EU Blockchain Observatorium: Adaption braucht Forschung, Standards und politische Initiative

David Barkhausen

von David Barkhausen

Am · Lesezeit: 3 Minuten

David Barkhausen

David Barkhausen hat als freier Journalist bereits für mehrere Tageszeitungen, Funk, Fernsehen und nebenbei seinen eigenen Blog geschrieben. Seit 2017 widmet sich der Master-Student der Politikwissenschaften der Universität Heidelberg dem Themenkomplex Blockchain. In diesem Zusammenhang fokussiert er sich vor allem auf die Bereiche Regulierung, Gesellschaft und Wirtschaftspolitik.

Quelle: Shutterstock

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Das EU Blockchain Observatorium, die Blockchain-Denkfabrik der Europäischen Union, ruft die Mitgliedsstaaten in ihrem jüngsten Bericht zu mehr Forschung und gemeinsamen Standards auf. Nur so könne die europaweite Entwicklung voranschreiten und ein lebendiges Blockchain-Ökosystem Wirklichkeit werden. Derzeit bestünden in den Bereichen Skalierbarkeit, Interoperabilität und Nachhaltigkeit nach wie vor große Hürden. Um diese zu überwinden, brauche es vor allem politische Initiative.

Zwar dümpelt der Bitcoin-Kurs derzeit dahin. Die Entwicklung der Blockchain-Technologie hat jedoch besonders im vergangenen Jahr zu großen Sprüngen angesetzt. Jüngstes Beispiel hierfür ist etwa der JPM Coin des Finanzriesen J.P. Morgan – die erste Kryptowährung einer US-Großbank.

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Geht es nach der EU-Denkfabrik Blockchain Observatory Forum wird dieser Trend wohl auch im laufenden Jahr anhalten. Mehr noch – für die Zukunft der Technologien hat die Blockchain-Denkfabrik der Europäischen Union eine weitreichende Vision.

Die neusten Entwicklungen im Technologiesektor sieht das Forum als Vorboten einer ganzen Welle privater, Permissioned-Ledger-Netzwerke, die sich künftig ausbreiten könnte. Wie in den ersten Tagen des Internets könnten sich die Blockchain-Systeme dann langfristig miteinander verknüpfen und so ein weltweit lebendiges Blockchain-Ökosystem schaffen.

Diese Vorstellung unterstreicht der jüngste Bericht der offiziellen EU-Forschungs- und Beobachtungsstelle. Diese war im Februar 2018 von der Europäischen Kommission gemeinsam mit dem Ethereum-Start-up ConsenSys ins Leben gerufen worden und soll die Potentiale der Technologien vor allem für die öffentliche Anwendung untersuchen.

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Hürden bei Skalierbarkeit, Interoperabilität und Nachhaltigkeit

Damit eine solche Entwicklung jedoch voranschreiten kann, gelte es nach wie vor, bestehende Hürden aus dem Weg zu schaffen. Diese sieht der Bericht vor allem in drei Teilbereichen: Innerhalb der Skalierbarkeit, also die Fähigkeit der Netzwerke, hohe Transaktionsvolumen zu stemmen, in der Interoperabilität, der Möglichkeit die Blockchain-Systeme zu verknüpfen und so zusammenzuarbeiten sowie drittens innerhalb der Nachhaltigkeit der Technologien.

So sei es einerseits nötig, die Leistungsfähigkeit der dezentralen Datenbanken auf den Bedarf unterschiedlicher Zielgruppen auszuweiten. Anderseits erfordere der Blick auf die Umwelt langlebige und energieeffiziente Lösungen.

Hier stehen Blockchain-Technologien immer wieder in der Kritik. Der Vorwurf vieler Skeptiker: Über den hohen Stromkonsum der für das Netzwerk benötigten Rechenverfahren sei die Blockchain langfristig kaum umweltverträglich. Damit wäre sie nicht die Zukunftstechnologie, als die sie gehandelt wird.

Mahnung an die EU: Blockchain-Entwicklung braucht Forschung, Standards und Anwendung

Um diese Hürden zu überwinden, brauche es in erster Linie politische Initiative, fordert die EU-Denkfabrik. So mahnt der Bericht Mitgliedsstaaten und Institutionen, vor allem mit Blick auf Forschungsfinanzierung nicht kleinlich zu sein. Hinsichtlich der zahlungskräftigen internationalen Konkurrenz aus den USA und China sei sowohl zielstrebige Grundlagen- als auch Anwendungsforschung nötig. Zudem brauche es gemeinsame Standards innerhalb der  EU:

Um seinen Platz als Anführer zu behaupten, muss Europa weiterhin die Arbeit an diesen Technologien der nächsten Generation finanzieren. Während die Blockchain reift, braucht es gemeinsame Standards, sowohl für die Technologie selbst als auch für die Art und Weise, wie mit ihr umgegangen wird.

Hier gelte es jedoch einem „light-touch“-Mantra zu folgen, das Innovation und Experimente nicht mit Vorschriften und Vorgaben erdrückt, so das Observatorium.

Abschließend mahnt die Denkfabrik, neben Forschung und Entwicklung dürften die EU-Mitgliedsstaaten letztlich auch die Blockchain-Anwendung nicht der Privatwirtschaft überlassen. Vielmehr gelte es für EU-Regierungen, die Technologien selbst zu testen. Nur so könnte man sich auf einen möglichen Durchbruch der Blockchain im Massenmarkt vorbereiten.

Noch in diesem Jahr will das Forum einen zweiten Bericht zum Stand der Blockchain-Entwicklung in der EU vorlegen.

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