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Regulierungs-ECHO EU-Sanktionen gegen Russland greifen auch im Krypto-Space

Die westlichen Sanktionen gegen die russische Wirtschaft gelten auch für Krypto-Dienste. Sowohl die EU als auch die USA machen derweil Fortschritte bei der Bitcoin-Regulation. Die vergangene Woche im Regulierungs-ECHO.

Anton Livshits
 |  Lesezeit: 4 Minuten
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gebäude-der-russischen-zentralbank

Quelle: Shutterstock

EU: Sanktionen gelten auch für Krypto-Werte

Mit ungebrochener Anteilnahme verfolgte die Weltgemeinschaft in der vergangenen Woche das Kriegsgeschehen in der Ukraine. Auch die Menge an Krypto-Spenden für das angegriffene Land stieg zum 10. März auf mehr als 100 Millionen US-Dollar an. Die EU-Kommission unterstrich derweil explizit, dass die europäischen Sanktionen gegen Russland und Belarus auch für Krypto-Assets gelten. Am Abend des 9. März erklärte das oberste Entscheidungsgremium der EU deshalb, dass Krypto-Vermögenswerte als “übertragbare Wertpapiere” anzusehen sind. Auch diese dürfen folglich nicht mehr mit Parteien aus Russland und Belarus gehandelt werden. Die EU-Kommission betonte ebenfalls, dass für Krypto-Darlehen an diese beiden Staaten dieselben Beschränkungen gelten, wie für alle anderen Kredite auch. Die Bitcoin-Börse Coinbase sperrte derweil 25.000 russische Wallet-Adressen, die mit “unerlaubten Tätigkeiten” in Verbindung stehen sollen. Weitere Krypto-News rundum den Ukraine-Krieg finden sich auch im Liveticker von BTC-ECHO.

MiCA-Richtlinie: Finaler Entwurf eingereicht

Heute, am 14. März, stimmt das EU-Parlament über die MiCA-Richtlinien ab. Dabei hatte der von der EU angestrebte Regulierungsrahmen für Kryptowährungen in den vergangenen Wochen im Bitcoin-Space für hitzige Diskussionen gesorgt. Sah einer der Entwürfe doch augenscheinlich vor, energieaufwändige Proof-of-Work-Dienste in der EU zu unterbinden. Laut dem EU-Parlamentarier Stefan Berger (CDU) soll es sich hierbei indes um eine Fehlinterpretation gehandelt haben. Die fragliche Passage und damit auch ein Bitcoin-Verbot in der EU sind nun jedenfalls vom Tisch. Denn eine Sonderregelung für Proof-of-Work ist im aktuellen Entwurfstext laut Berger nicht mehr vorgesehen. Künftig denkbar sind aber wohl Regelvorschläge, um die von Bitcoin und Co. ausgehende Klimabelastung einzugrenzen.

USA wollen innovationsfreundlichen Krypto-Rahmen

Die Krypto-Regulierung erzielt auch auf der anderen Seite des Atlantiks Fortschritte. Denn am 9. März unterzeichnete Joe Biden einen Präsidialerlass zur Regulierung des Krypto-Spaces. Der Erlass verspricht einen “ganzheitlichen Ansatz”. Er sorgte gemeinsam mit einem Statement der US-Finanzministerin für zwischenzeitig saftige Zugewinne am Bitcoin-Markt. Denn auch Janet Yellen versprach eine innovationsfördernde Regulierung digitaler Assets. Vor dem Hintergrund von Bidens Krypto-Initiative werde ihre Behörde daran arbeiten, “ein gerechteres, inklusiveres und effizienteres Finanzsystem zu fördern”. Der Krypto-Kurs der US-Regierung stehe dabei im Zeichen einer “verantwortlichen Innovation”. Risiken sollen also erkannt und potenzielle “Bedrohungen für das Finanzsystem” verhindert werden. Das Finanzministerium wird gemeinsam mit anderen US-Behörden einen “Bericht über die Zukunft von Geld und Bezahlsystemen” erarbeiten. Da Kryptowährungen grenzübergreifende Fragen aufwerfen, verspricht Yellen auch internationale Kooperation. Zusammen mit den Partner:innen im Ausland sollen “solide Standards und gleiche Wettbewerbsbedingungen” gefördert werden.

Die Krypto-Community reagierte wohlwollend auf die Pläne von Biden und Yellen. Cameron Winkelvoss von der Bitcoin-Börse Gemini und Ripple CEO Brad Garlinghouse äußerten auf Twitter beide ihre Zustimmung. Winkelvoss sprach von einem “konstruktiven Ansatz” und einer “durchdachten Krypto-Regulation”.

China geht weiter gegen Miner vor

Seit dem chinesischen Mining-Verbot zog bereits einige Zeit ins Land. Doch die Behörden im Reich der Mitte setzen ihren Kampf gegen etwaige Regelverstöße ungebrochen fort. Beamt:innen in der Provinz Guangdong legten so eine Mining-Farm still, die sich in einem Ladezentrum für Elektrofahrzeuge versteckt hatte. Nach einem Bericht der Lokalpresse vom 8. März wurden dabei 190 Mining-Geräte beschlagnahmt. Die Ausrüstung soll umgerechnet etwa 790.000 US-Dollar wert gewesen sein. Aufgrund von Ungereimtheiten bei der Energiebilanz der Mining-Farmen kamen die Behörden den Krypto-Schürfern auf die Schliche.

Cake DeFi will europäische Krypto-Lizenz

Cake DeFi gab am 7. März bekannt, eine europäische Krypto-Lizenz anzustreben. Die deutsche Finanzaufsicht BaFin leitete bereits im Januar Ermittlungen gegen das Unternehmen ein. Der in Singapur ansässigen Anbieter von dezentralen Finanzdienstleistungen soll laut der Bundesbehörde “unerlaubte Bankgeschäfte bzw. Finanzdienstleistungen in Deutschland” angeboten haben. Man wolle sich aktiv um den Erwerb der Lizenz kümmern. Am 9. März verkündete das Unternehmen zudem Pläne für einen eigenen Investmentfonds, der in den Bereichen Gaming, Web 3.0 und FinTech aktiv werden soll.

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