Goldman-Sachs-CEO Blankfein offen für Kryptowährungen

Der Geschäftsführer von Goldman Sachs Lloyd Blankfein sieht großes Potential für die Zukunft von Kryptowährungen. Dies betonte der Direktor der Investmentbank an diesem Donnerstag gegenüber dem amerikanischen Wirtschaftsnachrichtensender Bloomberg. Platzhirsch Bitcoin erfülle ihn derzeit jedoch nach wie vor mit Unbehagen.



Das Sustainable Finance Innovation Forum seiner Bank nutzte Lloyd Blankfein in dieser Woche, um Licht in seine Zurückhaltung gegenüber Bitcoin zu bringen:

Im Interview mit Bloomberg betonte der 63-jährige, Bitcoin erfülle ihn mit dem üblichen Maß Unwohlsein, das in der Vergangenheit mehrere technische Neuerung mit sich gebracht hätten. Dennoch habe er gelernt, dass viele dieser Dinge sich ausgezeichnet hätten, auch trotz seiner anfänglichen Ablehnung. So relativierte er seine ablehnende Haltung und führte stattdessen auf die Frage nach möglichen Bitcoin-Börsengeschäften weiter aus:

„Vielleicht wird in der neuen Welt etwas [der Wert von Finanzen] stärker vom Konsens bestimmt. Sollten wir in die Zukunft gehen und Bitcoin wäre erfolgreich, könnte man [ich] es mit einer natürlichen Evolution von Geld erklären.“

Er sei zwar nicht bereit zu investieren, wolle aber der Idee nicht den Rücken kehren. Deshalb zeige er sich weiter offen für Kryptowährungen, so Blankfein.

Goldman Sachs als Game-Changer?

Die US-amerikanische CME Group, eine der weltgrößten Optionsbörsen und die größte Terminbörse der Welt, hatte in dieser Woche angekündigt, ihr Geschäft auf den Krypto-Sektor ausweiten zu wollen.

Goldman Sachs werde dennoch zunächst nicht nachziehen, dies ergeben Blankfeins Äußerungen im Interview. Eine grundsätzliche Absage scheint jedoch in weiter Ferne. Erst im Oktober hatte die Bank gegenüber dem Wall Street Journal angegeben, man spiele mit dem Gedanken sich für Kryptowährungen zu öffnen.

Das weltweit tätige Investmentbankingunternehmen mit Sitz in New York ist hauptsächlich als Finanzdienstleister für Großunternehmen und institutionelle Investoren tätig. Damit käme der Bank eine wegweisende Rolle bei der Öffnung für zukünftig mögliche Krypto-Geschäftsfelder zu. Ein Einstieg von Goldman Sachs wäre als regelrechter Game-Changer zu bewerten.

Auf vorgetretenen Pfaden

Mit den Einschätzungen Blankfeins bestätigt sich der Trend der letzten Monate: Während der Bitcoin-Kurs explosionsartig entgegen vielerlei Pessimismus in die Höhe schießt, machen das große Geld und die konventionellen Banken einen Bogen um Bitcoin.

Zudem scheint die Liste namhafter Bitcoin-Skeptiker beinahe täglich zu wachsen. Nachdem JPMorgan-Chase-CEO Jamie Dimon  im September Bitcoin des „Betrugs“ bezichtigt hatte, drehten zahlreiche namhafte Wirtschaftspersönlichkeiten der Kryptowährung die kalte Schulter zu. So sprach etwa der Harvard-Professor und Ex-IWF-Chefvolkswirt Kenneth Rogoff im letzten Monat von einer Bitcoin-Blase, Saudi-Prinz und Großinvestor Al-Walid verglich Bitcoin mit dem Betrüger-Konzern Enron.

Indes nehmen dennoch immer mehr Finanzbehörden und Zentralbanken die Marktbedeutung von Kryptowährungen wahr. Im Gegenzug zu den lauten Skeptiker-Stimmen rief etwa IWF-Chefin Christine Lagarde im letzten Monat Zentralbanken dazu auf, Krypto-Geld ernstzunehmen.

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Über David Barkhausen

David BarkhausenDavid Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben und berichtetet. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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