Cambridge Analytica: Nun doch Datenschützer?

Quelle: Scavengers (spotted hyena, black-backed jackal, vultures, marabou storks) at a wildebeest kill, Masai Mara Game Reserve, Kenya via shutterstock

Cambridge Analytica: Nun doch Datenschützer?

Cambridge Analytica, ein Unternehmen für Datenanalyse, wurde zuletzt dafür bekannt, unter anderem den US-amerikanischen Wahlkampf beeinflusst zu haben. Nun gibt es Meldungen, dass es einen ICO planen würde. Zumindest jedoch wolle man die Blockchain verwenden, um Daten besser zu schützen.

Welche Pizza-Zutat passt am besten zu deinem Sternzeichen? Welche Game-of-Thrones-Figur bist du? Was für ein Tier warst du in deinem vorigen Leben? Nutzer von sozialen Medien kennen diese Umfragen. Sie sind auf die ein oder andere Weise interessant, witzig oder dämlich und sollen vor allem dazu verleiten, mitzumachen. Während man bei diesen „Persönlichkeitstests“ gespannt auf die Ergebnisse wartet, vergisst man allzu oft, was währenddessen entsteht: ein Persönlichkeitsprofil.

Cambridge Analytica, Facebook und Mikrotargeting

Denn mit jedem weiteren Klick, der die eigenen Gewohnheiten beschreibt, vergrößert man die digitale Spur, die man hinter sich herzieht. Auch wenn man das in den weiten des Internets ohnehin schon tut: Mit diesen „Persönlichkeitstest“ macht man die Spur immer präziser. Und diese Spur ist bares Geld wert.

Mikrotargeting heißt eine der Strategien, die diese Daten so wertvoll macht. Das geplante und gezielte Setzen von Informationen, um das Verhalten von Menschen – vornehmlich von Wählern – zu beeinflussen. Was sich ohne Hintergrundinformationen nach Aluhut und Verschwörungstheorie anhört, ist in der politischen Praxis längst angekommen. Durch Mikrotargeting beeinflusste Cambridge Analytica unter anderem die letzten Präsidentschaftswahlen in den USA und in Kenia. Für das gezielte Platzieren braucht man vor allem eines: Daten.

Dafür verwendete Cambridge Analytica kürzlich einen der größten Daten-Miner weltweit. Indem sie die vermeintlich wissenschaftliche App „thisisyourdigitallife“ auf Facebook posteten, sammelten sie fleißig Daten, um sie schließlich auszuwerten. Zuletzt gestand Facebook ein, dass damit über Umwege Daten von 87 Millionen Nutzern eingesammelt werden konnten. Auch wenn Mark Zuckerberg offiziell angab, nichts von diesem „Datenmissbrauch“ zu wissen, berichtete der ehemalige Facebook-Manager Sandy Parakilas im Guardian, dass solche Datenabgriffe nichts Ungewöhnliches waren.

Beeinflussung des US-Wahlkampfs

Durch Mikrotargeting beeinflussten sie den US-amerikanischen Wahlkampf. Demnach platzierte man gezielt Negativinformationen über Hillary Clinton in unsicheren Wahlkreisen. Das Ergebnis kennt wohl jeder: Mit einem vom Solarium und/oder Selbstbräuner unnatürlich gebräunten Gesicht tobt es durch die Weltgeschichte, twittert unentwegt und droht alle drei Tage damit, den dritten Weltkrieg anzuzetteln. (Mehr dazu hier).

Wie die Nachrichtenagentur Reuters nun berichtete, plante Cambridge Analytica, einen ICO zu starten. Laut unbestätigten Quellen wollte man ihn dazu nutzen, um insgesamt 30 Millionen US-Dollar einzusammeln. Auf Anfrage von Reuters bestätigte man diese Aussage jedoch nicht. Der einzige Kommentar war, dass man die Blockchain nutzen wolle, um Online-Daten besser zu schützen:

„Vor der Facebook-Kontroverse waren wir dabei, eine Reihe an Technologien zu entwickeln, um Individuen zu helfen, ihre persönlichen Daten von Unternehmen zurückzubekommen. So hätten sie wieder volle Transparenz und Kontrolle über die Art, wie ihre Daten verwendet werden. Wir sind dabei, verschiedene Möglichkeiten zu erforschen, wie Menschen ihre persönlichen Daten managen und zu Geld machen können, inklusive der Blockchain-Technologie“,

erklärte Cambridge Analytica gegenüber Reuters.

