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3 Fragen an Hagen Weiss, hält MiCA den Erwartungen stand?

Wie steht die BaFin-zu Krypto, zögert die Behörde Lizenzverteilungen bewusst hinaus und hält MiCA den Erwartungen stand? Regulierungs-Experte Hagen Weiss im Interview.

Dominic Döllel
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BaFin

Beitragsbild: Hagen Weiss, BTC-ECHO

| Wie steht die BaFin zu Krypto?

Hagen Weiss hat vor seiner aktuellen Tätigkeit bei der internationalen Großkanzlei Dentons für die Bundesfinanzaufsicht BaFin sowie das Bundesfinanzministerium gearbeitet. Als einer der progressiven Kräfte hatte er es nicht immer leicht, sich gegen Vorurteile hinsichtlich Bitcoin und Co. zu behaupten. Denn: Als Regulierungs-Experte kennt er nur allzu gut die Hürden für Krypto-Unternehmen. Deshalb klärt er auf, worauf diese achten müssen und welche Vorwürfe gegenüber Behörden wie der BaFin gerechtfertigt sind. Gerne zieht er dabei Vergleiche zu unterschiedlichen Jurisdiktionen wie Liechtenstein oder den USA und zeigt auf, was man von anderen Ländern alles lernen kann.

Im Gespräch erklärt er, wie seine BaFin-Kollegen zu Krypto stehen, ob die Regulierungsbehörde Lizenzverteilungen bewusst hinauszögert und warum die MiCA-Verordnung den Erwartungen standhält. Das vollständige Interview findet ihr im BTC-ECHO Experts Podcast.

BTC-ECHO: Du bist sehr aufgeschlossen gegenüber Kryptowährungen. Musstest du dich vor deinen BaFin-Kollegen oft rechtfertigen?

Hagen Weiss: Anhören oder Rechtfertigen nicht. Aber in gewisser Art und Weise musst du [Aufklärungs]-Arbeit leisten. Das heißt, du musst das Verständnis wecken, das bei mir, als Regulator, auch erst einmal geweckt werden musste. Ich habe nie die Situation erlebt, in der ich vor verschlossenen Türen gestanden bin. Natürlich musst du den Leuten erklären, warum Sachen so sind wie sie sind. Und warum es vielleicht auch gut ist, dass wir Unternehmen haben, die etwas bewirken wollen. Aber nochmal: Es war nie so, dass ich eine totale Blockade erlebt hätte. Könnte man Sachen besser machen? Ja, mit Sicherheit. Hätte der deutsche Staat und die Behördenlandschaft in der Vergangenheit Sachen besser machen oder mehr willkommen heißend sein sollen? Ja, mit Sicherheit.

Podcast

Das Gerücht, die BaFin wolle Lizenzverteilungen für Krypto-Unternehmen bewusst hinauszögern oder gar verlängern, besteht schon länger. Stimmt es?

Herauszögern bewusst. Verlängern möchte dies mit Sicherheit keiner. Man könnte mit Sicherheit auch schneller und aufgeschlossener sein. Was helfen würde, ist sich an spezialisierte Anwälte zu wenden, die in gewisser Weise auch Übersetzungsarbeit leisten können. Wenn die BaFin oder andere Regulatoren verstehen, worum es überhaupt geht, ist schon viel gewonnen. Es kann auch sein, dass man daran arbeiten muss und der Rechtsvertreter der BaFin zeigen muss, um was es geht.

Mit MiCA wurde ein EU-weiter Rechtsrahmen zur Kryptoregulierung geschaffen. Hält die Verordnung den Erwartungen stand?

In gewisser Weise sind die [Erwartungen] gerechtfertigt. Wir haben eine Situation, sobald MiCA in Kraft tritt, in der wir ein wirklich komprehensibles Regelwerk haben, das sehr, sehr viel abdeckt. Im konventionellen Kapitalmarktrecht bräuchtest du fünf bis sechs Statuten, die die durch MiCA abgedeckten Themen reguliert. Das heißt also: ja. Es ist Grund zum Feiern und sich vielleicht auf die Schulter zu klopfen.

Allerdings muss und darf man hier nicht aufhören. Es gibt gewisse Bereiche, die offensichtlich nicht durch MiCA erfasst sind, die aber die Ökonomie, den Kryptomarkt und die Verbraucher bewegen. Wir benötigen eine weitsichtige Regulierung, die auch Themen wie DeFi adressiert. Und zwar nicht in einer Art und Weise, die das Ganze ersticken würde, sondern eine Regulierung, die diese Themen mit Ernsthaftigkeit aufnimmt.

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