7 neue Pilotprojekte des Dubai Global Blockchain Council

Quelle: Pete Rizzo via CoinDesk

7 neue Pilotprojekte des Dubai Global Blockchain Council

Das Dubai Global Blockchain Council (GBC) ist eine Initiative aus öffentlichen und privaten Unternehmen, Regierungsbehörden und Startups. Heute haben sie sieben neue Proof-of-Concepts bei der Industriekonferenz Keynote 2016 vorgestellt.

Der GBC wurde im Frühjahr 2016 ins Leben gerufen und umfasst mehr als 30 Mitglieder. Die Gremiumssitzung erfreute sich unter anderem neuer Projekte von IT Gigant IBM, Telekommunikationsbetreiber “du” und dem Dubai Multi Commodities Centre (DMCC). Die Projekte reichten von Inititativen zum besseren Informationsaustausch unter Treueprogrammen (wie in einem Kaufhaus, anm. d. Redaktion) bis hin zur Reduzierung des zwielichtigen Diamanthandels.

In der ersten Rede des Morgens am Burj Al Arab in Dubai, sprach Saif Al Aleel, CEO von Dubai Future Foundation, von seiner Vorstellung wie man Erfinder und große Player des lokalen Markts zusammenbringen kann.

Al Aleel erklärte dem Publikum:

“Wir glauben dass der beste Weg zur Vorbereitung auf die Zukunft die Erschaffung der Zukunft selbst ist, und der beste Weg eine Zukunft zu erschaffen ist, mit allen zusammen zu arbeiten. Wir glauben, dass die Blockhain Technologien Teile unseres Lebens und unserer Geschäftswelt verbessern können … (alles) durch schnellere Transaktionen und dem Angebot schnellerer und effizienterer Dienstleistungen.”

Noah Radford, Chief Operating Officer am Museum der Future Foundation, bezeichnete die Pilotprojekte als Vorgeschmack auf den Fortschritt der Organisation.


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“Dies sind sieben der aufregenden Pilotprojekte im Council. Mindestens nochmal so viele sind zurzeit in Entwicklung, über sie kann man noch nicht berichten,” sagte er.

Raford sagte, dass all diese Projekte so geplant sind, dass sie innerhalb der nächsten drei bis sechs Monate fertiggestellt werden. Das Ziel ist es, diese Pilotprojekte später auszuwerten und damit die Leistung der Gruppe durch die Entdeckung neuer und besserer Anwendungsfälle weiterzubringen.

Nachfolgend präsentieren wir die vorgestellten Projekte:

1. Gesundheitsdaten

“Wie oft sind sie schon zum Arzt gegangen und haben ihre Symptome erklärt, nur um festzustellen, dass sie ihre Röntgenbilder vergessen haben?”

Jose Valles ist Vizepräsident der Entwicklung bei “du”. Er leitete seine Rede heute mit diesem Satz ein und enthüllte ein Projekt des Telekom-Riesen, welches Gesundheitsdaten mithilfe der Blockchain digitalisieren soll


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Das Konzept ist, neben ähnlichen Ankündigungen von Philips und IBM, die neuste Innovation in diesem Bereich um bestehende Gesundheitsherausforderungen anzugehen.

In Zusammenarbeit mit der estnischen Software-Firma Guardtime will das Projekt Dubai an vorderster Stelle sehen. Laut Valles soll die Blockchain die Sicherheit der Gesundheitsdaten erhöhen.

“Wir bringen die Blockchain Technik her um Daten sicher zu öffnen” sagte Valles.

“Wir glauben, dass das die Akzeptanz der Technologie nach vorne katapultieren wird.”

Als einer der größten Telekom-Anbieter hat “du” 47% aller Mobiltelefone in den Vereinigten Arabischen Emiraten versorgt und fuhr 30% des Gewinns des gesamten Sektors in 2014 ein.

2. Sicherer Diamanthandel

Die wahrscheinlich wichtigste Präsentation des heutigen Tages wurde von James Bernard, Director of Business Development bei DMCC, vorgetragen. DMCC ist einer der größten Anbieter für den Rohstoff-Handel der Region.


