Blockchain sei Dank: Flüchtlinge können per Iris-Scan bezahlen

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Blockchain sei Dank: Flüchtlinge können per Iris-Scan bezahlen

Die Einheit der Vereinten Nationen für Gleichstellung und Ermächtigung der Frauen (kurz UN Women) will in Zusammenarbeit mit dem World Food Programme (WFP) die Blockchain-Technologie nutzen, um syrischen Flüchtlingsfrauen in Krisensituationen zu helfen.

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Seit 2012 unterstützt UN Women Frauen in Flüchtlingslagern mit dem größten auf Frauen ausgerichteten Cash-for-Work-Programm. Wie der Name es schon andeutet, erhielten die Frauen bislang „Cash“, also Bargeld, für ihre geleistete Arbeit. In diesem Prozess waren allerdings auch externe Finanzdienstleister wie Banken involviert. Nun will das World Food Programme (WFP) UN Women dabei unterstützen, den Geflüchteten in den Flüchtlingslagern Za’atari und Azraq in Jordanien mit modernster Technologie zu helfen. Zukünftig sollen sie direkt auf ihre Gelder zugreifen und die Konten in einem Blockchain-Netzwerk sicher aufbewahren können.

Geld aus dem Supermarkt

Mithilfe der Blockchain wollen UN Women und WFP weiblichen Flüchtlingen die Möglichkeit bieten, in vom WFP beauftragten Supermärkten Geld abzuheben oder ihre Einkäufe direkt zu bezahlen. Das WFP hat bereits ein ähnliches Projekt erfolgreich umgesetzt. „Building Blocks“ versorgt 106.000 syrische Flüchtlinge in Jordanien über ein blockchainbasiertes System mit Geldtransfers.

Phumzile Mlambo-Ngcuka, UN Women Executive Director, erklärte in einer Pressemitteilung vom 18. September die Motivation hinter dem Blockchain-Projekt:

„Wir wissen, dass Frauen in Krisen- und Vertreibungssituationen tendenziell weniger Digitalkompetenz haben als Männer, zudem fehlt ihnen der Zugang zu der Technologie und die Konnektivität, die in der heutigen Welt so wichtig sind. UN Women geht eine Partnerschaft mit dem WFP ein, um dies zu ändern, indem sie innovative Technologien einsetzt, um den Wandel für Frauen in den schwierigsten Situationen voranzutreiben und den Fortschritt in Richtung auf die wirtschaftliche Stärkung von Frauen in großem Maßstab zu beschleunigen.“

Auch David Beasley, Exekutivdirektor des WFP, freut sich über die Zusammenarbeit:

„Bei WFP werden wir alle Möglichkeiten erforschen, um den Menschen, die Hilfe benötigen, die effizientesten und effektivsten Mittel zur Verfügung zu stellen. Unsere Arbeit mit UN Women, mit der wir weiblichen syrischen Flüchtlingen helfen, ist ein weiteres Zeichen für diesen innovativen Geist. In diesem Fall nutzen wir Technologie, um das Leben derer, denen wir dienen, noch stärker zu beeinflussen.“

Geld per Iris-Scan

Das verdiente Geld wird auf der Blockchain festgeschrieben und kann nur von der Person verwaltet werden, die es verdient hat. Um dies zu gewährleisten hat das WFP ein System entwickelt, dass viele nur aus Filmen kennen: den Iris-Scan. So wird das Auge gescannt und erst bei Übereinstimmung mit den Daten auf der Blockchain ist es möglich, das Geld abzuheben oder direkt in den Supermärkten des WFP ausgegeben werden. Diese Methode gewährleistet außerordentliche Sicherheit. Während man seinen Private Key verlieren kann, bleibt das eigene Auge in der Regel immer an Ort und Stelle.

Diese Methode hatte das WFP bereits im Februar 2016 erstmals eingesetzt. In Zusammenarbeit mit dem Flüchtlingshochkommissariat der Vereinten Nationen (UNHCR) konnte es 76.000 syrischen Flüchtlingen im jordanischen Flüchtlingslager Zaatari helfen, Lebensmittel aus Camp-Supermärkten ohne Bargeld, Gutscheine oder E-Cards zu kaufen. Allein der Iris-Scan war notwendig, um den Kontostand bei der zuständigen Bank zu überprüfen. Über den Zahlungsdienstleister Middle East Payment Services wurde die Transaktion schließlich abgewickelt. Mit dem neuen Projekt von UN Women fallen – typisch Blockchain –die Mittelsmänner Bank und Zahlungsdienstleister weg.

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