Solana ist am Mittwochmorgen nur knapp an einer schweren Netzwerkstörung vorbeigeschrammt. Durch einen Routing-Fehler beim Infrastrukturprovider Teraswitch gingen zeitweise 28,83 Prozent aller gestakten SOL offline. Damit näherte sich das Netzwerk gefährlich der kritischen Schwelle von 33,34 Prozent, ab der keine Transaktionen mehr finalisiert werden können.
Finalität bezeichnet den Zeitpunkt, ab dem eine Blockchain-Transaktion als unumkehrbar gilt. Laut der Staking-Plattform Marinade fehlten Solana während des Vorfalls nur noch rund 20 Millionen SOL bis zu einem möglichen Stillstand.
Rund 90 Validatoren waren betroffen und verloren zusammen etwa 333 SOL an Staking-Rewards. Diese Verluste sollen über sogenannte Validator Bonds ausgeglichen werden. Für einen tatsächlichen Netzwerkstillstand gäbe es einen solchen Schutz jedoch nicht. Marinade erinnert in diesem Zusammenhang an den Solana-Ausfall im Februar 2024, bei dem der Neustart rund fünf Stunden dauerte.
Vorfall legt Konzentrationsrisiko offen
Auslöser des jüngsten Vorfalls war eine fehlerhafte Internetroute aus einer Teraswitch-Einrichtung in Miami. Der Fehler breitete sich auf Rechenzentren in Europa und Asien aus und kappte die Verbindung von Validatoren unter anderem in London, Amsterdam, Frankfurt, Singapur und Tokio. Nach rund zehn Minuten war die Ursache behoben, insgesamt blieben viele Validatoren jedoch etwa 33 Minuten offline.
Brisant ist vor allem die starke Konzentration der Infrastruktur. Das autonome System AS20326 beherbergte mehr als ein Viertel des gesamten gestakten SOL und lag damit über der von Solana vorgesehenen Grenze von 25 Prozent. Fast der gesamte dort angesiedelte Stake ging gleichzeitig offline. Bei anderen Anbietern fielen zusätzlich rund 14 Millionen SOL aus.
Auch die Backup-Systeme vieler Validatoren versagten. Zahlreiche Knoten blieben während des gesamten Vorfalls offline, darunter auch Helius, einer der größten Validatoren im Netzwerk. Solana blieb zwar funktionsfähig. Der Vorfall zeigt jedoch, dass eine große Zahl an Validatoren allein keine ausreichende Dezentralisierung garantiert, wenn viele von ihnen von denselben Rechenzentren und Netzwerkanbietern abhängig sind.
Zuletzte sorgte das Krypto-Projekt für Schlagzeilen, nachdem Zahlungsdienstleister MoneyGram bekanntgegeben hatte, seinen Bargeld-zu-Krypto-Service Ramps auf die Solana-Blockchain zu bringen.
