Ex-IWF-Ökonom Kenneth Rogoff: Die Bitcoin-Blase wird platzen

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Der Ex-IWF-Ökonom Kenneth Rogoff ist sich sicher: Der Bitcoin-Markt ist eine Blase und wird in sich zusammenfallen, andere Kryptowährungen jedoch würden gedeihen und die Zukunft des Finanzwesens bestimmen. Dies ist die Quintessenz eines Leitartikel des Harvard-Professors, der in dieser Woche im britischen Guardian erschienen ist. Damit wächst die Liste prominenter Bitcoin-Skeptiker um einen weiteren Namen.

Sind Kryptowährungen die unangefochtene Zukunft des digitalen Finanzwesens oder handelt sich im Angesicht schwindelerregender Währungskurse vielleicht doch nur um die nächste Tulpe?


Diese Frage beantwortete der ehemalige Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF) Kenneth Rogoff in dieser Woche mit einer missmutigen Prognose. Sein Blick in die Zukunft prophezeit: Beim Bitcoin-Kurs handelt es sich um eine Blase, die kollabieren wird. Eine Absage an Kryptowährungen per se sei dies jedoch nicht, vielmehr würde die Technologie „auf lange gedeihen“, bestätigt Rogoff die Ansicht der derzeitigen IWF-Direktorin Christine Lagarde. Der andauernde Kurssprint würde ein Ende finden, Bitcoin selbst als Währung abgelöst werden.

Nachdem JPMorgan Chase CEO Jamie Dimon den Bitcoin-Kurs mit seiner Betrugsanschuldigung im September bereits auf Talfahrt geschickt hatte, malt damit nun eine weitere namhafte Stimme aus der Wirtschaft ein düsteres Zukunftsbild für die Quasi-Leitwährung.

Regulierung schreckt Investoren ab

Die pessimistischen Aussichten für Bitcoin sieht Rogoff einfach begründet: Regierungen könnten und würden nicht zulassen, dass Währungen dezentraler Anbieter ohne öffentliche Kontrolle die Zukunft des Finanzwesen bestimmen und gleichzeitig Steuerbetrug und Geldwäsche katalysieren. Über kurz oder lang werde Bitcoin damit das Schicksal aller Währungen ereilen, so Rogoffs Blick in die Glaskugel. Und dies sei die Unterstellung staatlicher Autorität.

Nach Ansicht Rogoffs liegt hierin das Ende der Attraktivität von Bitcoin: Durch bevorstehende Regulierungsanstrengungen würde langfristig das Spekulationsinteresse von Investoren abgehalten und der Markt gedämpft. Er analysiert: Entfällt die Fast-Anonymität und Befreiung staatlicher Kontrolle, so gilt dies auch für die Rechtfertigung immer neuer Preisgipfel.

Dies sieht er weiterhin in der bereits bestehenden Dichte alternativer Coins und der möglichen Entwicklung neuer zentralbanklich regulierter Kryptowährungen, die Bitcoin die Daseinsberechtigung und Alleinstellung entzögen. Ein Ende der Kurshöhen sei damit vorauszusehen.

Während sich regulatorische Antworten staatlicher Seite etwa aus Russland bereits abzeichnen und sich damit eine solche flächendeckende Regierungskontrolle ankündigt, zielen andere Länder darauf, die Potentiale von Bitcoin zu nutzen. Dies sieht der 64-Jährige kritisch. Entsprechende Vorstöße Japans, die Bitcoin als offizielle Währung anerkennen, bewertet Rogoff als Gefahr möglicher Steueroasen und sicherer Häfen für die Kriminalitätsfinanzierung.

Derweil floriert der Handel mit Bitcoin und hat sich, nachdem der Kurs aufgrund Jamie Dimons Äußerungen und besonders verstärkter Regulierung Chinas im September jäh gefallen war, bestens erholt. So erreicht der Wechselkurs am Montag, den 10.10.2017, ein Monatshoch von 4.638,07 US-Dollar. Damit ist die Währung seit Beginn des Jahres um 365 % im Wert gestiegen.

Kenneth Rogoff ist seit 1999 Professor an der Harvard University. Von 2001 bis 2003 war er Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF).

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