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In der Präsentation erklärte Bernard wie seine Organisation in Zusammenarbeit mit anderen GBC Mitgliedern an einem Pilotprojekt arbeitet, welches die Blockchain Technologie nutzt um Kimberly Zertifikate zu authentifizieren bzw. zu transferieren. Kimberly Zertifikate sind physische Dokumente und Teil des Kimberly-Prozess welcher 2003 von der UN eingeführt wurde um die Verbreitung von Blutdiamanten zu unterbinden.

“Unser Ziel für das Pilotprojekt ist es Kimberly Zertifikate zu digitalisieren und zu transferieren, – und die Sammlung, Versendung und Speicherung der Statistiken jedes Mitgliedslandes auf der Welt zu vereinfachen” sagte er.

Bernard verwies darauf, dass er nicht nur glaubt, dass die Blockchain eine Hauptrolle in der Digitalisierung des Papier-Prozesses ist, sondern, dass dies Mitgliedsstaaten die Möglichkeit gibt diese Daten untereinander auszutauschen. Somit würden doppelte Dokumente und andere händische Fehler vermindert werden.

Bernards Präsentation ist etwas außergewöhnliches, achtet man auf die Zahlen der Organisation. Sie handelte im Jahr 2010 mehr als 35 Milliarden US-$ an geschliffenen und rohen Diamanten.

Da die DMCC zurzeit den Vorsitz im Kimberly Prozess trägt und die Koordination unter den 81 Mitgliedsstaaten übernimmt, erklärt Bertrand, dass seine Organisation alle nötigen Mitglieder für das Pilotprojekt hat um einen Erfolg auf dem Markt zu garantieren.

3. Eigentumsübertragung


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Die Idee, dass die Blockchain papierlastige Prozesse digitalisieren könnte wurde ebenfalls von Vignesh Raja, einem privaten Spezialisten für Dividendenpapiere bei Viktor Koenig LLC, angesprochen.

Raja stellte einen Proof-Of-Concept des singapurischen Start-Up DXmarkets vor. Das Konzept befindet sich noch in Entwicklung und soll Händler für physische Güter, wie z.B. Antiquitätenhändler, dabei helfen ihre illiquiden Vermögenswerte zu digitalisieren und somit eine bessere Verbindung zu größeren Wertstoffbörsen wie z.B. DMCC aufzubauen.

“Illiquide Vermögenswerte sind nicht einfach abzusichern und abzuwickeln”, erklärte Raja.

“Mit der Blockchain wollen wir neue digitale Vermögenswerte erschaffen und Tokens nutzen um Vermögen zu digitalisieren, [und] Smart Contracts um die Effizienz des Handels zu verbessern.”

Raja sagte, dass die automatische Zertifizierung und die Eigentumsübertragung den Wertstoffmarkt robuster machen würde. Gleichzeitig würden die Grundsätze der Islamic Finance eingehalten werden, da Tokens durch Werte in der echten Welt gedeckt werden könnten.

4. Gewerbeanmeldung

Ola Doudin, CEO bei BitOasis, präsentierte dieses Pilotprojekt in Partnerschaft mit dem DMCC um interne Prozesse zu verbessern.


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Seit seiner ersten Ankündigung durch die GBC, versucht es Wege zu finden, wie Unternehmen einfach an dem Handelssystem der DMCC teilhaben können. Dies soll durch angepasste Identifikations-Nachweise als Teil des Flexi Desk Programm ermöglicht werden.

“Wenn man zur Bank geht und ein Konto eröffnet, muss man Kopien seiner Papiere mitnehmen und durch einen wahnsinnigen Prozess gehen, welche alle Bemühungen immer schwerer und schwerer macht” sagte sie.

“Nun braucht man lediglich ein paar Minuten und einige wenige Klicks auf der Blockchain und schon hat man die Dokumente, beglaubigt und unterschrieben vom Eigentümer.”

Doudin sagte, dass das Projekt zurzeit in einer Demonstrationsphase steckt und dass ihr Start-Up nach Banken, Telekom-Anbietern, Freihandelszonen und anderen möglichen Geschäftspartnern Ausschau hält um das Proof-Of-Concept weiter zu führen.

Diese Ankündigung folgt Neuigkeiten der letzten Woche, in der BitOasis eine nicht bekanntgegebene Finanzierungsrunde unterstützt von Wamda Capital und Zahlungsdienstleister PayFort angeleitet hat.

