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Binance, Kraken und Co. Vor- und Nachteile des Stakings auf zentralen Kryptobörsen

Viele Anleger nutzen die Staking-Möglichkeiten auf zentralen Kryptobörsen. Welche Vor- und Nachteile diese Angebote bieten, erfahrt ihr in diesem Artikel.

Stefan Lübeck
 |  Lesezeit: 5 Minuten
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Staking

Beitragsbild: Shutterstock

| Viele Anleger nutzen Staking-Angebote, um passives Einkommen zu generieren.

Staking-Angebote auf zentralen Exchanges (CEX) wie Binance, eToro, Coinbase, Kraken oder Kucoin erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie versprechen ihren Nutzern hohe Erträge aus Proof-of-Stake (POS) Staking innerhalb ihres Kundenkontos. Diese Art des Stakings ist auf den ersten Blick einfach, übersichtlich und erspart dem Nutzer die Interaktion mit unterschiedlichen Netzwerken und Wallets.

Wie so oft versteckt sich der Teufel aber im Detail und bei genauerer Betrachtung ergeben sich einige Nachteile und Kritikpunkte an dieser Variante des Stakings, auf die im Folgenden genauer eingegangen wird.

Die Sicherheit von Staking

Not your keys – not your Coins. Was fürs Hodln gilt, gilt natürlich auch fürs Staking. Wer auf zentralen Exchanges staked, macht das nicht selbst, sondern lässt die Börsen staken. Es kann jederzeit zu Zugriffseinschränkungen durch die Betreiber der Plattformen kommen. Das kann individuelle, technische, wirtschaftliche oder gar regulatorische Gründe haben und schlimmstenfalls zum Totalverlust des Stakes führen. Auch wenn Zugriffseinschränkungen kurzfristig angekündigt werden, lassen sich die Assets durch Lock-up Perioden gegebenenfalls nicht rechtzeitig abziehen.

Krypto-Staking und versteckte Kosten

Natürlich bieten die Börsen ihren Service nicht ohne Eigennutz an. Die Plattformen betreiben selbst aktive POS Validator-Nodes auf denen die Kunden-Assets dann zu den gleichen Konditionen gestaked werden, die für alle User und Delegatoren des Netzwerks gelten. Die Belohnungen aus dem Staking auf zentralen Exchanges sind deshalb im Schnitt deutlich geringer, als sie die Nutzer nativ innerhalb der POS Projekte erzielen. Manche Exchanges versuchen ihre Kunden durch deutlich höhere Prozentsätze ins CEX-Staking zu locken. So bietet Binance beispielsweise über 30 Prozent Staking-Rendite (APY) für 120 Tage Lock-up auf Cosmos (ATOM) an, obwohl die Staking-Rewards beim nativen On-Chain-Staking aktuell um 18 Prozent pendeln.

Diese hohen Belohnungen sind aber nur auf kleine Beträge, im Fall von Cosmos Hub (ATOM), auf maximal 5 ATOM begrenzt. Größere Mengen ATOM lassen sich für aktuell nur gut 10 Prozent anlegen. Und das, obwohl die Bindefrist auf Binance dann mit 30 Tagen ganze 9 Tage länger ist als die 21 Tage Frist, die On-Chain gilt. Gerade für Hodler kann es sich deshalb auszahlen, eines oder mehrere ihrer Projekte nativ zu staken, um erhebliche Anteile ihrer Rewards nicht den Börsen zu überlassen.

Staking auf Kryptobörsen: Dezentral?

Die Sicherheit einer POS-Blockchain hängt maßgeblich davon ab, dass sich die Menge aller gestakten Coins möglichst dezentral auf viele Validator-Nodes verteilt und nicht innerhalb einer kleineren Gruppe bündelt. Beim nativen Staking haben die User des Netzwerks die freie Auswahl aus allen Validatoren. Binance, Coinbase, Kraken und KuCoin betreiben jedoch ihre eigenen Validator-Nodes und bündeln durch die Vielzahl ihrer Kunden einen großen Anteil des gesamten Stakes auf den eigenen Nodes. Die Projekte leiden dabei unter der zunehmenden Zentralisierung ihrer eigenen Sicherheitsmechanik. Exchanges finden sich heute bei vielen POS Projekten innerhalb der Top 10 Validator-Nodes. So belegt beim Staking von Solana (SOL) exemplarisch Coinbase den zweiten Platz, Binance Rang sechs und Kraken Rang sieben der Validator-Nodes. Bei Cosmos (ATOM) steht Binance auf Rang zwei, Coinbase auf vier und Kraken auf Rang sechs.

Governance, Mitbestimmung und Teilhabe

Möglicherweise noch schwerwiegendere Auswirkungen können die auf Exchanges zentralisierten Stakes für die Governance Mechanik einzelner POS Projekte haben. Die Höhe des Stakes, der auf einen Validator delegiert ist, bestimmt auch seine Voting-Power, also die Gewichtung seiner Stimme bei Abstimmungen z.B. zu Veränderungen im Code einer Chain. Da Handelsbörsen ihren Staking-Kunden aber keine Teilhabe an On-Chain-Abstimmungen ermöglichen und selbst meist gar nicht an Votings teilnehmen, bleibt ein großer Teil des stimmberechtigten Stakes ungenutzt.

Das kann schlechtesten Falls dazu führen, dass Mindestwahlbeteiligungen bei Abstimmungen nicht erreicht werden und notwendige Updates nicht durchgeführt werden können. Hodlern, denen das Vorankommen ihrer POS Projekte ein Anliegen ist, sei also besonders empfohlen, sich durch einen nativen Stake außerhalb der Top Validator-Nodes und durch Teilnahme am Governance in das Ökosystem einzubringen und nicht durch das bequemliche Staking auf einer zentralen Kryptobörse zu erschweren.

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Airdrops beim Staking

Neben zahlreichen Airdrops aus zwielichtigen Quellen, von denen man bekanntermaßen lieber die Finger lassen sollte, gibt es tatsächlich solche, die sich auszahlen. Bei einigen POS Ökosystemen ist es gängige Praxis, dass Coins oder Tokens neuer Projekte initial an treue User ausgeschüttet werden. So konnten beispielsweise ATOM-Staker in den zurückliegenden 12 Monaten allein durch die Airdrops von Osmosis, Juno und Evmos ihre Portfolios im Wert verfünffachen. Insgesamt wurden über 25 Airdrops innerhalb des Cosmos Hub Ökosystems an berechtigte Accounts ausgeschüttet. Nicht berechtigt sind aber in den allermeisten Fällen die Accounts der zentralen Handelsplattformen. Diese werden mittels einer Obergrenze für Wale, sogenannte Whale-Caps, ausgeschlossen.

Accounts, die eine sehr große Menge gestakter Assets halten, sind oftmals nicht berechtigt. Berücksichtigung findet häufig auch die Teilnahme am Governance – ein weiterer Ausschlussgrund für CEX-Accounts. Selbst wenn eine Exchange technisch berechtigt für einen Airdrop ist, landen die Coin-Geschenke auf den Accounts der Exchange und werden nicht an die Kunden weitergereicht. Diese wissen häufig gar nicht, was ihnen entgangen ist. Zentrale Exchanges wie Binance versuchen diesen Effekt durch eigene Airdop-Formate mit entsprechendem Marketing auszugleichen. Diese entsprechen aber häufig nicht den Dimensionen, die nativ ausgeschüttet werden.

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