Blutdiamanten adé: Diamantenproduzenten wollen Lieferkette auf Blockchain speichern
tracr, Blutdiamanten adé: Diamantenproduzenten wollen Lieferkette auf Blockchain speichern

Blutdiamanten adé: Diamantenproduzenten wollen Lieferkette auf Blockchain speichern

Alrosa, der zweitgrößte Diamantenproduzent der Welt, steigt in die Testphase für den Blockchain-Tracker „Tracr“ ein. Damit will das russische Unternehmen nachweisen, dass die Edelsteine unter ethischen Bedingungen produziert wurden.

Es ist eine ungewöhnliche Partnerschaft unter Konkurrenten. Wie Alrosa am vergangenen Montag, dem 29. Oktober, mitteilte, kooperiert das Unternehmen mit der De Beers Group aus Belgien, um dessen Tracking-Plattform Tracr nutzen zu können. Alrosa möchte Kunden damit Garantien an die Hand geben, dass gekaufte Edelsteine authentisch sind und unter fairen Bedingungen produziert wurden.

Sergey Ivanov, CEO von Alrosa, erklärt dazu:

„Die Nachverfolgbarkeit ist der Schlüssel zur weiteren Entwicklung unseres Marktes. Sie trägt dazu bei, das Vertrauen der Verbraucher zu stärken und Informationslücken zu schließen, damit die Menschen das Produkt ohne Zweifel an ethischen Fragen oder nicht offenbarten Synthetikstoffen [welche den Reinheitsgrad und damit den Wert des Edelsteins verringern würden, Anm. d. Red.] genießen können.“

Schulterschluss zwischen Konkurrenten

Dass Alrosa auf eine Plattform der Konkurrenz zurückgreift, liegt eigenen Angaben zufolge am Potenzial für die gesamte Industrie. Denn je mehr Diamantenproduzenten Wert auf ethische Produktionsbedingungen von Edelsteinen legen, desto stärker profitiert das Image der gesamten Branche. In diese Kerbe schlägt auch das Statement des De-Beers-CEO, Bruce Cleaver:

„Wir freuen uns, dass Alrosa sich dem Tracr-Pilotprojekt angeschlossen hat, da die gemeinsamen Anstrengungen der beiden weltweit führenden Diamantenproduzenten es ermöglichen werden, mehr Diamanten […] auf ihrem Weg von der Mine zum Einzelhandel zu tracken. Ein kritisches Produktionsniveau auf der Plattform wird den Verbrauchern und der Diamantenindustrie erhebliche Vorteile bringen.“


Blutdiamanten adé: Diamantenproduzenten wollen Lieferkette auf Blockchain speichern
[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf Plus500 handeln. Warum Plus500? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies).

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Da sich Tracr aktuell noch in der Testphase befindet, hat Alrosa ferner die Möglichkeit, an der genauen Ausgestaltung der Plattform mitzuwirken.

Klassischer Use Case für die Blockchain

Die Nachvollziehbarkeit von Lieferketten ist eines der großen Anwendungsfelder für die Blockchain-Technologie. Dies gilt insbesondere für Industrien, die den Ruf haben, ihre Produkte unter fragwürdigen Arbeitsbedingungen produzieren zu lassen. Dazu gehört auch die Förderung von Bodenschätzen wie Diamanten.

Typischerweise machen sich die Unternehmen den Umstand zunutze, dass Daten, die einmal auf der Blockchain gespeichert sind, unveränderlich sind. Informationen über die Produktionsbedingungen an allen Enden der Lieferkette sind dementsprechend fälschungssicher und authentisch.

Ein großes Problem der eierlegenden Wollmilchsau „Blockchain im Supply-Chain-Management“ bleibt aber nach wie vor bestehen: Die Daten mögen fälschungssicher auf der Blockchain gespeichert sein. Ob ein Eintrag aber auch faktische Richtigkeit besitzt, muss man anderweitig nachweisen. Es besteht immer die Gefahr des Missbrauchs der Technologie, da bestimmte Daten vor Upload in die Blockchain schon verfälscht sein können.

Tracr hinterlässt trotzdem einen guten Eindruck. Die schiere Menge an Daten, die ins Tracking eines jeden Edelsteins einfließt, sorgt durchaus für ein umfangreiches Bild über den Produktionsweg.

