TradFi trifft auf DeFi 

Citi und Coinbase schlagen eine Brücke zwischen Wall Street und Krypto

Dollar-Beträge wandeln sich automatisch in Stablecoins, gezahlt wird weiterhin in gewohnter Währung. Die Partnerschaft zwischen Citi und Coinbase verknüpft klassisches Banking nahtlos mit der Krypto-Welt.

Ludwig Schlick
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Citibank

Beitragsbild: Shutterstock

| Citi verbindet seine Zahlungsinfrastruktur mit der von Coinbase

Citi und Coinbase weiten ihre Zusammenarbeit deutlich aus. Künftig sollen Firmenkunden der Bank Stablecoins an der Kasse akzeptieren können, ohne sie selbst zu halten oder zu verwalten. Das teilten beide Unternehmen am Montag mit.

Die Vereinbarung umfasst zwei Bausteine. Zum einen liefert Citi die Bankinfrastruktur für die neuen Coinbase Virtual Accounts. Diese funktionieren wie ein Bankkonto, über das Firmen Geld empfangen, halten und versenden können. Eingehende Dollar werden dabei automatisch in Stablecoins umgewandelt, was Coinbase als Novum bezeichnet.

Zum anderen wird die Zahlungsinfrastruktur von Coinbase in Spring by Citi eingebunden, die Plattform der Bank für die Zahlungsabwicklung im Handel. Kunden können damit an der Kasse in Stablecoins bezahlen, beim Händler kommt regulär Fiatgeld an. Abgewickelt wird das über Citi als kontoführende Bank. Coinbase beziffert den adressierbaren Markt auf über 150 Millionen Stablecoin-Halter weltweit.

Citi wartet nicht auf den Clarity Act

Der Schritt platzt mitten in eine geladene politische Debatte. Die Gelder lagern bei Coinbase und bringen derzeit eine Rendite von 3,75 Prozent pro Jahr. Ein Streit über derartige Erträge auf Stablecoin-Guthaben trug vor zwei Wochen zum Scheitern einer Abstimmung über den Clarity Act im US-Senat bei. Dahinter steht die Befürchtung der Bankenlobby, verzinste Token könnten Einlagen aus traditionellen Sparkonten abziehen.

Shahmir Khaliq, bei Citi zuständig für das Dienstleistungsgeschäft, sieht sich davon nicht ausgebremst. Man arbeite innerhalb der bestehenden Banklizenz und der geltenden Regeln weiter, sagte er dem Wall Street Journal. Brett Tejpaul, Leiter des Institutionsgeschäfts bei Coinbase, bezeichnete Citi als genau die Art regulierter Bankpartner, die der Krypto-Wirtschaft den Schritt vom Experiment in den Alltag ermögliche. Die Vereinbarung baut auf einer Zusammenarbeit vom Oktober 2025 auf, die zunächst Ein- und Auszahlungen in Fiatgeld betraf. Angaben zu Starttermin, Gebühren oder unterstützten Token machten beide Seiten nicht.

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