Blockchain, Blockchain-Konferenz in Nordkorea

Blockchain-Konferenz in Nordkorea

Die nordkoreanische Regierung lädt die Experten aus der Krypto-Szene zur ersten internationalen Konferenz für Kryptowährungen und Blockain-Technologien ein. Die einwöchige Veranstaltung beginnt am 18. April 2019 und bietet den Teilnehmern ein Rundum-Sorglos-Paket – inklusive Besuch einer Brauerei.

Dass Bitcoin & Co. in der nordkoreanischen Diktatur kein Fremdwort sind, zeigte spätestens die Hackergruppe Lazarus, die durch Hacks von Krypto-Börsen mehr als eine halbe Milliarde US-Dollar erbeutet haben soll. Nun will die nordkoreanische Regierung das Land offenbar als Blockchain-Nation positionieren. So soll im kommenden Frühjahr in Pjöngjang die erste internationale Konferenz für Blockchain-Technolgie und Kryptowährungen stattfinden. Entsprechendes geht aus einem Bericht der britischen Nachrichtenplattform Independent hervor.

Auf Nordkoreas offizieller Homepage wird die Veranstaltung von der KFA (Korean Friendship Association) folgendermaßen beworben:

„Internationale Experten der Blockchain- und Krypto-Industrie werden sich zum ersten Mal in Pjöngjang versammeln, um ihr Wissen und ihre Vision zu teilen sowie um neue Kontakte zu knüpfen und Geschäftsmöglichkeiten zu erörtern.“

Ob und welche dieser „internationalen Experten“ teilnehmen, darüber hält sich die KFA bedeckt. Zu den Organisatoren gehört mit Christopher Emms zumindest ein Blockchain-Experte, der in Großbritannien Teil einer überparteilichen, parlamentarischen Blockchain-Arbeitsgruppe ist.

Konferenz trifft auf Propagandaveranstaltung

Die Veranstaltung beginnt am 18. April 2019, Abreisetag ist der 25. April. Das achttägige Programm erinnert an Propagandareisen, welche für Ausländer bislang der einzige Weg sind, den Norden der koreanischen Halbinsel zu bereisen. Die eigentliche Konferenz findet vom 22. bis 23. April statt. Der Rest des Programms besteht aus Ausflügen zu diversen nordkoreanischen Vorzeigeprojekten. Neben dem obligatorischen Besuch des Koreakrieg-Museums stehen auch eine Brauerei, eine weiterführende Schule, Bowling, Skating und Shopping auf dem Plan.


Blockchain, Blockchain-Konferenz in Nordkorea
[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf Plus500 handeln. Warum Plus500? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies).

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Dabei erhält man für umgerechnet 3.300 Euro ein Rundum-Sorglos-Paket. Im Preis inbegriffen sind, neben der Teilnahme an der Konferenz, sieben Nächte in einem Drei-Sterne-Hotel mit Vollpension, Hin- und Rückflug von bzw. nach Peking sowie Übersetzer und Transport.

Blockchain ohne Internet

Was im Paket allerdings genausowenig vorhanden ist, wie im Rest des Landes, ist der freie Internetzugang. Zwar soll man für eine Gebühr von fünf Euro pro Stunde das Internet im (zugewiesenen) Hotel benutzen können; allerdings muss man davon ausgehen, dass es sich dabei um eine zensierte Version (Stickwort: Chinesische Firewall) handeln wird. Auch das Führen internationaler Telefonate gestaltet sich schwierig. Die KFA weist zwar darauf hin, dass der Erwerb einer nordkoreanischen SIM-Karte prinzipiell möglich sei, betont jedoch gleichzeitig, dass sich dies für die kurze Zeitspanne der Veranstaltung „nicht lohnen“ würde. Auch hier soll der Kommunikationsraum des Hotels Abhilfe schaffen. Eine Blockchain-Konferenz ohne Internet – das ist, gelinde gesagt, ein innovativer Ansatz.

Interessierte Teilnehmer oder Speaker müssen bei der KFA eine Kopie ihres Ausweises, ihre Telefonnummer sowie einen kurzen Lebenslauf einreichen. Wer die japanische, südkoreanische oder israelische Staatsbürgerschaft besitzt, braucht es indes gar nicht erst zu versuchen. Auf der KFA-Seite heißt es explizit, dass Besucher aus diesen Ländern nicht erwünscht sind. Das Gleiche gilt übrigens auch für Journalisten – nicht aber für die imperialistischen Erzfeinde aus den USA.

Ursprünglich sollte bereits im Oktober dieses Jahres eine solche Konferenz stattfinden. Nach einer entsprechenden Ankündigung im August gab es diesbezüglich jedoch keine Neuigkeiten mehr. Da die KFA die für April geplante Konferenz nun selbst als „erste“ ihrer Art bezeichnet, darf man wohl davon ausgehen, dass der Termin im Oktober ins Wasser gefallen ist.

