„Blockchain allein löst keine Sicherheitsprobleme“ – BSI stellt nüchterne Diagnose

Quelle: Shutterstock

„Blockchain allein löst keine Sicherheitsprobleme“ – BSI stellt nüchterne Diagnose

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wagt sich in seinem neusten Bericht an eine grundlegende Bestandsaufnahme der Entwicklung von Blockchain-Technologien. Dabei widmet sich die Behörde der Frage, ob und wie Distributed-Ledger-Lösungen zur IT-Sicherheit beitragen. Die Diagnose des Berichts mag Krypto-Enthusiasten ernüchtern. Die Experten kommen zu dem Schluss, dass der Blockchain-Einsatz keine einfache Lösung für die Sicherheitsprobleme von Unternehmen und Institutionen darstelle.

Mit ihren Versprechen von Transparenz und Manipulationssicherheit haben sich Distributed-Ledger-Technologien längst zum branchensprengenden Trendthema gemausert. Nicht nur der Finanzsektor, sondern auch Forschung, Wirtschaft und Verwaltung scheinen ihre Augen dieser Tage fest auf die neuen Technologien zu richten. Wohin man blickt, überall scheint man deren Einsatz für sich zu prüfen oder zumindest zu diskutieren.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wagt sich in dieser Woche nun an eine grundlegende Bestandsaufnahme der Entwicklung von Blockchain-Lösungen. Wie es in einer Pressemitteilung vom Donnerstag, dem 23. Mai, heißt, will die Cyber-Abwehrbehörde potentiellen Nutzern damit die Technologien samt Schwächen nahe bringen. Zudem will man Entwickler auf entscheidende Baustellen hinweisen.

Nachdem sich die Bonner in der Vergangenheit bereits mehrfach mit Blockchain-Technologien auseinandergesetzt haben, widmet sich das Bundesamt dabei nun im Besonderen dem Untersuchungsbereich IT-Sicherheit. Hier zieht die Behörde ein nüchternes Fazit.

BSI: Blockchains besitzen wichtige Vorzüge, aber auch viele Stolpersteine

Einerseits bestätigt die Blockchain-Analyse durchaus die Hoffnungen und Ansichten vieler Krypto-Enthusiasten. So sieht der Bericht in Blockchains gegenüber klassischen zentralen Datenbanken grundsätzlich wichtige Vorteile. In den Punkten Verfügbarkeit und Robustheit gegen Missbrauch etwa besäßen Distributed-Ledger-Lösungen bemerkenswerte Vorzüge.

Andererseits jedoch würden den Technologien in den Bereichen Vertraulichkeit und gleichzeitig der oftmals hervorgehobenen Effizienz wegweisende Hürden entgegenstehen. Der rechtliche Status der Technologieanwendungen etwa, beispielsweise gegenüber der europaweiten Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) oder im Falle von Smart Contracts, sei größtenteils ungeklärt. Zudem diagnostiziert der Bericht dem derzeitigen Entwicklungsstand bekannte technische Probleme wie die teils begrenzte Skalierbarkeit, den hohen Stromverbrauch sowie den Mangel gemeinsamer Industriestandards. Diese würden dem effizienten Einsatz der Technologien im Wege stehen.

Im Besonderen die Konsensmechanismen der Bitcoin Blockchain würden zudem derweil große Angriffsflächen für Hacker und Manipulation bieten. All diese Punkte gelte es, vonseiten interessierter Entscheider bei der Diskussion der Technologien in Betracht zu ziehen.

Ganzheitliche Abwehrstrategien gefragt

Für die IT-Sicherheit sei es laut BSI viel entscheidender, dass sich Unternehmen grundsätzlich gegen Angriffe absichern. Hierfür gelte es, beispielsweise in ihrer Datenorganisation altbekannte Stolpersteine und Schwächen in Hard- und Software aus dem Weg räumen.

Wie bei vielen Themen mit hoher medialer Aufmerksamkeit ist es wichtig, auch bei den Diskussionen um die Blockchain den Bezug zu den technischen Grundlagen zu wahren. Die Nutzung von Blockchain allein löst keine IT-Sicherheitsprobleme. Zahlreiche Sicherheitsvorfälle mit Schäden in Millionenhöhe zeigen, dass Maßnahmen zur Herstellung von IT-Sicherheit auch durch Nutzung von Blockchain nicht obsolet werden,

erklärt BSI-Präsident Arne Schönbohm und deutet auf die jüngsten Hacker-Attacken auf Krypto-Börsen weltweit. Diese mussten zuletzt Rekordeinbußen verschmerzen. Allein die Krypto-Börse Binance hatte in Folge eines Angriffs Anfang des Monats mehr als 7.000 Bitcoin (knapp 50 Millionen Euro) verloren.

JETZT NEU: DER BTC-NAVIGATOR

Das deutschsprachige Blockchain-Ökosystem an einem Platz vereint:

HANDELSPLÄTZEJOBSEVENTSUNTERNEHMENPRODUKTEAKZEPTANZSTELLENWEBSEITEN

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Bitcoin- und Blockchain-News: Das Wichtigste der Woche
Bitcoin- und Blockchain-News: Das Wichtigste der Woche
Bitcoin

Bitcoin, der Facebook Coin Libra und der US-Senat dominierten ganz klar die vergangene Krypto-News-Woche. Währenddessen ging es jedoch auch bei Binance und in Japan hoch her. Der BTC-ECHO-Newsflash.