Dass die Blockchain-Technologie nicht nur im Finanzsystem, sondern auch in der Welt der Daten und sozialen Medien dabei helfen kann, Kräfteverhältnisse zu verschieben, darüber hatten wir ausführlich berichtet. Dass nun Cambridge Analytica über Blockchcain-Lösungen zum Datenschutz nachdenkt, muss man nicht weiter kommentieren.

BTC-ECHO

Du bist ein Blockchain- oder Krypto-Investor? Der digitale Kryptokompass ist der erste Börsenbrief für digitale Währungen und liefert dir monatlich exklusive Einschätzungen und umfassende Analysen zur aktuellen Lage an den Blockchain- & Krypto-Märkten. Jetzt kostenlos testen

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Nachgehakt: Diese Samsung-Galaxy-Modelle sind Blockchain ready
Nachgehakt: Diese Samsung-Galaxy-Modelle sind Blockchain ready
Blockchain

Vergangene Woche zirkulierte die Meldung, dass auch Budget-Versionen des Samsung Galaxy die Runde machten.

Bitcoin-Börse Bitfinex: LEO Token bereits ab Montag verfügbar
Bitcoin-Börse Bitfinex: LEO Token bereits ab Montag verfügbar
Altcoins

Der Utility Token der Bitcoin-Börse Bitfinex wird ab dem kommenden Montag verfügbar sein.

Newsletter

Die besten News kostenlos per E-Mail

Finde einen Job mit Zukunft

    Aktuell

    Premiere: Calastone migriert größtes Netzwerk für Fondstransaktionen auf die Blockchain
    Premiere: Calastone migriert größtes Netzwerk für Fondstransaktionen auf die Blockchain
    Blockchain

    Calastone gibt am 20.05 den Start ihrer Blockchain Distributed Market Infrastructure bekannt.

    Nachgehakt: Diese Samsung-Galaxy-Modelle sind Blockchain ready
    Nachgehakt: Diese Samsung-Galaxy-Modelle sind Blockchain ready
    Blockchain

    Vergangene Woche zirkulierte die Meldung, dass auch Budget-Versionen des Samsung Galaxy die Runde machten.

    DAO: Ready? Steady? Go?
    DAO: Ready? Steady? Go?
    Kommentar

    Wie ist der aktuelle Stand der DAO? Vom nötigen Sprung in die Realität und kompromissbeladenen Umsetzungen: Ein Kommentar zur Dezentralen Autonomen Organisation von Markus Büch.

    US-Parlamentarier Sherman will Bitcoin verbieten – Das Regulierungs-ECHO
    US-Parlamentarier Sherman will Bitcoin verbieten – Das Regulierungs-ECHO
    Kolumne

    Die SEC hat in Sachen Bitcoin reichlich zu tun. Und jetzt kommen auch noch Initial Exchange Offerings (IEOs) hinzu.

    Angesagt

    Smart Ledgers und Autonomous Agents auf der Blockchain – Troels Frimodt Rønnow von Fetch.AI im Interview
    Interview

    Das Projekt Fetch.AI beschreibt sich selbst als dezentrale digitale Welt.

    Krypto- und traditionelle Märkte – Bitcoin trotz Dump weiter an der Spitze
    Märkte

    Auch nach dem Kurseinbruch vom 17. Mai liegt Bitcoins Performance deutlich über der der Vergleichsassets.

    BTC-ECHO-Newsflash: Die Top Bitcoin- und Blockchain-News der Woche
    Krypto

    Im laufenden Jahr gab es kaum eine Woche, in der die Bitcoin-Kurs-Achterbahn so umtriebig war wie in der vergangenen.

    Bitcoin-Börse Bitfinex: LEO Token bereits ab Montag verfügbar
    Altcoins

    Der Utility Token der Bitcoin-Börse Bitfinex wird ab dem kommenden Montag verfügbar sein.

    ×

    Der Kryptokompass Mai 19

    Aktuelle Ausgabe inkl. STO Guide kostenlos testen

    NEU: Aktuelle Mai Ausgabe gratis testen inkl. STO-Guide