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Blockchain, Blockchain-Konferenz in Nordkorea
China: Huawei entwickelt Regierungsblockchain
Blockchain

Der chinesische Technologie-Konzern Huawei entwickelt eine Blockchain für die chinesische Regierung, um den Datenaustausch zwischen politischen Institutionen und öffentlichen Behörden zu optimieren. Statt vieler zentraler Datensilos soll mit der Blockchain ein dezentrales Register eingesetzt werden. Huawei schafft somit eine Infrastruktur, die den politischen Interessen der Parteiführung in die Karten spielt.

Blockchain, Blockchain-Konferenz in Nordkorea
Iran setzt Prämie für illegale Bitcoin Miner aus
Mining

Iran geht schärfer gegen illegales Bitcoin Mining mit subventioniertem Strom vor. Gleichzeitig wird die Förderung von Minern versprochen, die künftig erneuerbare Energien nutzen.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Blockchain, Blockchain-Konferenz in Nordkorea
OneCoin-Anwalt wegen Geldwäsche in Millionenhöhe verurteilt
Sicherheit

Viele halten OneCoin für den größten Krypto-Scam der Geschichte. Über 4 Milliarden US-Dollar sollen die Betreiber der Kryptowährung mit ihm eingenommen haben. In den USA laufen nun Prozesse gegen einige der Verantwortlichen. Eine Jury fällte nun ein Urteil gegen den OneCoin-Anwalt Mark Scott.

Blockchain, Blockchain-Konferenz in Nordkorea
Bitcoin-Kurs auf des Messers Schneide – Marktbetrachtung
Kursanalyse

Der Bitcoin-Kurs steht aktuell an der Klippe. Ebenso kann der Ethereum-Kurs nicht überzeugen. Dennoch sollten Anleger in beiden Fällen die langfristige Perspektive nicht vergessen.

Blockchain, Blockchain-Konferenz in Nordkorea
Ripple: Charity-Stiftung für Steuer-Tricks? Co-Founder Chris Larsen reagiert
Ripple

Ein Krypto-Blog unterstellt Ripple, seine Wohltätigkeitsstiftung Rippleworks eher für Steuertricks zu gebrauchen, anstatt soziale Projekte zu fördern. Ripple-Mitgründer Chris Larsen hat sich nun zu den Vorwürfen geäußert.

Blockchain, Blockchain-Konferenz in Nordkorea
E-Yuan statt US-Dollardominanz: USA simuliert Währungskrieg mit China
Insights

Chinas digitale Zentralbankenwährung hat die Dominanz des US-Dollars im globalen Finanzsystem verdrängt, Nordkorea verwendet den E-Yuan zum Bau von Atomraketen und hat das SWIFT-System bei einem Cyberangriff gehackt, bei dem mehrere Milliarden US-Dollar entwendet wurden – dieses Setting inszenierten hochrangige Beamte aus Politik und Wirtschaft in einem Wargame-Szenario. Dabei ging es um mögliche Bedrohungen, die von einem CBDC Chinas ausgehen und die globalen Machtverhältnisse neu verteilen könnten. Das Szenario zeigt: Die USA sitzen im Ernstfall auf einem wackligen Stuhl.

Angesagt

Die Daten-Diktatur oder: Warum Dezentralität die Zukunft ist
Blockchain

Der Begriff Transparenz ist ein Schlagwort, das gerne inflationär in Business Meetings gebraucht wird. Transparenz stilisiert sich immer häufiger zu einem Fortschrittsversprechen, ohne dass dabei zwischen zerstörerischer und schützender Transparenz unterschieden wird. Inmitten dieses Diskurses befindet sich die Blockchain-Technologie, die vor allem für eines steht: unwiderrufliche Transparenz. Wie total sie wirklich ist und sein darf und warum uns ausgerechnet die Blockchain-Technologie vor einer totalitären Transparenz schützen kann.

Bitcoin-Kurs: Chinas Rolle im Krypto-Crash
Bitcoin

Der Bitcoin-Kurs sinkt weiter. Die Kryptowährung hat in den letzten 24 Stunden über 6 Prozent an Stärke verloren, der gesamte Krypto-Markt ist im Sinkflug. Gründe dafür findet man in China und in der technischen Analyse.

Niederländischer Fußballbund testet erfolgreich Blockchain-Tickets
Blockchain

Im Rahmen seines Innovationsprojekts „Change the Game Challenge“ hat der niederländische Fußballbund KNVB auch den Fan-Ticketverkauf per Blockchain getestet. Das Ziel: den Schwarzhandel eindämmen. Damit soll der mehrfache Weiterverkauf von begehrten Fußballtickets zu völlig überhöhten Preisen langfristig unmöglich gemacht werden.

My Two Sats: Was sind UTXOs in Bitcoin?
Bitcoin

Das Bitcoin-Protokoll ist im Kern die Abbildung des UTXO Sets. UTXO steht für Unspent Transaction Output. Wieso Bitcoiner ein rudimentäres Verständnis von der Funktionsweise des Netzwerks haben sollten.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: