Bitcoin, werd’ erwachsen! Die Lage am Mittwoch

Bitcoin, werd’ erwachsen! Die Lage am Mittwoch

Bitcoin muss erwachsen werden und die Blockchain aus den Kinderschuhen raus. Die inzwischen fast zum Mantra gewordenen Forderungen hallen bisweilen ungehört durch die Chats und Foren der Blockchain-Gemeinde. Doch wie ist der Status quo? 

Bitcoin, werd’ erwachsen! Dass der Unkenruf einer unruhigen Gemeinde zu einer erfüllten Prophezeiung werden kann, dafür scheint es noch einiges zu brauchen. Eine vernünftige Regulierung, ein bisschen weniger Spekulation und vor allem: Weniger FUD ‘n’ FOMO.

Denn: Die Bitcoin-Gemeinde, das Blockchain-Ökosystem, die Jünger IOTAs und die Ripple-Ritter haben ein gemeinsames Problem. Während in der Ruhe ihre Kraft liegen sollte, bewegen sie sich in einer extrem schnelllebigen und unsteten Industrie. Wenn Sekunden über Gewinn und Verlust entscheiden, wie soll man da mit ruhiger Hand traden?

FUD ‘n’ FOMO vs. Hype Cycle

FOMO-Käufe sind genauso wie FUD-Verkäufe – man kann es nicht oft genug betonen – schlechte Anlageberater. Die Angst, etwas zu verpassen (FOMO), ist ein ebenso schlechter Ratgeber wie Angst, Unsicherheit und Zweifel (FUD). Diesen zu entkommen ist nicht immer einfach. Doch folgt man einer simplen Rezeptur (und verliert zwischenzeitlich nicht den Glauben an die Blockchain-Industrie), lassen sich Verluste möglichst gering halten.

Orientiert man sich nämlich am Gartner-Hype-Cycle-Modell, heißt der Ratschlag: Augen zu und durchhodln. Denn demnach befinden wir uns momentan in einer Korrekturphase, wie sie für Technologien im Frühstadium nicht ungewöhnlich ist. Der erste Hype ist vorbei, die schnelllebigen Investoren sind wieder abgesprungen, was bleibt, ist der feste Kern (der sich jedoch auch noch schmälern wird). Fällt man nun nicht auf Pump-and-Dumps herein (oder macht man schnell genug und bei den richtigen mit), wird man auch den aktuellen Bärenmarkt überleben.

Dessen Ende hängt, folgt man dem Modell weiter, nun vor allem von der berühmt-berüchtigten Adaption von Bitcoin & Co. ab. Sprich: Die Technologie muss sich durchsetzen, die richtigen Projekte müssen ihren Weg in den Mainstream finden. Das bedeutet jedoch auch: Viele Projekte werden in der (nahen?) Zukunft scheitern, einige wenige überleben.

Doch warten wir nicht schon viel zu lange? Eigentlich nicht:

Klar, zehn Jahre klingen lang. Aber wenn du das mit dem Internet vergleichst, sind zehn Jahre relativ kurz. Das Internet ist den achtziger Jahren erfunden worden, die erste Blase kam dann in den neunziger Jahren. Aber die Unternehmen, die wir heute nutzen, sind ja damals erst gestartet. Das heißt, wir würden uns jetzt am Startpunkt befinden. Genau die nächsten zwanzig Jahre sind daher spannend.

Dr. Julian Hosp im BTC-ECHO-Interview.

Regulierung kann helfen

Um der Flut an Shitcoins und zum Scheitern verurteilter Projekte zu entkommen und Betrügern nicht das Geld in die Hände zu schieben, braucht es jedoch auch Hilfe von Außen. Hier müssen vor allem Regierungen und Behörden ansetzen, um geeignete Richtlinien zu schaffen, die helfen, dieser „neuen“ Technologie namens Blockchain Herr zu werden. Stichwort: Pump and Dump.

