bitcoin.de, Gibt Bitcoin.de Nutzerdaten an Polizei heraus?
bitcoin.de, Gibt Bitcoin.de Nutzerdaten an Polizei heraus?

Quelle: Photographee.eu

Gibt Bitcoin.de Nutzerdaten an Polizei heraus?

Laut Rechercheberichten von Motherboard soll die größte deutsche Bitcoin-Handelsplattform, Bitcoin.de, in mindestens acht Fällen Nutzerdaten an die Polizei herausgegeben haben – ohne gerichtlichen Beschluss.
Angeblich ohne Staatsanwaltschaft & ohne richterlichen Beschluss

Angeblich ohne Staatsanwaltschaft & ohne richterlichen Beschluss

Bitcoin wird in manchen Kreisen immer noch fälschlicherweise als anonym bezeichnet. Vor einigen Jahren, dachte man auch noch dies entspreche der Realität, doch während Data Scientists die Blockchain nach Daten durchforstet haben, fiel letztendlich auf, dass man allein durch die Verknüpfung von Adressen auf mögliche Verbindungen schließen konnte. Besonders an Schnittpunkten mit traditionellen Systemen wie Online-Börsen wird die vermeintliche Anonymität brüchig – was bleibt, ist eine halbwegs (un-)sichere Pseudonymität.

Gerichtsakten die Motherboard vorliegen sollen, ermittelte die Polizei im Falle im Bezug auf Kunden des illegalen Drogen-Onlineshops Chemical Love. Dort sollte mit Bitcoin bezahlt werden, wodurch die Polizei eine Rückwärtssuche einleitete.

Daraufhin gab es Anfragen seitens der Polizei gegenüber der deutsche Plattform Bitcoin.de – welche schnell beantwortet worden sein sollen. Laut den Berichten soll ein Telefonat ausgereicht haben, um die Plattform davon zu überzeugen, die notwendigen Daten für den Fall herauszugeben, obwohl rein rechtlich kein Zwang dazu bestehe die Daten der Polizeistelle zu übermitteln, so der Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar gegenüber Motherboard.

“Berechtigtes Interesse”


bitcoin.de, Gibt Bitcoin.de Nutzerdaten an Polizei heraus?
[Anzeige]
Bitcoin, Ethereum, Ripple, IOTA und die bekanntesten Kryptowährungen auf Plus500 handeln. Warum Plus500? Kostenloses Demo-Konto; Mobile Trading-App; Einzahlungen per PayPal; große Auswahl an verschiedenen Finanzprodukten (Kryptowährungen, Aktien, Rohstoffe, ETFs, Devisen, Indizies).

Jetzt kostenloses Konto eröffnen

Als Erklärung für das drastische Vorauseilen von Bitcoin.de sei die “vertrauensvolle Zusammenarbeit mit verschiedenen Behörden” zu nennen, so der Unternehmenssprecher.

Zwar läge in allen Fällen nach eigenen Aussagen immer ein “berechtigtes Interesse” vor, doch dass erklärt folgenden Sachverhalt nicht: Die Polizei fragte wegen einer bestimmten Bitcoin-Adresse bei Bitcoin.de nach, die sich nach Aussagen bei Bitcoin.de registriert haben soll. Die Plattform recherchierte selber, so Motherboard, und gab für die Adresse Klarnamen, Nickname, Wohnort, E-Mail, Telefonnummer, Bestellmenge, Bankverbindung, Kontobewegung, Login-Historie und IP-Adressen heraus. Doch nicht nur für diese eine Adresse, nein, ebenfalls für sieben weitere.

Datenschutz adé?

Viele Nutzer berichten davon, dass ihr Vertrauen zu Bitcoin.de durch diese Geschichte gebrochen sei. Verständlich sei aber dennoch, dass eine Zusammenarbeit mit den Behörden für einen funktionierenden Rechtsstaat unerlässlich ist.

