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Binance-Chef im Interview Changpeng Zhao: “Ich habe keine Zeit, Geld auszugeben”

Binance-Chef Changpeng Zhao ist der Star schlechthin auf dem diesjährigen Web Summit in Lissabon. BTC-ECHO hat ihn interviewt.

Giacomo Maihofer
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Beitragsbild: BTC-ECHO

| Changpeng "CZ" Zhao auf einer Binance-Party anlässlich des Web Summit in Lissabon, 2. November 2022.

Da steht er: Changpeng “CZ” Zhao, der Gründer von Binance und einer der reichsten Männer der Welt. Die führende Kryptobörse feiert in Lissabon eine kleine Party am Stadthafen, anlässlich des diesjährigen Web Summit, bei dem auch BTC-ECHO vor Ort ist. Der Hafen ist eigentlich ein armes Viertel. Geschäfte? Gibt es kaum in der Umgebung.

Binance ist einer der Headliner auf dem viertägigen Web Summit in Lissabon, Europas größter Techkonferenz mit über 70.000 Besuchern. Am Eröffnungsabend wird die Börse schon in einem Zug mit Apple genannt; dessen CEO verehrt – auf der Messe ist er der meist erwartete Gast. Das Gesicht des 45-Jährigen ist das erste, das man sieht, wenn man die Website dieses Techspektakels besucht. Er ist der Star bei der Eröffnung, zu der hunderte Menschen stundenlang in der Schlange stehen. Sein Gesicht zierte kürzlich das Cover des Fortune Magazins. Aufgewachsen in armen Verhältnissen in China beläuft sich sein Vermögen heute auf rund 17 Milliarden US-Dollar. Ein phänomenaler Aufstieg, denn Changpeng Zhao gründete Binance erst 2017.

Der Binance-Chef wird regelrecht verehrt

Wer auf der Afterparty des jungen Krypto-Konzerns deshalb einen luxuriösen Saus und Braus erwartet, wird enttäuscht. Ein leerer Bürokomplex. Sehr rustikal. An der kleinen Bar gibt es nur selbstgemachten Sangria aus Plastikbechern, Softdrinks und Bier. Auf den Tischen steht Fingerfood. Trotzdem ist es randvoll. Das Publikum: jung und hip, eher Hoodies als Hemden. Changpeng Zhao trägt blaue Chinohose, gelbe Sneaker und ein schwarzes Polo mit Binance-Logo, ohne dass er nur selten abgelichtet wird.

Die jungen Menschen verehren den Chef von Binance hier, als wäre er Brad Pitt. Viele wollen nach einer 25-minütigen Fragerunde mit ihm ein gemeinsames Foto. Auch danach steht immer eine Menschentraube um ihn herum. Sie alle wollen etwas von ihm. Einen Ratschlag, seine Zeit und Aufmerksamkeit. Der Gründer antwortet jedem seiner Bittsteller geduldig. Es wirkt nicht, als würde er die ganze Aufmerksamkeit besonders genießen. Auch wir gehen auf ihn zu, stellen uns vor, als BTC-ECHO, das deutschsprachige Leitmedium im Krypto-Space. Ein kurzer Handschlag.

BTC-ECHO: “Können wir Ihnen drei kurze Fragen stellen?”

Changpeng Zhao: “Ja. Aber das war schon eine”, sagt Zhao und lacht.

Als wir das Aufnahmegerät zücken, tippt ihn sein Bodyguard an.

“Chef, die nehmen auf.”

“Ist das okay?”, fragen wir.

Changpeng Zhao nickt. Es wird ein extrem kurzes Interview. 45 Sekunden schenkt uns der Binance-Gründer. Dann ist alles schon vorbei. Die Antworten, die uns CZ gibt, lassen dennoch tief blicken.

Changpeng Zhao: Viel Geld, wenig Zeit

BTC-ECHO: “Wie fühlen Sie sich damit, immer so extrem im Rampenlicht zu stehen?”

Changpeng Zhao: “Es ist weird.”

BTC-ECHO: “Sie sind arm aufgewachsen. Jetzt sind Sie einer der reichsten Menschen der Welt. Was bedeutet Ihnen Geld?”

Changpeng Zhao: “Um ehrlich zu sein: Mein Leben hat sich nicht so sehr verändert. Ich hatte noch gar keine Zeit, um Geld auszugeben”, er lacht wieder. “Aber ich komme in netten Hotels unter. Viel mehr anderen Luxus habe ich nicht.”

BTC-ECHO: “Was bringen Sie Ihren Kindern über Geld bei?”

Changpeng Zhao: “Nicht sehr viel bisher. Die Schulen machen es leider auch nicht.”

BTC-ECHO: “Wie sieht ein normaler Tag in Ihrem Leben aus?”

Changpeng Zhao: “Einfach nur sehr viele Meetings und Gespräche.”

Um uns herum stehen schon weitere Anwärter, junge Leute, mit leuchtenden Augen und drängenden Fragen. Wir verabschieden uns.

“Das waren einfache Fragen”, sagt Changpeng Zhao erleichtert. Da hält ihm schon die nächste Person die Hand hin.

Dieser Artikel entstand in Mitarbeit mit BTC-ECHO-Redakteur Daniel Hoppmann.

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