opBNB Binance lanciert Layer-2-Blockchain auf Optimism

Die neue Layer-2-Lösung der BNB-Chain soll 4.000 Transaktionen die Sekunde stemmen. Mit ihr will Binance die Blockchain-Skalierung vorantreiben.

Johannes Macswayed
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Binance opBNB

Beitragsbild: Shutterstock

| Die Layer-2-Lösung opBNB baut auf der Technologie von Optimism

Nach einem schier endlosen Schwall an Negativ-Schlagzeilen kann Binance zur Abwechslung mit etwas Positivem auffahren: technologischem Fortschritt. Laut einer offiziellen Ankündigung lanciert das Unternehmen demnach die Layer-2-Blockchain opBNB. Diese soll die BNB-Chain skalieren und eine “nahtlose und effiziente” Erfahrung für Nutzer und Entwickler gewährleisten. Das opBNB-Testnet startete bereits am 19. Juni. Der Beginn des Mainnets steht noch nicht fest.

Was ist opBNB?

Wie die BNB-Chain, die Layer-1-Blockchain von Binance, ist auch opBNB kompatibel mit der Ethereum Virtual Mashine (EVM). Durch die EVM-Kompatibilität gleicht die Blockchain-Infrastruktur opBNBs in vielen Belangen der Ethereum-Chain. So können Entwickler in der beliebten Programmiersprache Solidity coden und Nutzer Ethereum-basierte Wallets wie Metamask verwenden.

Die neue Skalierungslösung ist zudem auf dem OP-Stack von Optimism gebaut. Dieses fungiert als Blaupause für Krypto-Programmierer, um schnell und einfach eine Layer-2-Blockchain ins Leben zu rufen. Damit macht es Binance dem Konkurrenten Coinbase nach, der bereits im Februar dieses Jahres die Layer-2-Lösung “Base” mithilfe von Optimisms Technologie ankündigte. Durch diese Integration nutzt opBNB zudem die Vorzüge der Optimistic-Rollup-Technologie, darunter schnelle Transaktionsgeschwindigkeiten und geringe Gebühren.

Mit etwas Feintuning will Binance aus der zugrundeliegenden Technologie so noch etwas mehr herausgeholt haben. Rund 4.000 Transaktionen die Sekunde und eine durchschnittliche Transaktionsgebühr von 0,005 US-Dollar schafft die opBNB laut eigenen Angaben. In puncto Leistung und Effizienz reiht sich das Netzwerk somit zu bestehenden Blockchains ein wie Arbitrum, Optimism oder Solana.

Nicht alles was glänzt, ist gelb

Wenngleich es sich auf der eigenen Seite so liest, das Rad erfindet Binance mit opBNB aber nicht von neuem. Wie schon mit der BNB-Chain, die viele zum Start als eine billige und zentralisierte Kopie Ethereums abtaten, ist das neueste Produkt keine technologische Neuheit. Doch das Unternehmen versteht es, Krypto-Trends zu erkennen und sie zu bedienen. Und der Trend geht derzeit stark in Richtung von modularen Rollups, wie Optimisms Bedrock-Update zeigt. Die Nachfrage danach ist entsprechend hoch, besonders bei Entwicklern.

Besondere Vorteile dürften sich durch die neue Layer-2-Skalierung also vor allem für Entwickler und Nutzer des Binance-Ökosystems ergeben. So wird die BNB-Chain über eine Ebene erweitert, auf der Gaming-dApps und soziale Netzwerke einen Platz haben. Doch auch bestehende DeFi-Anwendungen und DEXes der BNB-Chain fänden ein neues Zuhause. Dadurch könnte die drittgrößte Blockchain nach Total-Value-Locked einen weiteren Schub bekommen und sich vor aufkommenden Konkurrenten wie Base absetzen.

Außerhalb des BNB-Ökosystems erscheint die neue Layer-2-Lösung jedoch weniger sinnvoll. Ethereum bietet mit Arbitrum und Optimism bereits schnelle Alternativen zur Mainchain, auf der es zu Stoßzeiten oft zu Stau und hohen Gebühren kommt. Das klassische “schneller als Ethereum”-Argument überzeugt daher nicht mehr so wie einst. Wie die neue Chain außerhalb des Testnets performt, wird sich noch zeigen. Zumindest zeugt opBNB, gemeinsam mit der jüngsten Lightning-Network-Integration, davon, dass im Hause Binance nach wie vor fleißig gebaut wird.

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