Craig Wright, Klartext zum vermeintlichen Satoshi Nakamoto: Craig Wright und das Bitcoin Copyright

Quelle: Shutterstock

Klartext zum vermeintlichen Satoshi Nakamoto: Craig Wright und das Bitcoin Copyright

Am 11. und 13. April 2019 reichte Craig Wright beim United State Copyright Office zwei Copyright-Registrierungen ein. Damit möchte der mutmaßliche Satoshi Nakamoto sowohl das Bitcoin White Paper als auch den Code, der hinter Bitcoin steht, schützen. Was bedeutet das für Bitcoin? 

Craig Wright gibt nicht auf: Nachdem der Chief Scientist von NChain verschiedene Patente anmeldete und mit Gerichtsdrohungen um sich warf, kommt nun ein weiteres Kapitel in der Dramedy um den mutmaßlichen Erfinder von Bitcoin. Jetzt reichte Wright zwei Copyright-Registrierungen beim United State Copyright Office ein. Eines davon betrifft das Bitcoin White Paper, eines den Code, der hinter Bitcoin selbst liegt. Mit diesen Copyright-Registrierungen möchte Craig Wright nicht einfach die Autorenschaft für beides beanspruchen, sondern vor allem jegliche Nutzung dritter ihm nicht genehmer Parteien ausschließen.

Das alleine führte dazu, dass der Kurs von Bitcoin SV, eine an verschiedenen Börsen nicht mehr gelistete Hard Fork Bitcoins, einen absurden Pump erfuhr. Ebenso sind die Freunde der „wahren Vision“ von Satoshi nun einhellig der Meinung, dass mit einer behördlichen Eintragung jemand nachweisen könne, dass er Satoshi Nakamoto sei.

Craig Wright möchte damit natürlich ein Fanal erreichen: Ohne einen (anderen) Satoshi Nakamoto, der ihn eindeutig widerlegen könne, wäre er damit staatlich als Erfinder Bitcoins registriert.

Kann man Craig Wright vertrauen?

Thousand Wrongs does not make one Wright, um es etwas spitz zu fassen. Jameson Lopp hatte nicht nur einen ähnlichen Kalauer gerissen, sondern im Bitcoin Magazine viel Kontroverses über Craig Wright zusammengestellt. Jedem in der Krypto-Szene sei empfohlen, sich mit den Vorwürfen zu befassen, hier können wir nur auf einen Bruchteil davon eingehen.


Craig Wright, Klartext zum vermeintlichen Satoshi Nakamoto: Craig Wright und das Bitcoin Copyright
[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf Plus500 handeln. Warum Plus500? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies).

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Ganz davon abgesehen, dass Bitcoin SV eben nicht der ersten Version des Codes von Satoshi Nakamoto entspricht. Man sucht in dem Quellcode von Bitcoin SV jedenfalls Bitcoin Atoms (Urcode von Satoshi Nakamoto) vergeblich. Dank der Wayback Machine ist nachweisbar, dass er zwischen dem 2. Juni 2014 und dem 3. Oktober 2015 in einen Blog Post vom 26. August 2008 einen Hinweis an eine angebliche Arbeit an einem Cryptocurrency Paper (sic!) nachträglich einpflegte.

Das wären Details. Doch was ist von einer Person zu halten, die ihr (angeblich) eigenes Werk korrumpiert, ad absurdum führt und die damit zusammenhängende Ideologie betrügt? Denn genau das wäre die Lizenzierung einer Kryptowährung, die ursprünglich dem Motto „be your own bank“ (wenn auch nie so von Satoshi Nakamoto gesagt) folgen wollte. Die Stöcke, die ein Craig Wright der Entwicklung einer anderen Vision Bitcoins zwischen die Beine werfen möchte, stehen im krassen Gegensatz zu der Diskursoffenheit und Transparenz eines Satoshi Nakamotos, wie man sie in den Diskussionen auf der Cryptography Mailing List sehen durfte. Ebenso steht sie in einem absurden Widerspruch zur Open-Source-Kultur, die einen Großteil der Krypto-Szene ausmacht. Aus dem Basar des Altcoin-Ökosystems soll eine Kathedrale seines Egos werden.

Nur weil Craig Wright ein Formular bei einer amerikanischen Behörde ausgefüllt hat, beweist dies noch lange nichts. Schließlich findet keine Prüfung auf Wahrheitsgehalt seitens der Behörde statt. Entsprechend sollte man der Profilneurose von Craig Wright nicht zu viel Aufmerksamkeit schenken.

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Craig Wright, Klartext zum vermeintlichen Satoshi Nakamoto: Craig Wright und das Bitcoin Copyright
Offene Wallet für offenes Web: Brave 1.0 soll das Internet retten
Altcoins

Brave bringt eine neue Browser-Version heraus. Mit Brave 1.0 können zukünftig auch Nutzer von iPhone und iPad auf den Browser zugreifen, der Datenschutz und Privatsphäre verspricht. Der Ansatz von Brave könnte das Internet grundlegend verändern: Mit einem eigenen Token (BAT) können Benutzer über die Plattform Brave Rewards für Inhalte spenden – und im Gegenzug BAT für angezeigte Werbeinhalte erhalten.

