Blockchain-ETF Launch an der Börse

Quelle: Magnifying glass shows the courses of exchange trade funds, funds and shares via shutterstock

Blockchain-ETF Launch an der Börse

Am gestrigen Mittwoch liefen mit dem Reality Shares Nasdaq NexGen Economy ETF BLCN und dem Amplify Transformational Data Sharing ETF BLOK die ersten beiden Blockchain ETF an.

Nasdaq verkündete gestern den Launch der beiden Blockchain-ETF BLCN und BLOK. Damit sind sie die ersten beiden börsengehandelten Fonds für auf der Blockchain basierende Indezes. Die Fonds beziehen sich dabei allerdings auf große Tech-Unternehmen, die sich nicht zwingend ausschließlich mit der Blockchain-Technologie befassen.

BLCN & BLOK: Blockchain-ETF an der Börse

BLCN ist ein passiv gemanageter Fonds, der den Reality Shares Nasdaq Blockchain Economy Index abbildet. Dieser soll die Renditen globaler Unternehmen, die Ressourcen für die Entwicklung, Erforschung, Innovation und/oder Verwendung der Blockchain-Technologie für ihren eigenen Nutzen oder den von anderen abbilden. Nach eigenen Angaben verwendet er dabei sowohl interne als auch externe Recherche und ein eigenes Blockchain-Score-Ranking-System.

Wie man dem Antrag vom November letzten Jahres entnehmen kann, wird der Index zwischen 50 und 100 Unternehmen mit den besten Bewertungen listen. Diese sind unter anderem Overstock, IBM, Nasdaq und Accenture. Die Fonds der Unternehmen, die in den Index aufgenommen werden, müssen dabei eine Marktkapitalisierung von mindestens 200 Millionen Dollar und ein durchschnittliches Handelsvolumen von 1 Million Dollar im halben Jahr aufweisen.

BLOK hingegen ist ein aktiv gemanageter Fonds, der Investoren einen Korb der führenden Blockchain-Unternehmen bietet. Amerikanische Unternehmen sollen hier dominieren, während der Rest Unternehmen aus China, Kanada und Japan abbilden wird.

Finanzinstrumente und die Krypto-Szene

Bei den börsengehandelten Fonds BLCN und BLOC ist zu betonen, dass sie sich auf die Blockchain-Technologie und nicht auf Kryptowährungen beziehen. Es scheint fast, als ob der Zusatz “Blockchain” hier Kaufanreize produzieren solle.  Nichtsdestotrotz können Anleger in Zukunft auf die Index-Entwicklung von Blockchain-Unternehmen spekulieren. Neben den bereits seit Dezember gehandelten Terminkontrakten bzw. Futures verwebt sich nun also mit den ETF ein weiteres traditionelles Finanzinstrument mit der Blockchain-Technologie.

Letztlich werden mit den Futures allerdings die Kryptowährungen an sich abgedeckt, während sich die ETF auf die (teilweise) darunterliegende Technologie konzentrieren. Man erwartet sich hier ein weniger risikobehaftetes Anlageinstrument, da die Blockchain an sich als stabiler bewertet wird als die volatilen Kryptowährungen.

In einem Interview mit Bloomberg sagte Eric Ervin, Mitbegründer von Reality Shares, dass er einen ETF für Bitcoin ebenfalls erwarte:

„Gerade bei der negativen Volatilität von Bitcoin, zuckt die SEC [U.S. Börsenaufsichtsbehörde] ein wenig mit der Wimper. Wenn sich das wieder normalisiert, können wir mit einem ETF im zweiten Quartal rechnen.“

Die Security Exchange Commission gab sich auch gegenüber der Bezeichnung der Fonds kritisch und schlug den Unternehmen vor, das Wort „Blockchain“ aus dem Namen zu streichen. Trotz dieser Zweifel der US-Behörde gibt sich Ervin optimistisch und geht davon aus, dass die Namen der Fonds in Zukunft noch einmal geändert werden:

„Wenn sich alles beruhigt und die Menschen realisieren „Das ist ja wie das Internet“ wird die Technologie omnipräsent. Es geht hier nicht um Kryptowährungen, sondern um die Blockchain-Technologie. Und das sind die Unternehmen, die in die Technologie investieren, dann lass es uns auch Blockchain ETF nennen.“

Name hin oder her – die Fonds sind nun live und verfügbar.

ETN statt ETF: Bitcoin an der Börse nach schwedischem Vorbild

ETF für Bitcoin waren in den USA bereits geplant, wurden jedoch wieder verworfen. Gründe dafür waren, dass sich die Finanz-Aufsichtsbehörde und ETF-Unternehmen nicht einigen konnten. Die Behörde der Vereinigten Staaten gab sich betont skeptisch in Bezug auf die Instabilität des Kurses und dem (aus ihrer Sicht) fragwürdigen intrinsischen Wert der Kryptowährung.

Der Blick nach Skandinavien könnte hier helfen. Wie CNBC berichtet, vertrieb das schwedische Unternehmen XBT Providers in den letzten beiden Jahren erfolgreich ein börsengelistetes Bitcoin-Produkt. Dieses zog europäische Investoren und mehr als 1 Milliarde Dollar an.

Bei diesem Produkt handelt es sich hingegen um börsengehandelte Schuldverschreibungen bzw. Exchange Traded Notes – kurz: ETN. Im Gegensatz zu den ETF verfolgt der ETN aus Schweden nicht nur den Preis der jeweiligen Währung, sondern hält diese auch. Bei Bitcoin ETF wäre diese direkte Kopplung nicht mehr gegeben. Das schwedische Unternehmen weitete ihr Produkt im letzten Jahr zusätzlich auf Ether aus.

Ähnliche Anläufe in den USA scheiterten bisher jedoch:

„Wir haben ETNs für Bitcoin in Erwägung gezogen, aber bis jetzt nicht die Möglichkeit gehabt, sie auszuführen. Wir sind eben ein White-Label-Unternehmen und machen das, was jemand anderes will. […] Ich weiß nicht, warum es bisher noch keinen ETN gibt,“

sagt Garrett Stevens, Geschäftsführer von Exchange Traded Concepts.

Doch zurück zu den Blockchain-ETF in den USA. Das Aktienvolumen der BLCN liegt derzeit bei 608.496 und einem Preis von 24,25 US-Dollar pro Aktie. Das Volumen von BLOK hingegen liegt deutlich höher bei 1.274.817 bei einem Preis von 20,21 US-Dollar.

BTC-ECHO

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