Man darf also gespannt sein, ob Tracr nur eine Imagepolitur oder der ernsthafte Versuch ist, für faire Arbeitsbedingungen in der Diamantenindustrie zu sorgen.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

tracr, Blutdiamanten adé: Diamantenproduzenten wollen Lieferkette auf Blockchain speichern
Alles meins: China will geistiges Eigentum mittels Blockchain schützen
Blockchain

China will alsbald einen digitalen Prototypen testen, mit dessen Hilfe geistiges Eigentum wie Patente vor Diebstahl geschützt werden können. Dabei soll die Blockchain-Technologie zum Einsatz kommen.

tracr, Blutdiamanten adé: Diamantenproduzenten wollen Lieferkette auf Blockchain speichern
NBA-Team vertickt Trikot-Token
Blockchain

Die Blockchain-Technologie erreicht zunehmend Bereiche des Profisports. So auch beim NBA-Team Sacramento Kings. Über eine blockchainbasierte App können Sportbegeisterte künftig die getragenen Artikel ihrer Stars ergattern.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

tracr, Blutdiamanten adé: Diamantenproduzenten wollen Lieferkette auf Blockchain speichern
Größer, besser, Bitcoin SV?
Kolumne

Craig Wright und sein Team versuchen mit aller Gewalt, ihre Vision durchzusetzen. Dabei haben sie den Anspruch, Bitcoin in seiner Reinform zu vertreten. Obendrein will Wright der wahre Satoshi Nakamoto sein. Von Konsens keine Spur. Die Lage am Mittwoch.

tracr, Blutdiamanten adé: Diamantenproduzenten wollen Lieferkette auf Blockchain speichern
Zentralbank Indiens hält an Krypto-Verboten fest
Regulierung

Die Zentralbank Indiens hat ihre ablehnende Haltung gegenüber den Handel mit Kryptowährungen bekräftigt. Zuvor hat die „Internet and Mobile Asssociation of India“ eine Petition eingereicht, in der eine Lockerung der Gesetzgebung gefordert wurde.

tracr, Blutdiamanten adé: Diamantenproduzenten wollen Lieferkette auf Blockchain speichern
Weltwirtschaftsforum in Davos klärt die Zukunft der Blockchain-Technologie
Insights

Die Welt blickt nach Davos. Inmitten der Alpenlandschaft tauscht sich die Elite aus Wirtschaft und Politik auf dem Weltwirtschaftsforum über dringliche Herausforderungen ökonomischer Entwicklungen aus. Auch das Kryptoversum hält Einzug.

tracr, Blutdiamanten adé: Diamantenproduzenten wollen Lieferkette auf Blockchain speichern
Kann Bitcoin seine positive Entwicklung fortsetzen?
Kursanalyse

Nach der jüngsten Kursrallye ist der Bitcoin-Kurs etwas ins Straucheln geraten. Aktuell befindet er sich an einem Scheideweg. Langfristig zeigen die Indikatoren dennoch eine bullishe Entwicklung an.

Angesagt

Putins neuer Ministerpräsident will Steuern für Bitcoin & Co.
Regulierung

Die Krypto-Welt operierte in Russland bislang in einer rechtlichen Grauzone. Eindeutige Rechtsurteile und Bestimmungen stehen noch aus, Bitcoin & Co. haben keinen rechtlich festgeschriebenen Status. Mit Michail Mischustin ernannte Putin jedoch einen erklärten Bitcoin-Gegner zum Ministerpräsident. Was bedeutet dieser Machtwechsel für Russlands Krypto-Branche?

Bitcoin-SV-Kurs pumpt – Hard Fork angekündigt
Märkte

Der Bitcoin-SV-Kurs überzeugt weiterhin mit starken Zuwächsen. Zwar ist er von seinem kürzlich erreichten Allzeithoch wieder etwas abgekommen. In den letzten 24 Stunden legte er dennoch wieder im zweistelligen Prozentbereich zu. Darüber hinaus steht eine Hard Fork im Netzwerk an. Wie sind die Zukunftsaussichten?

FinTech Raiz verwandelt Kleingeld in Bitcoin
Invest

Das Start-up Raiz hat die Genehmigung der australischen Finanzaufsichtsbehörde erhalten und bietet Kunden demnächst Bitcoin-Fondsoptionen an. Über eine App können Nutzer künftig auch kleine Geldbeträge in den Fonds investieren.

Südkorea will 20 Prozent Bitcoin-Steuer erheben
Regulierung

Die südkoreanische Regierung will den Handel von Digitalwährungen mit Auflagen versehen und besteuert zunächst die Gewinne ausländischer Kunden. Das geht aus einem aktuellen Bericht der Korea Times hervor.