BitFury will Bitcoin-Transaktionen deanonymisieren

Lars Sobiraj

von Lars Sobiraj

Am · Lesezeit: 2 Minuten

Lars Sobiraj

Lars Sobiraj fing im Jahr 2000 an, als Quereinsteiger für verschiedene Computerzeitschriften tätig zu sein. 2006 kamen neben gulli.com noch zahlreiche andere Online-Magazine dazu. Außerdem bringt Lars Sobiraj seit 2014 an der Kölner Hochschule Fresenius Studenten für Sustainable Marketing & Leadership (M.A.) den Umgang mit dem Internet und sozialen Netzwerken bei.

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Quelle: Bitfury via Shutterstock

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Das Blockchain-Start-up BitFury hat kürzlich ihre Erkennungssoftware Crystal vorgestellt. Sie soll mehrere Wallets einer Person von verschiedenen Anbietern zusammenfassen und dabei helfen, alle Transaktionen im Bitcoin-Ökosystem zu deanonymisieren. BitFury könnte mit ihrer Software alle ermittelnden Behörden oder Finanzämter unterstützen und aktiv die Kriminalität bekämpfen. Die Bitcoin-Adressen der Empfänger werden dabei mit den Einträgen in den sozialen Netzwerken, Foren, im Darknet und auf sonstigen Webseiten abgeglichen.

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Kürzlich wurden von BitFury, das vor mehreren Jahren als Mining-Unternehmen seinen Anfang nahm, mehrere Software-Tools unter dem Sammelbegriff Crystal vorgestellt. Die meisten Cyberkriminellen nutzen Wallets bei mehreren Anbietern, um ihre Identität zu verschleiern. Die Software versucht, die einzelnen Bitcoin-Adressen aufgrund der Aktivität in der Blockchain und der Einträge im Web zu Gruppen zusammenzufassen. Nicht nur Teile der Bitcoin-Blockchain sollen dabei deanonymisiert werden. Die hauseigenen Crawler (Suchprogramme) durchforsten das Web nach einschlägigen Foren und sozialen Netzwerken, um Verbindungen zwischen den einzelnen Konten der Kriminellen herzustellen. Eine gezielte Suche nach Schlüsselbegriffen sei möglich, um Darknet-Marktplätze zu untersuchen und festzustellen, wem welche Accounts gehören. Dies bedeutet, dass alle Nutzer, die sehr viel Wert auf ihre Privatsphäre legen, nach Ansicht der drei Wissenschaftler, die Anfang Januar das entsprechende White Paper veröffentlicht haben, einer großen Gefahr ausgesetzt sind. Das White Paper von Dmitry Ermilov, Maxim Panov und Yury Yanovich kann übrigens von hier bezogen werden.

Die Tools sind für die Öffentlichkeit aber erst ab März 2018 gegen entsprechende Bezahlung verfügbar. Für alle Finanzdienstleister oder Anbieter von Online-Wallets dürfte die automatische Einschätzung von Transaktionen interessant sein, die bestimmen soll, ob das Geld zu legalen oder illegalen Zwecken übermittelt wird. Wenn der Absender der Transaktion im Darknet oder in einschlägigen Foren seine Bitcoin-Adresse hinterlegt hat, soll die Software sofort Alarm schlagen. BitFury will daneben auch Grafiken erstellen, die die Zusammenhänge zwischen den Accounts visualisieren und dabei helfen sollen, die Guten von den Bösen zu unterscheiden.

Noch bleibt abzuwarten, wie effektiv das selbst entwickelte automatische „Bitcoin-Adressen-Clustering“ der Software die Transfers deanonymisieren kann. Wegen des mangelnden Interesses diverser Behörden und privaten Unternehmen wird das Projekt sicher nicht scheitern. Davon abgesehen sind schon jetzt viele Nutzer des Darknet zu anderen Coins wie Monero ausgewichen, deren Spur bislang niemand erfolgreich folgen kann. Daneben können auch private Transfers per DASH oder mit anderen Kryptowährungen realisiert werden. Der DASH spielt im Untergrund bis jetzt im Gegensatz zum Monero oder dem BTC keine große Rolle.

BTC-ECHO

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