Als Alternative für zentrale Bitcoin-Börsen bieten sich dezentrale Börsen wie beispielsweise Bisq an. Dort werden keinerlei Nutzerdaten gespeichert. Der Originalartikel ist auf Motherboard einsehbar.

UPDATE: Bitcoin.de veröffentlichte eine Stellungnahme zu den Vorwürfen:

Zu der aktuellen Berichterstattung in Bezug auf die Herausgabe von Daten an Ermittlungsbehörden nehmen wir wie folgt Stellung:

Wir sind eine P2P-Plattform und dem Schutz unserer ehrlichen Kunden verpflichtet, die nicht mit Straftätern Bitcoins handeln und nicht mit Straftaten in Verbindung gebracht werden wollen. Der Schutz unserer unbescholtenen Kunden und deren Bitcoins ist uns wichtiger, als der Schutz der Daten von mutmaßlichen Straftätern.

Wir geben Daten von Kunden nur dann an Ermittlungsbehörden heraus, wenn diese in konkreten Einzelfällen schriftlich anfragen und ein berechtigtes Interesse in Bezug auf konkrete Straftaten glaubhaft machen können. Das war in der Vergangenheit aus unserer Sicht immer der Fall. Eine Art Rasterfahndung oder massenhafte Übermittlung von Daten ist nie erfolgt. Wir ermitteln auch nicht “auf eigene Faust”, wie in dem Artikel dargestellt, sondern bearbeiten nur konkrete Anfragen. Pro Tag erreichen uns 1-2 Anfragen pro Tag und nur in seltenen Fällen, können wir überhaupt Auskünfte geben.

Wir sind gesetzlich dazu berechtigt Daten an anfragende Behörden herauszugeben – auch ohne richterlichen Beschluss. Dies ist auch bereits seit 2011 so in unseren AGB zum Thema Datenschutz §21 Abs. 5 festgehalten (“berechtigt oder verpflichtet”). Um es zukünftig ganz deutlich zu machen, werden wir unsere Praxis im Umgang mit Behördenanfragen zeitnah auch in unsere FAQ aufnehmen. Der Gesetzgeber hat die Entscheidung Daten auch ohne richterlichen Beschluss herauszugeben den betroffenen Unternehmen überlassen. Aus unserer Sicht hat er die Entscheidung bei den Unternehmen “abgeladen”. Wir glauben die beste Entscheidung von zwei schlechten Optionen getroffen zu haben. Um die Entscheidung hat sich bei uns Niemand gerissen. Wir wollen und werden aber auch zukünftig nicht die moralische Verantwortung dafür übernehmen, wenn evtl. mal durch verspätete Auskünfte von uns im schlimmsten Fall Menschenleben gefährdet werden. Es gab bereits mehrere solcher brenzlichen Situationen.

Man kann unsere Entscheidung moralisch nicht gut finden, weil man andere Vorstellungen von Datenschutz, Gewaltenteilung und Bürgerrechten hat. Ok. Aber wir stehen zu unserer Entscheidung, die uns Niemand abnehmen kann.

Das Bitcoin.de-Team

Quelle: https://www.facebook.com/bitcoin.de/

BTC-ECHO

Mehr zum Thema:

bitcoin.de, Gibt Bitcoin.de Nutzerdaten an Polizei heraus?

Bereit für den nächsten Karrieresprung?

Sichere dir deinen Vorsprung durch Wissen und werde zum Blockchain & Krypto Experten

z.B. "Blockchain Basics Kurs"

Inklusive personalisiertes Teilnahmezertifikat
Zum Online Kurs

Ähnliche Artikel

bitcoin.de, Gibt Bitcoin.de Nutzerdaten an Polizei heraus?
Bitcoin-Kurs im Golden Cross: So stehen die Chancen für eine neue Rallye
Bitcoin

Bitcoin-Bullen frohlocken angesichts dieser Konstellation: Das Golden Cross hat dem Bitcoin-Kurs in 60 Prozent der Fälle eine Rallye beschert. Dennoch gibt es noch keinen Grund, den Lambo-Lieferservice anzurufen. Ein Blick auf das Kreuz mit dem Golden Cross.

