Gegen Kinderarbeit: Londoner Blockchain-Start-up will mit BMW kooperieren

Quelle: NETHERLANDS - SEPTEMBER 22, 2014: Parked BMW with recognisable round logo on September 22, 2014 in the Netherlands. The BMW logo evolved from the logo of aircraft engine manufacturer Rapp. via Shutterstock

Gegen Kinderarbeit: Londoner Blockchain-Start-up will mit BMW kooperieren

Die Ankündigungen über Kooperationen zwischen namhaften Autoproduzenten und Unternehmen aus dem Blockchain-Bereich haben sich in letzter Zeit gehäuft. So soll BMW innerhalb einer Woche bereits mit zwei Blockchain-Start-ups kooperieren wollen. Interessant sind dabei die Gründe auf beiden Seiten.

Vor einer Woche wurde bekannt gegeben, dass BMW mit VEChain kooperiert. Genauere Informationen lassen bislang zwar auf sich warten. Das hindert den Münchner Autohersteller scheinbar nicht daran, direkt die nächste Kooperation im Blockchain-Bereich einzugehen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters am Montag mitteilte, will das Londoner Blockchain-Start-up Circulor mit BMW an einem Pilotprojekt für die Rückverfolgung von Kobalt zusammenarbeiten.

Blockchain gegen Kinderarbeit

Kobalt stammt überwiegend aus der vom Krieg zerrütteten Demokratischen Republik Kongo. Laut Reuters gehe die Beschaffung des Metalls mit Kinderarbeit und unzureichend geschütztem Kleinbergbau einher. Die Zusammenarbeit mit Circulor soll verhindern, dass BMW Kobalt aus diesen Abbaubedingungen nicht für seine Autoherstellung verwendet. Stattdessen soll Kobalt nur noch aus Regionen verwendet werden, die ethisch vertretbare Arbeitsbedingungen bieten. Die Blockchain soll dazu genutzt werden, diese Gebiete zu kartografieren und den Lieferweg zu verfolgen. Der Pilot zeige, dass es möglich sei, sauberem Kobalt einen Barcode zu geben und die Zwischenstationen seiner Reise zu einem unveränderlichen Ledger mit Blockchain-Technologie hinzuzufügen, sagte Circulor-CEO Johnson-Poensgen. Bislang ist eine Stellungnahme des Autoherstellers ausgeblieben, es bleibt also vorerst abzuwarten, inwiefern dieses Pilotprojekt umgesetzt wird.

Meldungen zu Kooperationen zwischen Autoherstellern und Blockchain-Unternehmen häufen sich in der letzten Zeit. So liegen Berichte über die Zusammenarbeit von Porsche und Xain noch nicht weit zurück. Die Kooperationspartner geben neben der Förderung von Innovationen und der Senkung von Kosten häufig auch ethische Gründe für Ihre Entscheidungen an. Teilweise darf aber auch vermutet werden, dass man sich auch einen vorteilhaften Nebeneffekt für die Marketingabteilungen der Autohersteller bzw. für das Marktkapital der Start-ups erhofft. Große (Auto-)Namen auf der einen Seite und innovatives Blockchain-Image auf der anderen Seite mögen hier wohl auch eine Rolle spielen.

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