DeFi-Monitor Krypto-Crash löst Stresstest am DeFi-Markt aus – das war die Performanz
Leon Waidmann

von Leon Waidmann

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Krypto-Crash

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Der Krypto-Markt war diese Woche extrem volatil und auch Decentralized Finance (DeFi) war davon betroffen. Wie hat sich der Sektor, der die Zukunft des Finanzwesens werden will, in dieser Marktphase geschlagen?

Innerhalb der letzten sieben Tage sind 41,11 Milliarden US-Dollar aus DeFi-Protokollen geflossen. Seit dem Total Value Locked (TVL) Allzeithoch von 154,39 Milliarden US-Dollar ist das einen Rückgang von 26,63 Prozent.


Quelle: DeFi Llama, Total Value Locked in US-Dollar

Gleichzeitig hat der “ETF-Token” Defi Pulse Index (DPI) auf Wochenbasis über 20 Prozent an Wert eingebüßt. Die extreme Volatilität am Krypto-Markt hat in der Vergangenheit schon mehrmals dafür gesorgt, dass einige DeFi-Protokolle an ihre Grenzen gestoßen sind. So hatte der Corona-Crash im letzten Jahr dafür gesorgt, dass MakerDAO (MKR) in eine so dramatische wirtschaftliche Schieflage kam, dass das Protokoll kurz vor einer Notabschaltung stand. Viele Nutzer wurden damals um ihr Erspartes gebracht. Viele verloren, zumindest für kurze Zeit, das Vertrauen in dezentrale Finanzanwendungen. Aber seitdem hat sich einiges geändert. Aus diesem Grund schauen wir uns heute an, wie sich DeFi während des letzten Crashs verhalten hat.

Decentralized Finance vs. Binance und Co.

Die größten dezentralen Ethereum-Börsen UniSwap (UNI), SushiSwap (SUSHI), Curve (CRV) und 0x (ZRX) hatten keine Ausfallzeiten. Ganz im Gegenteil, die Daten von Dune Analytics zeigen, dass die dezentralen Börsen während dem Stresstest neue Rekordhandelsvolumen verzeichnet haben.

Dune Analytics DeFi DEX Volume
Quelle: Dune Analytics

Zwar waren die Transaktionsgebühren für das Trading auf den dezentralen Börsen zur Zeit des Crashs unfassbar hoch, aber im Gegensatz zu zentralisierten Börsen wie Binance, Coinbase und Kraken kam es nicht zu Ausfällen.

Sehr viele Nutzer haben aufgrund der Probleme bei den zentralisierten Börsen extrem viel Geld verloren. Das lag zum Teil daran, dass sie sich schlicht nicht einloggen konnten, um ihre Kryptowährungen zu verkaufen oder ihre Long-/Short-Positionen zu schließen. Laut Bybt sind während dem Crash Futures-Positionen im Wert von knapp 7,6 Milliarden US-Dollar liquidiert worden. Natürlich kam es auch bei DeFi-Protokollen zu Liquidierungen und insgesamt sind über 700 Millionen US-Dollar verloren gegangen. Aber im Gegensatz zu den zentralisierten Börsen, haben die Smart Contracts der DeFi-Protokolle wie programmiert funktioniert.


DeFi-Nutzer hatten daher die Möglichkeit, jederzeit zu handeln und mussten sich nicht auf zentrale Instanzen verlassen, wenn sie das nötige Kapital für Trading auf Ethereum hatten. Letztes Jahr sah das während dem Corona-Crash anders aus: Damals konnten einige Nutzer Schwachstellen von Smart Contracts ausnutzen und mehrere Millionen US-Dollar aus DeFi-Protokollen erbeuten. Einige Nutzer musste dadurch enorme Verluste hinnehmen.

Wie haben sich Stablecoins während des Crashs verhalten?

Stablecoins sind ein äußerst wichtiger Bestandteil des gesamten Krypto-Marktes. Die durch US-Dollar gedeckten Coins ermöglichen es Tradern, blitzschnell Krypto-Assets zu handeln und auch in der DeFi-Welt sind sie unerlässlich. Umso interessanter ist es deshalb, zu sehen, wie sich die verschiedene Stablecoins während der Volatilität der vergangenen Woche verhalten haben.

Die Nachfrage nach Stablecoins ist während des Crashs enorm angestiegen. Tether (USDT), der größte Stablecoin im Krypto-Space, ist deswegen kurzzeitig auf 1,08 US-Dollar angestiegen. Erst nach dem Abklingen des Chaos konnte sich der Stablecoin wieder bei einem US-Dollar einpendeln. Auch andere Stablecoins wie USDC, BUSD, DAI oder FRAX erlebten aufgrund der extremen Volatilität leichte Schwankungen. Interessant ist jedoch, dass die beiden dezentralen Stablecoins DAI und FRAX, die teilweise mit Kryptowährungen unterlegt sind, genauso gut abschneiden konnten wie viele zentralisierte Stablecoins.

Fazit:

Insgesamt hat sich das DeFi-Ökosystem im Vergleich zum letzten Jahr gut weiterentwickelt. Der Stresstest der vergangenen Woche hat bewiesen, dass die Decentralized Finance trotz hoher Marktvolatilität problemlos funktionieren kann. In einigen Bereichen hat sich sogar gezeigt, dass DeFi in Zeiten von extremer Volatilität Vorteile bietet. Zwar lassen sich diese Vorteile vor allem auf Ethereum noch nicht von jedem nutzen, da die Transaktionsgebühren immer noch viel zu hoch sind, aber der Crash hat erneut gezeigt, welches Potenzial die Decentralized Finance hat.


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