Julian Hosp zu Mikrotransaktionen: „Die Nutzerfreundlichkeit ist der Knackpunkt“
Julian Hosp zu Mikrotransaktionen: „Die Nutzerfreundlichkeit ist der Knackpunkt“
Blockchain

Dr. Julian Hosp zählt zu den bekanntesten Köpfen in der deutschsprachigen Bitcoin- und Blockchain-Community. Mit seinen zahlreichen Vorträgen, Büchern und YouTube-Beiträgen hat er sich zum Ziel gesetzt, die Menschen „cryptofit“ zu machen. Entsprechend gehört auch er zu der Gruppe der Publisher, ergo Verlage, Medienplattformen oder Blogger, die Inhalte produzieren, um sie der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In diesem Kontext stellt sich die Frage, wie Kryptowährungen und Blockchain-Lösungen das Verlagswesen zukünftig verändern können. Wir haben nach seiner Einschätzung gefragt und über die Chancen von Mikrotransaktionen gesprochen.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

„Kryptowährungen sind eine tolle Idee“ Ron Paul will Währungswettbewerb – das Meinungs-ECHO
„Kryptowährungen sind eine tolle Idee“ Ron Paul will Währungswettbewerb – das Meinungs-ECHO
Kolumne

Zugegeben: Dass Ron Paul privatem Geld offen gegenübersteht, ist keine Neuigkeit. Nun hat der libertäre Denker sein Plädoyer erneuert. Derweil schießt sich Tim Draper auf Indien ein und Charlie Lee bezieht zu Warren Buffetts Bitcoin-Abneigung Stellung.

Chinesisches Gericht erklärt Bitcoin zu „legalem Besitz“ – jedoch keine Kursänderung in Sicht
Chinesisches Gericht erklärt Bitcoin zu „legalem Besitz“ – jedoch keine Kursänderung in Sicht
Regulierung

Ein Gericht im chinesischen Hangzhou hat den Bitcoin in der vergangenen Woche zu „legalem Besitz“ erklärt. Die chinesische Volksbank, die Zentralbank des Landes, bestätigte das Urteil. Den Status legaler Währung jedoch sprachen die Richter dem Krypto-Zugpferd ab. Bitcoin-Begeisterten dürfte der Richterspruch jedoch zunächst wenig Grund zum Aufatmen geben. Eine baldige Kursänderung der chinesischen Behörden ist vor allem mit Blick auf deren eigene Währungspläne kaum zu erwarten.

Bitcoin und traditionelle Märkte – Volatilität so hoch wie schon lange nicht mehr
Bitcoin und traditionelle Märkte – Volatilität so hoch wie schon lange nicht mehr
Märkte

Während die absolute Kopplung von Bitcoin zu den klassischen Märkten sehr gering ist, stieg die Volatilität in schon lange nicht mehr gesehene Höhen. Leider kann man das nicht über die Performance des Bitcoin-Kurses sagen.

Bitcoin- und Blockchain-News: Das Wichtigste der Woche
Bitcoin- und Blockchain-News: Das Wichtigste der Woche
Bitcoin

Bitcoin, der Facebook Coin Libra und der US-Senat dominierten ganz klar die vergangene Krypto-News-Woche. Währenddessen ging es jedoch auch bei Binance und in Japan hoch her. Der BTC-ECHO-Newsflash.

Angesagt

Julian Hosp zu Mikrotransaktionen: „Die Nutzerfreundlichkeit ist der Knackpunkt“
Blockchain

Dr. Julian Hosp zählt zu den bekanntesten Köpfen in der deutschsprachigen Bitcoin- und Blockchain-Community. Mit seinen zahlreichen Vorträgen, Büchern und YouTube-Beiträgen hat er sich zum Ziel gesetzt, die Menschen „cryptofit“ zu machen. Entsprechend gehört auch er zu der Gruppe der Publisher, ergo Verlage, Medienplattformen oder Blogger, die Inhalte produzieren, um sie der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In diesem Kontext stellt sich die Frage, wie Kryptowährungen und Blockchain-Lösungen das Verlagswesen zukünftig verändern können. Wir haben nach seiner Einschätzung gefragt und über die Chancen von Mikrotransaktionen gesprochen.

Facebook unter Beschuss: Verbraucherverbände appellieren an Libra Association
Unternehmen

Die Diskussionen um Libra reißen nicht ab. Facebooks geplante Kryptowährung stand diese Woche in beiden Kammern des US-Kongresses auf der Tagesordnung. Auch jenseits der Politik wollen viele das Währungsprojekt stoppen. US-Verbraucherschützer starteten nun einen weiteren Versuch. Ihre Strategie: ein offener Appell an die Mitglieder der Libra Association.

Bitcoin-ATM an jeder Ecke: Zuhause sein in 80 Ländern
Bitcoin

Die Mainstream-Adaption von Bitcoin & Co. lässt sich kaum besser beobachten, als an der Verbreitung von Automaten (ATM). Die USA führen die Liste der Nationen an. Das größte Bitcoin-ATM-Netzwerk namens LibertyX hat einen Meilenstein erreicht: 1.000 Automaten, verteilt im ganzen Land. Wie Bitcoin Grenzen überwindet.

Stellar Rewards: Binance verschenkt XLM und unterstützt Staking
Altcoins

Binance will Stellar Lumen (XLM) im Wert von rund 745.000 Euro an seine Community verschenken. Die weltweit führende Krypto-Börse hat – selbst unbemerkt – eine beachtliche Menge an Staking Rewards von Stellar erhalten und will diese nun an Nutzer ausschütten, die den Token halten. Künftig wird Binance außerdem das Staken von XLM anbieten.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: