Faires Gold dank Blockchain – Kenianisches Tech-Unternehmen startet Bergbau-Plattform

David Barkhausen

von David Barkhausen

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David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Quelle: Shutterstock

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Das kenianische Tech-Unternehmen Sawa Minerals feiert in dieser Woche den Startschuss seiner gleichnamigen Bergbau-Plattform. Mithilfe der Blockchain-Technologie soll diese für faire Arbeitsbedingungen in der Mineralindustrie sorgen. Derweil wagen Vertreter gleichsam problemgeplagter Branchen, etwa im Kaffeeanbau, ähnliche Versuche, die Technologie in ihren Lieferketten zu nutzen. 

Der Artikel wurde zuletzt aktualisiert am 26. Mai 2019 05:05 Uhr von Tanja Giese

Die Arbeiter in den Goldminen Westafrikas ächzen unter einem schweren Schicksal. Die Bodenschätze ihrer Heimat sind auf den weltweiten Märkten so begehrt wie eh und je. Die Arbeitsbedingungen in den Minenschächten sind jedoch grausam. Kinderarbeit, Hungerlöhne und andere Formen moderner Sklaverei sind an der Tagesordnung.

Ändern will dies das Start-up Sawa Minerals. Wie das kenianische Tech-Unternehmen in dieser Woche in einer Pressemitteilung verkündet, feiert es den Startschuss seiner gleichnamigen Blockchain-Plattform. Diese soll künftig die Liefer- und Wertschöpfungsketten in der Mineralindustrie absichern.


Damit will das Start-up einerseits gegenüber Käufern von seltenen Mineralen wie Gold sicherstellen, dass Bergleute im Land fairen Arbeitsbedingungen unterliegen. Andererseits will Sawa Minerals zudem gewährleisten, dass die strengen, aber selten eingehaltenen Regularien im afrikanischen Minenbetrieb ernst genommen werden.

Kali Angwa, Mitgründer des Unternehmens, wirbt beim offiziellen Launch in Nairobi für die Möglichkeiten der Plattform. Sein Unternehmen sei bestrebt, ein globales Ökosystem für ethnischen Bergbau zu schaffen, „das frei von Kinderarbeit ist, in dem die Bergleute unter sicheren Bedingungen arbeiten und ein lebenserhaltendes Einkommen erzielen.“
Ein solcher Schritt sei wegweisend, da besonders der handwerkliche Bergbau in Kleinminen ein bedeutender Zulieferer für die „wichtigsten Sektoren der Weltwirtschaft etwa für das Bauwesen, Schmuck und die Elektronik“ sei, so Angwa.

Kobalt, Gold, Silber: Der Weltmarkt reißt sich um seltene Metalle

Weltweit steigt die Nachfrage seltener Metalle stetig. Denn von Smartphones über Tablets, Laptops und Fernsehern sind in nahezu jedem technischen Gerät Bodenschätze wie Kobalt, Gold oder Silber verbaut. Das Problem: Die wertvollen Materialien schlummern zumeist tief im Boden und werden dort oft unter unmenschlichen Bedingungen abgebaut.

Zertifizierungsregime für Lieferketten wie die internationalen Initiative für Lieferkettensicherheit in der Mineralindustrie ITSCI sollen dies ändern, werden allerdings von der Industrie als zu teuer abgelehnt. Blockchain-Unternehmen wie Sawa Minerals wollen hier in Zukunft Abhilfe schaffen.

Konkrete technische Details, wie die Plattform die Lieferketten zwischen Bergleuten und Käufern künftig überprüfen soll, ließ das Unternehmen bisweilen offen. Anzunehmen ist jedoch, dass sich Sawa Minerals Inspiration bei ähnlichen derzeit weltweit laufenden Blockchain-Vorstößen gesucht hat.

Problembranchen setzen auf Blockchain-Lieferketten

Im ebenfalls westafrikanischen Ruanda etwa berät man derzeit den Einsatz einer Blockchain-Plattform für den Abbau des Metalls Tantal. Wie die ortsansässige Zeitung The New Times berichtet, arbeitet das britische Blockchain Start-up Circulor derzeit an einer Distributed-Ledger-Lösung, um die Lieferketten des Minerals verlässlich nachvollziehen zu können. Mit Unternehmen der Kaffee-, Diamanten- oder Kakaobranche gehen derzeit zudem weitere, ebenfalls problemgeplagte Industrien ähnliche Wege und setzen ihrerseits auf Blockchain-Technologien in ihren Lieferketten.


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