Blockchain-Konferenz in Nordkorea

Christopher Klee

von Christopher Klee

Am · Lesezeit: 3 Minuten

Christopher Klee

Christopher Klee hat Literatur- und Medienwissenschaften sowie Informatik an der Universität Konstanz studiert. Seit 2017 beschäftigt sich Christopher mit den technischen und politischen Auswirkungen der Krypto-Ökonomie.

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Die nordkoreanische Regierung lädt die Experten aus der Krypto-Szene zur ersten internationalen Konferenz für Kryptowährungen und Blockain-Technologien ein. Die einwöchige Veranstaltung beginnt am 18. April 2019 und bietet den Teilnehmern ein Rundum-Sorglos-Paket – inklusive Besuch einer Brauerei.

Dass Bitcoin & Co. in der nordkoreanischen Diktatur kein Fremdwort sind, zeigte spätestens die Hackergruppe Lazarus, die durch Hacks von Krypto-Börsen mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar erbeutet haben soll. Nun will die nordkoreanische Regierung das Land offenbar als Blockchain-Nation positionieren. So soll im kommenden Frühjahr in Pjöngjang die erste internationale Konferenz für Blockchain-Technolgie und Kryptowährungen stattfinden. Entsprechendes geht aus einem Bericht der britischen Nachrichtenplattform Independent hervor.


Auf Nordkoreas offizieller Homepage wird die Veranstaltung von der KFA (Korean Friendship Association) folgendermaßen beworben:

„Internationale Experten der Blockchain- und Krypto-Industrie werden sich zum ersten Mal in Pjöngjang versammeln, um ihr Wissen und ihre Vision zu teilen sowie um neue Kontakte zu knüpfen und Geschäftsmöglichkeiten zu erörtern.“

Ob und welche dieser „internationalen Experten“ teilnehmen, darüber hält sich die KFA bedeckt. Zu den Organisatoren gehört mit Christopher Emms zumindest ein Blockchain-Experte, der in Großbritannien Teil einer überparteilichen, parlamentarischen Blockchain-Arbeitsgruppe ist.

Konferenz trifft auf Propagandaveranstaltung

Die Veranstaltung beginnt am 18. April 2019, Abreisetag ist der 25. April. Das achttägige Programm erinnert an Propagandareisen, welche für Ausländer bislang der einzige Weg sind, den Norden der koreanischen Halbinsel zu bereisen. Die eigentliche Konferenz findet vom 22. bis 23. April statt. Der Rest des Programms besteht aus Ausflügen zu diversen nordkoreanischen Vorzeigeprojekten. Neben dem obligatorischen Besuch des Koreakrieg-Museums stehen auch eine Brauerei, eine weiterführende Schule, Bowling, Skating und Shopping auf dem Plan.

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Dabei erhält man für umgerechnet 3.300 Euro ein Rundum-Sorglos-Paket. Im Preis inbegriffen sind, neben der Teilnahme an der Konferenz, sieben Nächte in einem Drei-Sterne-Hotel mit Vollpension, Hin- und Rückflug von bzw. nach Peking sowie Übersetzer und Transport.

Blockchain ohne Internet

Was im Paket allerdings genausowenig vorhanden ist, wie im Rest des Landes, ist der freie Internetzugang. Zwar soll man für eine Gebühr von fünf Euro pro Stunde das Internet im (zugewiesenen) Hotel benutzen können; allerdings muss man davon ausgehen, dass es sich dabei um eine zensierte Version (Stichwort: Chinesische Firewall) handeln wird. Auch das Führen internationaler Telefonate gestaltet sich schwierig. Die KFA weist zwar darauf hin, dass der Erwerb einer nordkoreanischen SIM-Karte prinzipiell möglich sei, betont jedoch gleichzeitig, dass sich dies für die kurze Zeitspanne der Veranstaltung „nicht lohnen“ würde. Auch hier soll der Kommunikationsraum des Hotels Abhilfe schaffen. Eine Blockchain-Konferenz ohne Internet – das ist, gelinde gesagt, ein innovativer Ansatz.

Interessierte Teilnehmer oder Speaker müssen bei der KFA eine Kopie ihres Ausweises, ihre Telefonnummer sowie einen kurzen Lebenslauf einreichen. Wer die japanische, südkoreanische oder israelische Staatsbürgerschaft besitzt, braucht es indes gar nicht erst zu versuchen. Auf der KFA-Seite heißt es explizit, dass Besucher aus diesen Ländern nicht erwünscht sind. Das Gleiche gilt übrigens auch für Journalisten – nicht aber für die imperialistischen Erzfeinde aus den USA.

Ursprünglich sollte bereits im Oktober dieses Jahres eine solche Konferenz stattfinden. Nach einer entsprechenden Ankündigung im August gab es diesbezüglich jedoch keine Neuigkeiten mehr. Da die KFA die für April geplante Konferenz nun selbst als „erste“ ihrer Art bezeichnet, darf man wohl davon ausgehen, dass der Termin im Oktober ins Wasser gefallen ist.

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