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Kostendruck in der Mineralindustrie – Blockchain als Antwort?

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 4 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

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Quelle: Shutterstock

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Es ist eine Zwickmühle für die Mineralindustrie Afrikas. Eigentlich sind die von ihr geförderten Metalle extrem gefragt, etwa für die Produktion von Smartphones. Wollen Minenbetreiber die Bodenschätze ihrer Heimat jedoch erfolgreich auf den internationalen Märkten vertreiben, braucht es gesetzlich die Garantie sicherer Lieferketten. Die Bedingungen solcher Zertifikate wie der ITSCI werden jedoch immer teurer; so teuer, dass erste Minenbetreiber aus dem Verfahren aussteigen und damit nicht nur sicheren Abbau, sondern ihr Geschäft selbst gefährden. Blockchain-Technologien könnten einen Ausweg aus dieser scheinbaren Einbahnstraße darstellen.

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Der Minenbetreibern des Kongo reicht es – zwar ist das Land im Herzen Afrikas eines der an Bodenschätzen reichsten Gebiete der Erde und seine Rohstoffe international heiß begehrt. Der Kostendruck scheint der Mineralindustrie jedoch keine Wahl zu lassen: Wie Reuters in dieser Woche berichtet, will SMB, der größte Produzent des Handy-Metalls Coltan im Kongo, aus dem internationalen Initiative für Lieferkettensicherheit in der Mineralindustrie ITSCI aussteigen. Die Begründung: Die Bedingungen der Zertifikate seien zu teuer.

So beklagt der Bergbau-Riese in einem Brief gegenüber dem Ministerium für Minen, man habe „keine andere Chance, als seine Geschäftsbeziehung mit ITSCI zu beenden“, weil man die „immer höheren“ Kosten nicht mehr tragen könne.


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Dabei steigt der Bedarf kongolesischer Metalle stetig. Denn von Smartphones über Tablets, Laptops und Fernsehern braucht nahezu jedes unserer technischen Geräte seltene Minerale wie Kobalt oder Silber, um zu funktionieren. Das Problem: in Erzen verpackt schlummern die wertvollen Materialien zumeist tief im Boden und werden dort oft unter unmenschlichen Bedingungen abgebaut. Zertifizierungsregime für Lieferketten wie ITSCI sollen dies ändern.

Die 2010 ins Leben gerufene Initiative soll Großkunden wie Microsoft, Intel und Boeing garantieren, dass die abgebauten Minerale frei von Konflikten, Menschenrechtsverletzungen oder Kinderarbeit sind.

Das Problem: Kostendruck

Einziger Haken: Die Lieferketten zu überwachen verursacht enorme Kosten. Bereits seit längerem protestieren deswegen auch die Nachbarn des Kongo, Burundi, Uganda und Ruanda gegen den hohen Druck, den das Garantieverfahren mit sich bringt.

„Dass ITSCI die Kosten der Rückverfolgung [von Lieferketten] nicht bedenkt, ist für uns eine große Belastung,“

klagt etwa Jean Malic Kalima, Vorsitzender der Rwanda Mining Association.

Doch während die Kostenmisere der afrikanischen Mineralindustrie weiter gängelt, liegen erste Antworten in Ruanda bereits auf dem Tisch. Dort tendieren die Minenbetreiber bereits zu Distributed-Ledger-Technologien (DLT). Start-ups halten kostengünstige Kontrolllösungen bereit.

Die mögliche Lösung: Blockchain-Technologie

Im benachbarten Ruanda etwa ist seit vergangenem Jahr die Anwendung einer Blockchain-Plattfrom für den Abbau des Metalls Tantal im Gespräch. Wie die ortsansässige Zeitung The New Times berichtet, arbeite das britische Blockchain Start-up Circulor derzeit an einer DLT-Lösung, um Lieferketten verlässlich zu prüfen.

So soll es Firmen mithilfe der Plattform künftig möglich sein, ihre Produkte digital zu markieren. Dadurch entfallen manuelle Registrierung und Papierarbeit. Solche Elektronische Markierungen, zusammen mit Gesichtserkennung und Geo-Tags sollen helfen, die Minerale auf ihrer Reise vom Abbaustaub bis in Raffinerien und den Verkauf nachzuverfolgen.

Dabei steht laut Circulor-Geschäftsführer Douglas Johnson-Poensgen neben Sicherheit vor allem im Vordergrund, die „unverhältnismäßigen Kosten“ der Produzenten „dramatisch zu reduzieren.“

Einen weiteren Hoffnungsschimmer hält derzeit zudem das EU-geförderte Start-up Minespider in der Hand. Das in der Schweiz ansässige Unternehmen entwickelt derzeit ebenfalls Blockchain-Software, um die Integrität von Lieferketten zu wahren. Dabei nimmt Minespider besonders Bodenschätze ins Visier. Ziel sei es dabei laut White Paper vor allem, unethische Geschäftspraktiken wie Kinderarbeit und Umweltverschmutzung zu verhindern.

Die Logistikindustrie: Abschauen beim Musterschüler?

Der Einsatz der Blockchain im Bereich von Lieferketten ist jedoch mehr als ein bloßes Gedankenspiel einzelner Firmenneulinge. Davon zeigen erfolgreiche DLT-Piloten aus der Logistikbranche.

Sollten die Mineralproduzenten und ITSCI einen entsprechenden Vorstoß ins Auge fassen, könnten sie sich einerseits auf die Vorarbeit von Größen wie  UPSMaersk oder PIL stützen, welche die globalen Handelswege etwa im Bereich des Container-Transports mit DLT absichern.

Andererseits dürfte sich der Blick über die Schulter des luxemburgischen Diamantenproduzenten De Beerslohnen. Das Unternehmen prüft seit rund einem Jahr wie die Blockchain seine Lieferketten absichern kann. Ziel ist dabei die Gewährleistung der konfliktfreie Herkunft seiner Diamanten.

Das Fazit: Abwarten

Ob ein entsprechender Vorstoß der Mineralindustrie jedoch überhaupt zustande kommt, kann derzeit als fraglich betrachtet werden. Zu groß ist der Druck der zumeist amerikanischen Käufer, die auf Zertifikate wie das ITSCI-Siegel pochen. Sollte das Zertifikat der Branche jedoch weiterhin die Wirtschaftlichkeit und damit den Boden unter den Füßen nehmen, dürfte ein Umdenken der Industrie jedoch unausweichlich werden.


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