Lobbyarbeit gescheitert 

Demokraten übernehmen den Kongress: Krypto-Anleger bangen um den Clarity Act

Trotz millionenschwerer Wahlkampfspenden steht die US-Krypto-Branche vor einem politischen Rückschlag. Der Machtwechsel in Washington könnte weitreichende Folgen haben.

Josip Filipovic
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Das Bild zeigt Elizabeth Warren

Beitragsbild: picture alliance

| Warren gilt seit Jahren als Kritikerin der Krypto-Branche und setzt sich für strengere Regulierungen ein

Der Wahlsieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen könnte für die amerikanische Krypto-Branche weitreichende Folgen haben, nachdem die Partei sowohl im Repräsentantenhaus als auch im Senat die Mehrheit erobert hat. Damit verliert Präsident Donald Trump die politische Rückendeckung, die seine Regierung in den vergangenen zwei Jahren für eine kryptofreundliche Gesetzgebung genutzt hatte. Branchenvertreter müssen ihre bisherige Strategie in Washington nun überdenken, da mehrere Regulierungsvorhaben vor einer ungewissen Zukunft stehen.

Die Niederlage trifft die Krypto-Industrie trotz ihrer erheblichen finanziellen Unterstützung im Wahlkampf, bei dem das politische Aktionskomitee Fairshake eine wichtige Rolle spielte. Zu den größten Geldgebern gehören Coinbase und Ripple, die sich für günstigere regulatorische Rahmenbedingungen einsetzen. Laut Fortune-Zahlen investierte die Branche insgesamt rund 170 Millionen US-Dollar in die Zwischenwahlen.

Krypto-Branche muss nach Wahlsieg umdenken

Einen Rückschlag erlitt die Branche im Bundesstaat Ohio, wo sich der demokratische Krypto-Kritiker Sherrod Brown gegen den Republikaner Jon Husted durchsetzte. Fairshake hatte erhebliche Mittel eingesetzt, um Browns Rückkehr in den Senat zu verhindern.

Auch die Zukunft des Clarity Acts, der einen umfassenden Rechtsrahmen für den amerikanischen Krypto-Markt schaffen sollte, erscheint nach dem Wahlergebnis ungewiss. Das Gesetz war bereits im September im Senat gescheitert, nachdem Demokraten strengere Regeln für mögliche Interessenkonflikte gefordert hatten. Insbesondere Trumps eigene Krypto-Geschäfte hatten für politische Auseinandersetzungen gesorgt.

Mit den neuen Mehrheitsverhältnissen könnten außerdem bekannte Kritiker der Branche wichtige Ausschüsse übernehmen. Elizabeth Warren gilt als mögliche Vorsitzende des Bankenausschusses im Senat, wodurch Forderungen nach einer strengeren Beaufsichtigung von Kryptowährungen mehr Gewicht erhalten könnten. Eine vollständige Abkehr von kryptofreundlichen Gesetzesvorhaben ist allerdings nicht zwangsläufig zu erwarten.

Für Krypto-Anleger könnte die veränderte politische Lage vor allem die Hoffnung auf weitere regulatorische Erleichterungen dämpfen. Das bereits verabschiedete Stablecoin-Gesetz GENIUS Act bleibt bestehen, größere Reformen dürften sich unter demokratischer Führung allerdings schwieriger durchsetzen lassen. Ob die Branche neue politische Verbündete gewinnen kann, wird sich mit der Arbeit des neu gewählten Kongresses zeigen.

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