Craig Wright, Klartext zum vermeintlichen Satoshi Nakamoto: Craig Wright und das Bitcoin Copyright
Anti-Bitcoin: Chinas Blockchain-Pläne im digitalen Wettrüsten
Kommentar

Eine Regionalzeitung in China titelt „Bitcoin – die erste erfolgreiche Anwendung der Blockchain-Technologie“. Was auf den ersten Blick wie ein Aufklärungs-Artikel zur dezentralen Kryptowährung wirkt, entpuppt sich auf den zweiten Blick als Propaganda-Werkzeug für den digitalen Yuan.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Craig Wright, Klartext zum vermeintlichen Satoshi Nakamoto: Craig Wright und das Bitcoin Copyright
Ethereum: ERC-721 Token auf dem Vormarsch
Altcoins

Der aktuelle Report der Krypto-Datenanalysefirma Coinmetrics widmet sich ausführlich der Ethereum Blockchain und dem damit verbundenen Ökosystem. Die Analysten stellen dabei unter anderem fest, dass Ethereum Token der Kryptowährung Ether hinsichtlich der Martkkapitalisierung zunehmend den Rang ablaufen. Vor allem der Token-Standard für digitale Unikate, ERC-721, erfreut sich laut Coinmetric wachsender Beliebtheit. 

Craig Wright, Klartext zum vermeintlichen Satoshi Nakamoto: Craig Wright und das Bitcoin Copyright
Blockchain wird in der Lebensmittelindustrie unverzichtbar
Blockchain

Über die Blockchain-Technologie haben wir nun schon mehr als einmal berichtet. Auch im Zusammenhang mit dem Tracking von Produkten hat die Blockchain schon viele Fans gefunden. Zu den getrackten Produkten gehört nicht nur die weltweit bekannte Brause Coca Cola. Sondern auch Tulpen, Wein und Ähnliches ist bereits virtuell über die Blockchain gelaufen. Jetzt kommt auch verifiziertes Rindfleisch aus den USA nach Japan – klar, mit der Blockchain!

Craig Wright, Klartext zum vermeintlichen Satoshi Nakamoto: Craig Wright und das Bitcoin Copyright
OneConnect will an die Wall Street – und kehrt Hongkong den Rücken  
Invest

Das chinesische Fintech OneConnect plant den Börsengang in den USA. Einen entsprechenden Listungsantrag hat das Unternehmen bei der US-Wertpapierbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) eingereicht. Ursprünglich sollten die Anteile des AI- und Blockchain-Dienstleisters in Hongkong gehandelt werden.

Craig Wright, Klartext zum vermeintlichen Satoshi Nakamoto: Craig Wright und das Bitcoin Copyright
Offene Wallet für offenes Web: Brave 1.0 soll das Internet retten
Altcoins

Brave bringt eine neue Browser-Version heraus. Mit Brave 1.0 können zukünftig auch Nutzer von iPhone und iPad auf den Browser zugreifen, der Datenschutz und Privatsphäre verspricht. Der Ansatz von Brave könnte das Internet grundlegend verändern: Mit einem eigenen Token (BAT) können Benutzer über die Plattform Brave Rewards für Inhalte spenden – und im Gegenzug BAT für angezeigte Werbeinhalte erhalten.

Angesagt

xx Coin: David Chaum kündigt Coin für quantensicheres Netzwerk an
Sicherheit

Der Kryptographie-Pionier David Chaum hat den XX Coin angekündigt. Dieser soll auf dem xx-Netzwerk laufen, das unter anderem eine quantensichere Sicherheits- und Privatsphäre-Umgebung bietet.

SAP und EY unterstützen Ethereum-basierte Weinplattform
Blockchain

Track ALL the things! Getreu diesem Motto startete ein Unternehmen aus Singapur jüngst einen blockchainbasierten Marktplatz für Wein. Eine derartige Plattform ist heutzutage bei weitem kein Einzelfall mehr. Ob Trinken oder Essen, ob mit oder ohne Alkohol, immer mehr Unternehmen beginnen, die inhärenten Vorteile der Blockchain-Technologie zu nutzen.

CashOnLedger im Interview: „Wir haben den Euro auf die Blockchain gebracht“
Blockchain

Oftmals fehlt es noch an Schnittstellen, um die traditionelle Bankenwelt mit der Krypto-Ökonomie zu verbinden. Genau dies möchten die Gründer von CashOnLedger ändern und haben eine Art Tokenisierungsschnittstelle zwischen Bankkonto und Wallet entwickelt. Wie der Euro auf der Blockchain funktioniert und welche Hürden noch genommen werden müssen, haben uns Serkan Katilmis und Maximilian Forster von CashOnLedger im Interview verraten.

Telegram schießt zurück: SEC betreibe „Ad-hoc“-Justiz
Altcoins

Im Rechtsstreit zwischen dem Messaging-Anbieter Telegram und der US-amerikanischen Securities and Exchange Commission (SEC) hat Telegram nun seinerseits Vorwürfe gegen die SEC erhoben. Telegram unterstellt der SEC unter anderem, es versäumt zu haben, hinreichende Klarheit darüber zu schaffen, wie digitale Assets wie Kryptowährungen zu klassifizieren sind. Dabei führt Telegram auch Aussagen an, die von KommissarInnen der SEC selbst stammen.