Mark Zuckerberg und die Blockchain: Kann das gut gehen?

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Mark Zuckerberg und die Blockchain: Kann das gut gehen?

Facebook sucht Blockchain-Experten. WhatsApp soll einen Stable Coin bekommen. Nutzerdaten sollen dieselbe technologische Grundlage bekommen wie Bitcoin. Und mittendrin ein Mark Zuckerberg, der sich Privatsphäre wünscht. Da muss man sich fragen: Kann das gut gehen?

Satoshi Nakamoto und Mark Zuckerberg könnten unterschiedlicher kaum sein. Der eine erfand das dezentrale Netzwerk Bitcoin und scheint vor allem das zu scheuen, worin sich der andere badet: Öffentlichkeit. Der andere erfand das wohl zentralisierteste und vor allem umfangreichste Netzwerk, seit es Daten gibt: Facebook.

Und nun macht sich der eine am Vermächtnis des anderen zu schaffen und könnte unglaubwürdiger dabei kaum wirken: Facebook sucht Blockchain-Experten. Zwar lassen sich die aktuellen Ausschreibungen an vier Händen abzählen. Dennoch: Für die Zukunft ist es denkbar, dass Facebook all die Daten, die es so fleißig sammelt, auf einer dezentralen Datenbank ablegt. Doch dabei könnte das Unternehmen gehörig ausrutschen.

Alles fließt in eine Richtung

Denn was Zuckerberg mit seiner Maschinerie über die Jahre an Daten angesammelt hat, dürfte bei einer Verlagerung auf die Blockchain zu deutlichen Komplikationen führen. Erinnern wir uns an Bitcoin und die Skalierungsdebatte. Als der Bitcoin-Kurs im Jahr 2017 plötzlich und rasant auf über 19.000 US-Dollar anstieg, konnte das die Bitcoin Blockchain kaum verarbeiten. Kurzum: Die Kanäle waren vollkommen verstopft. Da wäre es kaum denkbar (und noch viel weniger sinnvoll), all die Facebook-Daten auf eine Blockchain zu pressen. Nicht umsonst betitelte der Spiegel das Vermächtnis von Mark Zuckerberg als „das größte unkontrollierte soziotechnische Experiment der Weltgeschichte“.

Darüber hinaus ist es ohnehin fraglich, wie lange dieses Experiment noch gut geht. Spätestens seit dem Skandal um Cambridge Analytica hat das soziale Netzwerk mit einer starken Abwanderung zu kämpfen. Und ebendiese liegt unter anderem in dem Aspekt begründet, auf dem Facebook aufbaut: Zentralisierung. Die zieht sich bei Facebook letzten Endes durch alle Ebenen. Ob es nun um das zentrale Produkt „Profil“ geht oder eben um die Vermarktung von Daten. Alles fließt in eine Richtung.

Bitcoin und die Verteilung von Daten

Ganz anders ist der Fall bei der Blockchain-Technologie gelagert. Sie verteilt Daten schließlich dezentral. Der Grundgedanke eines dezentralen sozialen Netzwerks wäre ebenjener, die Kontrolle über die Daten bei den einzelnen Personen zu belassen. Genau wie es bei Bitcoin funktioniert. Die Kontrolle über die Geldflüsse liegen nicht bei einer einzelnen Institution. Vielmehr ist es ein Netzwerk aus Menschen, die überall auf der Welt verteilt sind, um gemeinsam das System Bitcoin zu bilden.

So müsste also auch ein dezentrales Netzwerk aussehen. Und deshalb wird sich Mark Zuckerberg auch die Hände an der Blockchain verbrennen. Die Datenberge, die nichts mit Privatsphäre zu tun haben, passen nicht so recht mit der Blockchain zusammen. Sicher, es gibt diverse Ausrichtungen der Blockchain-Technologie, mit denen das, was Zuckerberg plant, möglich wäre. Doch: Sinnvoll ist das sicher nicht.

Die Probleme dezentraler Netzwerke

Nun gibt es jedoch zu einem möglichen Umdenken noch ein Problem: Während zentralisierte Netzwerke von Facebook über Google bis hin zum internationalen Bankensystem das Monopol fest im Griff haben, müssen es sich dezentrale Netzwerke erst hart erkämpfen.

Und gerade mit dem Ruf, den Bitcoin mit sich bringt, ist das nicht gerade leicht. Das Ökosystem ist gerade erst dabei, auszusortieren. Das Debakel um OneCoin etwa zeigt, wie langsam die Mühlen der Justiz doch nach wie vor mahlen. Nichtsdestotrotz tut sich etwas in Fragen der Seriosität und der Weiterentwicklung der Szene.

Die aktuelle Lage im Bitcoin-Ökosystem

Allen voran wäre da das erste Security Token Offering (STO) auf deutschem Boden. Ganz im Gegensatz zu den berüchtigten Initial Coin Offerings geht es beim Bitbond STO regulierter zu. Außerdem gibt es derzeit durchaus Projekte, die daran arbeiten, etablierte Sparten des Alltags aus der Zentralisierung zu rücken.

So zum Beispiel die Blockchain-Journalismus-Plattform Civil. Die Idee: Journalismus dezentralisieren und Schreiberlingen die Möglichkeit zu geben, (wieder) mehr Rechte an ihren Inhalten zu behalten. Selbst UNICEF macht sich aktuell daran, die Blockchain zu verwenden. Dementsprechend sieht es ein aktuelles Projekt der Non-Profit-Organisation vor, durch die Verwendung der Blockchain-Technologie Internet für Schulen weltweit zu verbreiten.

Zurück zu Mark Zuckerberg und der Blockchain-Technologie: Kann das gut gehen? Vermutlich nicht. Denn das mehr als angeschlagene Image von Facebook noch einmal ins gerade Licht zu rücken, dürfte schwierig werden. Doch da darf auch die Blockchain-Community nicht weiter schlafen. Vielmehr heißt es: Aufwachen, Kollektive bilden, Blockchain basteln, sich von zentralisierten Systemen lösen und nach Alternativen Ausschau halten.

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