Denn gewieften Tricksern ist es ein Leichtes, sich an der Schnelllebigkeit des Marktes zu bereichern. Was ihnen oft und gerne in die Hände spielt: FOMO. Das aktuellste Beispiel ist der BitTorrent Token aus dem Hause TRON. Innerhalb kürzester Zeit verteilte die Krypto-Börse Binance und das Token-Projekt TRON neue Token an eine geringe Anzahl sogenannter „Wale“, die den Kurs für den Token jetzt (theoretisch!) künstlich in die Höhe treiben können. Das hat wiederum den Effekt, das Außenstehende auf das angebliche Potential des Token aufmerksam werden und auch ihren Teil des Kuchens abhaben wollen (Pump). Im richtigen Moment stoßen die Wale ihre Token wieder ab (Dump) und bereichern sich so an gefoppten FOMO-Opfern.

An regulierten Finanzmärkten sind solche Praktiken längst verboten. Doch die unterscheiden sich eben in einem wichtigen (offensichtlichen) Punkt: Sie sind reguliert.

Bitcoin breitet sich aus

Im Gegensatz zu etwaigen Kursverläufen spricht die Verbreitung von Blockchain und Kryptowährungen allein in der vergangenen Woche eine andere Sprache. Da ist zum Beispiel das alte Problem mit Bitcoins Energieverbrauch, das von Gegnern der Kryptowährung immer wieder angeführt wird. Bitfury, eine der Top-Blockchain-Unternehmen, will seit Kurzem die „goldene Gans“ gefunden haben. Denn in einer aktuellen Bestrebung, Paraguays erneuerbare Energieressourcen anzuzapfen, will das Unternehmen Bitcoin Mining wieder zu altem Glanz verhelfen. Dass sich die Kryptowährung auf dem südamerikanischen Kontinent längst verdient gemacht hat, lässt selbst Präsident Maduro zum wiederholten Male aufhorchen.

Und auch an technologischer Front tut sich was. Die Aktion #InTrustChain soll verdeutlichen, was die Bitcoin Blockchain ohnehin abbilden soll: Vertrauen. So war es ein Norweger, der eine Art Bitcoin-Kettenbrief ins Leben rief, die seitdem von Enthusiast zu Enthusiast weitergereicht wird. Und das, obwohl sie mit jeder Weitergabe wertvoller wird.

Was also bleibt, ist der Unkenruf im Stimmbruch: Bitcoin, werd erwachsen! Dann klappt’s auch mit dem ETF.

Jetzt in Kryptowährungen investieren: Kryptowährungen kaufen, verkaufen oder traden – wir haben die besten Broker, Börsen und Zertifikate zusammengestellt: Bitcoin kaufen | Ether kaufen | Ripple kaufen | IOTA kaufen | Broker-Vergleich

Mehr zum Thema:

Ähnliche Artikel

Die Top Bitcoin- und Blockchain-News der Woche
Die Top Bitcoin- und Blockchain-News der Woche
Kolumne

Der Bitcoin-Kurs rutscht nervös zwischen verschiedenen Markern hin und her und alle fragen sich: Warum? Der BTC-ECHO-Newsflash. Alles, was du letzte Woche verpasst hast.

Die Lage am Mittwoch – Was wurde eigentlich aus Bitcoin-ATMs?
Die Lage am Mittwoch – Was wurde eigentlich aus Bitcoin-ATMs?
Bitcoin

Es ist ein alter Hut: Was der Bitcoin-Adaption fehlt, sind verlässliche On-Ramps. Möglichkeiten also, Bitcoin mithilfe von Investments Teil des täglichen Lebens werden zu lassen. Denn was, wenn nicht die Teilhabe am Bitcoin-Kurs veranlasst Anleger, sich mit den Verheißungen des digitalen Goldes auseinanderzusetzen? Was das Ökosystem also derzeit dringender als alles andere benötigt, sind Mittel und Wege, möglichst einfach BTC beziehen zu können. Eine vieldiskutierte Möglichkeit dafür, sind Bitcoin-ATMs.