5. Digitales Testament

Pinaki Aich, Vicepresident of Strategy bei der behördlich-verwalteten Freihandelszone Dubai International Financial Centre (DIFC), präsentierte eine Idee die einen verbesserten Transfer von Unternehmenseigentum ermöglicht.


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Der größte Teil der Unternehmen in der MENA Region [Region Mittlerer Osten/Nord Afrika] sind Familienunternehmen. Für die GCC macht das 98% ihrer Unternehmen aus. Aich sagte, dass 75% der Familienbetriebe scheitern, wenn ihre Leitung auf die nächste Generation übertragen wird.

“Nur innerhalb der MENA [und Südasien] Region haben wir 1 Billion $ Wertaustausch zwischen einer Generation und der nächsten”, sagte er während er die Schwere des kommenden Problems beschrieb.

In Bezug auf diese Tatsachen sieht Aich, dass blockchain-basierte Testamente und Verträge helfen können diese Probleme, für MENA-Unternehmen und solche die von Auswanderern gegründet worden sind, zu bewältigen. Die Geschäftstätigkeiten könnten so von einer in die andere Generation übergehen und dabei lokale Regulierungen einhalten.

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit DigitUs entwickelt, einem Blockchain-App und -Dienst Spezialisten.

6. Tourismus

Blockchain Startup und GC Mitglied Loyyal (ehemals Ribbit.me) stellte ein Konzept vor, wie die Technologie helfen kann Tourismus in der Region zu fördern, indem Besuchern ermöglicht wird einfacher und schneller Treuepunkte zu sammeln.


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Die Treuepunkte namens Dubai Points sind das Pilotprojekt für das blockchain-basierte Programm und sollen den Tourismus nach den Zielen der Dubai Future Foundation ankurbeln.

“Was wäre wenn mir der Anreiz geschaffen wird bestimmte Orte zu besuchen und Punkte zu sammeln?”, fragte Loyyal CEO Geg Simon. “Dubai ist auf Platz 4. der bestbesuchtesten Städte der Welt, aus dieser Erfahrung kann man ein Spiel machen. Punkte könnten an Orten eingelöst werden, die ich sehen will, egal wo ich diese Punkte vorher bekommen habe.”

Simon sieht Smart Contracts als wichtigen Faktor der es Unternehmen ermöglichen wird Programme untereinander kommunizieren zu lassen. So können Punkte für ein Foto vergeben werden, dass man an einer bestimmten Stelle gemacht hat, außerdem können diese Programme festlegen inwiefern (Treue-)Punkte untereinander ausgetauscht werden können.

Die Proof-Of-Concept ist zurzeit in Entwicklung von Loyyal sowie den regionalen Partnern “du”, Jumeirah, Flyin, Privity, International Culinary Centre for Culinary Arts Dubai, SquareCircle Tech and DigitUs. Zusammen entwickeln sie eine App für das Konzept.

7. Verbesserter Versand

Als späte Zugabe fürs Publikum sprach Iqbal Alikhan, Strategy and Development Executive bei IBM. Er gab eine kleine Übersicht darüber, wie der IT Riese mit dem GBC für eine bessere Handelsfinanzierung forscht.


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In dem Anwendungsfall finden sich einige regionale Player welche effektiv Güter austauschen und finanzieren.

“Wir arbeiten an einem Anwendungsfall für den Versand der einen Hafen, eine lokale Bank, ein Logistikzentrum, eine Kurierfirma, ein Versandunternehmen und eine internationale Bank beinhaltet”, erklärte Alikhan.

Alikhan ging später in einer Grundsatzdiskussion näher auf den Anwendungsfall ein und betonte die Zuversicht die IBM bei der Einführung der Blockchain in die Handelsfinanzierung hat.

“Wir dachten uns wir machen 35 Proof-Of-Concepts dieses Jahr”, sagte Alikhan. “Wir haben einen solch immensen Ansturm von Anfragen, dass wir ein Gremium für die Schreibtischuntersuchung einberufen mussten. Es ist eine anstrengende Arbeit ein Proof-Of-Concept zu unterstützen. Die Geschwindigkeit mit der sich alles ändert ist atemberaubend.”

Zusammen mit Abwicklung und Qualitätssicherung, so sagte er, seien diese drei Bereiche die Arbeitsfelder für die das Unternehmen die besten Lösungen für seine Klienten bereitstellen kann.


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Englische Originalfassung von Pete Rizzo via coindesk.com

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