Klartext zum vermeintlichen Satoshi Nakamoto: Craig Wright und das Bitcoin Copyright

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Am 11. und 13. April 2019 reichte Craig Wright beim United State Copyright Office zwei Copyright-Registrierungen ein. Damit möchte der mutmaßliche Satoshi Nakamoto sowohl das Bitcoin White Paper als auch den Code, der hinter Bitcoin steht, schützen. Was bedeutet das für Bitcoin? 

Craig Wright gibt nicht auf: Nachdem der Chief Scientist von NChain verschiedene Patente anmeldete und mit Gerichtsdrohungen um sich warf, kommt nun ein weiteres Kapitel in der Dramedy um den mutmaßlichen Erfinder von Bitcoin. Jetzt reichte Wright zwei Copyright-Registrierungen beim United State Copyright Office ein. Eines davon betrifft das Bitcoin White Paper, eines den Code, der hinter Bitcoin selbst liegt. Mit diesen Copyright-Registrierungen möchte Craig Wright nicht einfach die Autorenschaft für beides beanspruchen, sondern vor allem jegliche Nutzung dritter ihm nicht genehmer Parteien ausschließen.


Das alleine führte dazu, dass der Kurs von Bitcoin SV, eine an verschiedenen Börsen nicht mehr gelistete Hard Fork Bitcoins, einen absurden Pump erfuhr. Ebenso sind die Freunde der „wahren Vision“ von Satoshi nun einhellig der Meinung, dass mit einer behördlichen Eintragung jemand nachweisen könne, dass er Satoshi Nakamoto sei.

Craig Wright möchte damit natürlich ein Fanal erreichen: Ohne einen (anderen) Satoshi Nakamoto, der ihn eindeutig widerlegen könne, wäre er damit staatlich als Erfinder Bitcoins registriert.

Kann man Craig Wright vertrauen?

Thousand Wrongs does not make one Wright, um es etwas spitz zu fassen. Jameson Lopp hatte nicht nur einen ähnlichen Kalauer gerissen, sondern im Bitcoin Magazine viel Kontroverses über Craig Wright zusammengestellt. Jedem in der Krypto-Szene sei empfohlen, sich mit den Vorwürfen zu befassen, hier können wir nur auf einen Bruchteil davon eingehen.

Ganz davon abgesehen, dass Bitcoin SV eben nicht der ersten Version des Codes von Satoshi Nakamoto entspricht. Man sucht in dem Quellcode von Bitcoin SV jedenfalls Bitcoin Atoms (Urcode von Satoshi Nakamoto) vergeblich. Dank der Wayback Machine ist nachweisbar, dass er zwischen dem 2. Juni 2014 und dem 3. Oktober 2015 in einen Blog Post vom 26. August 2008 einen Hinweis an eine angebliche Arbeit an einem Cryptocurrency Paper (sic!) nachträglich einpflegte.

Das wären Details. Doch was ist von einer Person zu halten, die ihr (angeblich) eigenes Werk korrumpiert, ad absurdum führt und die damit zusammenhängende Ideologie betrügt? Denn genau das wäre die Lizenzierung einer Kryptowährung, die ursprünglich dem Motto „be your own bank“ (wenn auch nie so von Satoshi Nakamoto gesagt) folgen wollte. Die Stöcke, die ein Craig Wright der Entwicklung einer anderen Vision Bitcoins zwischen die Beine werfen möchte, stehen im krassen Gegensatz zu der Diskursoffenheit und Transparenz eines Satoshi Nakamotos, wie man sie in den Diskussionen auf der Cryptography Mailing List sehen durfte. Ebenso steht sie in einem absurden Widerspruch zur Open-Source-Kultur, die einen Großteil der Krypto-Szene ausmacht. Aus dem Basar des Altcoin-Ökosystems soll eine Kathedrale seines Egos werden.

Nur weil Craig Wright ein Formular bei einer amerikanischen Behörde ausgefüllt hat, beweist dies noch lange nichts. Schließlich findet keine Prüfung auf Wahrheitsgehalt seitens der Behörde statt. Entsprechend sollte man der Profilneurose von Craig Wright nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken.

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