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

Twitter Account @bitcoin jetzt doch pro BTC – Finte oder Läuterung?
Twitter Account @bitcoin jetzt doch pro BTC – Finte oder Läuterung?
Bitcoin

Der Twitter Account @bitcoin scheint die Lager gewechselt zu haben. Nachdem das Konto vormals der Bitcoin Fork Bitcoin Cash (BCH) die Stange gehalten hatte, sollen die Betreiber nun auf Seiten BTCs zu finden sein. Doch die Community ist skeptisch.

A1 Telekom Austria akzeptiert Bitcoin-Zahlungen
A1 Telekom Austria akzeptiert Bitcoin-Zahlungen
Bitcoin

Die „Telekom Österreichs“, A1 Telekom Austria, ermöglicht Kunden seit dem 19. August das Bezahlen mit Kryptowährungen. Der Feldversuch des österreichischen TelCo-Marktführers erfolgt in Zusammenarbeit mit dem FinTech-Start-up Salamantek und wird zunächst in sieben ausgesuchten A1-Filialen durchgeführt.

Israelische Behörden schalten auf Turbo: Finanzaufsicht will FinTech-Lizenzen im Eilverfahren vergeben
Israelische Behörden schalten auf Turbo: Finanzaufsicht will FinTech-Lizenzen im Eilverfahren vergeben
Regulierung

Die israelische Finanzmarktaufsicht CMA will Marktzulassungen für FinTech-Unternehmen im Eilverfahren erteilen. Damit zielt die Behörde darauf, den Wettbewerb im Land anzukurbeln und die gesamte Branche zu fördern. Besonders die israelische Krypto-Industrie steckt derzeit noch in den Kinderschuhen.

INX Limited plant den Börsengang – unterstützt von Samson Mow, Fluffypony & Co.
INX Limited plant den Börsengang – unterstützt von Samson Mow, Fluffypony & Co.
Funding

Die geplante Krypto-Handelsbörse INX Limited will die Erlaubnis der US-Börsenaufsicht zum Verkauf ihres plattformeigenen Hybrid-Tokens INX Token. INX Limited verfügt über prominente Unterstützung – von Samson Mow bis „Fluffypony“. Ein Audit der Geschäftsbücher offenbart jedoch „erhebliche Zweifel“ an der Wirtschaftlichkeit der Krypto-Exchange in spe.

Angesagt

Indischer Bundesstaat Maharashtra setzt auf großangelegte Blockchain-Initiative
Regierungen

Maharashtra, der zweitgrößte indische Bundesstaat, will mit einer großangelegten Initiative dem Einsatz von Blockchain-Technologien den Weg ebnen. Helfen soll dabei eine sogenannte „Regulatory Sandbox“, die innerhalb der kommenden Monate eingerichtet werden soll. Künftig will die Regierung Blockchain-Technologien unter anderem im Agrarsektor sowie in der öffentlichen Verwaltung einsetzen.

Rakuten: Japanischer E-Commerce-Gigant startet Bitcoin-Börse
Unternehmen

Rakuten Wallet geht mit seiner Bitcoin-Börse online. Kunden können ab sofort Krypto-Assets handeln und verwalten. Hierfür bietet Rakuten Wallet den Nutzern verschiedene Sicherheitsstandards. Denn neben der Verwaltung des Kundenvermögens in einer Treuhandgesellschaft, werden aktuelle Cyber-Sicherheits-Verfahren eingesetzt.

Binance kündigt Stable-Coin-Projekt Venus an
Unternehmen

Binance will mit Venus ein neues Stable-Coin-Projekt ins Rollen bringen. Die Bitcoin-Börse spricht von einer „regionalen“ Version des Facebook Coins Libra. Mit Details geizt Binance bislang.

Altcoin-Marktanalyse – Litecoin-Kurs gibt trotz Halvings stark ab
Kursanalyse

Alle Top-10-Coins haben in der vergangenen Woche abermals Kursverluste zu verzeichnen.

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: