Gibt Bitcoin.de Nutzerdaten an Polizei heraus?

Danny de Boer

von Danny de Boer

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Danny de Boer

Als Informatiker schaut Danny de Boer kritisch auf die Blockchain-Entwicklung und Kryptographie. Zwischen Komplexität und Hype erklärt er allgemeinverständlich und anwendungsbezogen. Seit 2014 berichtet er für BTC-ECHO aus der Krypto-Szene.

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Laut Rechercheberichten von Motherboard soll die größte deutsche Bitcoin-Handelsplattform, Bitcoin.de, in mindestens acht Fällen Nutzerdaten an die Polizei herausgegeben haben – ohne gerichtlichen Beschluss.
Angeblich ohne Staatsanwaltschaft & ohne richterlichen Beschluss

Angeblich ohne Staatsanwaltschaft & ohne richterlichen Beschluss

Bitcoin wird in manchen Kreisen immer noch fälschlicherweise als anonym bezeichnet. Vor einigen Jahren, dachte man auch noch dies entspreche der Realität, doch während Data Scientists die Blockchain nach Daten durchforstet haben, fiel letztendlich auf, dass man allein durch die Verknüpfung von Adressen auf mögliche Verbindungen schließen konnte. Besonders an Schnittpunkten mit traditionellen Systemen wie Online-Börsen wird die vermeintliche Anonymität brüchig – was bleibt, ist eine halbwegs (un-)sichere Pseudonymität.


Gerichtsakten die Motherboard vorliegen sollen, ermittelte die Polizei im Falle im Bezug auf Kunden des illegalen Drogen-Onlineshops Chemical Love. Dort sollte mit Bitcoin bezahlt werden, wodurch die Polizei eine Rückwärtssuche einleitete.

Daraufhin gab es Anfragen seitens der Polizei gegenüber der deutsche Plattform Bitcoin.de – welche schnell beantwortet worden sein sollen. Laut den Berichten soll ein Telefonat ausgereicht haben, um die Plattform davon zu überzeugen, die notwendigen Daten für den Fall herauszugeben, obwohl rein rechtlich kein Zwang dazu bestehe die Daten der Polizeistelle zu übermitteln, so der Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar gegenüber Motherboard.

“Berechtigtes Interesse”

Als Erklärung für das drastische Vorauseilen von Bitcoin.de sei die “vertrauensvolle Zusammenarbeit mit verschiedenen Behörden” zu nennen, so der Unternehmenssprecher.

Zwar läge in allen Fällen nach eigenen Aussagen immer ein “berechtigtes Interesse” vor, doch dass erklärt folgenden Sachverhalt nicht: Die Polizei fragte wegen einer bestimmten Bitcoin-Adresse bei Bitcoin.de nach, die sich nach Aussagen bei Bitcoin.de registriert haben soll. Die Plattform recherchierte selber, so Motherboard, und gab für die Adresse Klarnamen, Nickname, Wohnort, E-Mail, Telefonnummer, Bestellmenge, Bankverbindung, Kontobewegung, Login-Historie und IP-Adressen heraus. Doch nicht nur für diese eine Adresse, nein, ebenfalls für sieben weitere.

Datenschutz adé?

Viele Nutzer berichten davon, dass ihr Vertrauen zu Bitcoin.de durch diese Geschichte gebrochen sei. Verständlich sei aber dennoch, dass eine Zusammenarbeit mit den Behörden für einen funktionierenden Rechtsstaat unerlässlich ist.

Als Alternative für zentrale Bitcoin-Börsen bieten sich dezentrale Börsen wie beispielsweise Bisq an. Dort werden keinerlei Nutzerdaten gespeichert. Der Originalartikel ist auf Motherboard einsehbar.

UPDATE: Bitcoin.de veröffentlichte eine Stellungnahme zu den Vorwürfen:

Zu der aktuellen Berichterstattung in Bezug auf die Herausgabe von Daten an Ermittlungsbehörden nehmen wir wie folgt Stellung:

Wir sind eine P2P-Plattform und dem Schutz unserer ehrlichen Kunden verpflichtet, die nicht mit Straftätern Bitcoins handeln und nicht mit Straftaten in Verbindung gebracht werden wollen. Der Schutz unserer unbescholtenen Kunden und deren Bitcoins ist uns wichtiger, als der Schutz der Daten von mutmaßlichen Straftätern.

Wir geben Daten von Kunden nur dann an Ermittlungsbehörden heraus, wenn diese in konkreten Einzelfällen schriftlich anfragen und ein berechtigtes Interesse in Bezug auf konkrete Straftaten glaubhaft machen können. Das war in der Vergangenheit aus unserer Sicht immer der Fall. Eine Art Rasterfahndung oder massenhafte Übermittlung von Daten ist nie erfolgt. Wir ermitteln auch nicht “auf eigene Faust”, wie in dem Artikel dargestellt, sondern bearbeiten nur konkrete Anfragen. Pro Tag erreichen uns 1-2 Anfragen pro Tag und nur in seltenen Fällen, können wir überhaupt Auskünfte geben.

Wir sind gesetzlich dazu berechtigt Daten an anfragende Behörden herauszugeben – auch ohne richterlichen Beschluss. Dies ist auch bereits seit 2011 so in unseren AGB zum Thema Datenschutz §21 Abs. 5 festgehalten (“berechtigt oder verpflichtet”). Um es zukünftig ganz deutlich zu machen, werden wir unsere Praxis im Umgang mit Behördenanfragen zeitnah auch in unsere FAQ aufnehmen. Der Gesetzgeber hat die Entscheidung Daten auch ohne richterlichen Beschluss herauszugeben den betroffenen Unternehmen überlassen. Aus unserer Sicht hat er die Entscheidung bei den Unternehmen “abgeladen”. Wir glauben die beste Entscheidung von zwei schlechten Optionen getroffen zu haben. Um die Entscheidung hat sich bei uns Niemand gerissen. Wir wollen und werden aber auch zukünftig nicht die moralische Verantwortung dafür übernehmen, wenn evtl. mal durch verspätete Auskünfte von uns im schlimmsten Fall Menschenleben gefährdet werden. Es gab bereits mehrere solcher brenzlichen Situationen.

Man kann unsere Entscheidung moralisch nicht gut finden, weil man andere Vorstellungen von Datenschutz, Gewaltenteilung und Bürgerrechten hat. Ok. Aber wir stehen zu unserer Entscheidung, die uns Niemand abnehmen kann.

Das Bitcoin.de-Team

Quelle: https://www.facebook.com/bitcoin.de/

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