche ich mich an geeigneten Stellen zu engagieren). Ziel sollte es sein, dass wir in Deutschland eine Blockchain-freundliche Besteuerungspraxis etablieren. 10 Jahre wirken bei einer derart jungen Technologie sehr hoch gegriffen.

Unstoppable Finance CTO Peter Grosskopf gegenüber BTC-ECHO

Auch die Inkraftsetzung der KryptoWerteTransferVerordnung Anfang Oktober sieht der Unstoppable Finance CTO kritisch. Darin fordert das BMF von Dienstleistern strenge KYC-Maßnahmen, um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung einzudämmen. DeFi müsse hier in der Regulatorik jedoch anders angefasst werden, weil es anders funktioniere, meint Grosskopf.


Decentralized Finance hat in meinen Augen das Potenzial, das beste Finanzsystem aller Zeiten zu schaffen, weil es transparent (Transaktionen auf public Blockchain) und nachvollziehbar (Smart Contracts lassen sich inspizieren) ist … Wir, die Community, müssen noch viel Aufklärungsarbeit leisten, damit das Potenzial der Technologie nicht im Keim erstickt wird.

Unstoppable Finance CTO Peter Grosskopf gegenüber BTC-ECHO
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