bitcoin.de, Gibt Bitcoin.de Nutzerdaten an Polizei heraus?
Neuer Token bringt Bitcoin auf die Ethereum Blockchain
Bitcoin

Mit tBTC erblickt ein Token das Licht der Krypto-Welt, der Bitcoin in die Ethereum Blockchain einbettet. Der ERC-20 Token ist für DeFi-Anwendungen konzipiert und soll künftig eine Brücke zwischen den Krypto-Ökosystemen schlagen.   

Newsletter

Die aktuellsten News kostenlos per E-Mail

Aktuell

bitcoin.de, Gibt Bitcoin.de Nutzerdaten an Polizei heraus?
1.300 US-Dollar für einen Bitcoin
Szene

Es gibt frischen Wind im Fall der ehemaligen Bitcoin-Börse Mt.Gox. Denn der Hedgefonds Fortress unterbreitete Anspruchshaltern ein weiteres Angebot.

bitcoin.de, Gibt Bitcoin.de Nutzerdaten an Polizei heraus?
PayPal-Gründer will 30 Prozent der BTC Hash Rate kontrollieren
Mining

Das Bitcoin-Mining-Unternehmen Layer1 plant, 30 Prozent der Hash Rate im BTC-Netzwerk einzunehmen. Die ambitionierten Pläne des Unternehmens werden bereits von Geldgebern unterstützt.

bitcoin.de, Gibt Bitcoin.de Nutzerdaten an Polizei heraus?
Erneute Klatsche für Libra
Altcoins

Facebooks geplanter Stable Coin Libra steht erneut im Kreuzfeuer von Valdis Dombrovskis. Der EU-Kommissar für Wirtschaft und Kapitaldienstleistungen wirft der Libra Association mangelnde Auskunftsbereitschaft vor und rückt die Einführung der Facebook-Währung in weite Ferne.

bitcoin.de, Gibt Bitcoin.de Nutzerdaten an Polizei heraus?
Bitcoin Trading beim japanischen Marktführer: bitFlyer erobert Europa und die USA
Sponsored

Obwohl der Krypto-Sektor und das Bitcoin-Netzwerk ein kontinuierliches Wachstum an den Tag legen, bilden digitale Anlagegüter noch immer einen verhältnismäßig geringen Teil des verfügbaren Weltkapitals ab. Das zeigt einerseits, dass Kryptowährungen und -Token noch ein riesiges Wachstumspotenzial haben, andererseits macht dieser Umstand deutlich, dass ein Großteil des Kapitals auf traditionellen und hochgradig regulierten Märkten bewegt wird.

Angesagt

Bitcoin zum Schleuderpreis: US-Auktion schuld?
Märkte

Der Bitcoin-Kurs (BTC) ist in den letzten 24 Stunden um über vier Prozent gesunken. In den Abendstunden des 19. Februars hat der Kurs der Kryptowährung ruckartig fast 400 US-Dollar verloren. Den Ethereum-Kurs, Ripple-Kurs und IOTA-Kurs zieht es mit nach unten – fast der gesamte Markt ist vom Kurseinbruch betroffen. Auslöser könnte eine Auktion in den USA sein.

Südkoreanische Zentralbank arbeitet an Blockchain-System für Anleihen
Blockchain

Zentralbanken und Blockchain. Das scheint immer besser zusammenzugehen. Auch die Bank von Korea forscht fleißig an Anwendungsmöglichkeiten.

Europäische Weltraumbehörde schießt Blockchain in den Orbit
Forschung

Die Europäische Weltraumbehörde verwendet die Blockchain-Technologie künftig für die Erfassung topographischer Messdaten. Die in den Satelliten eingesetzte Blockchain-Lösung stammt vom schottischen Unternehmen Hypervine.

IOTA findet Sündenbock: MoonPay schuld an Trinity Hack
Altcoins

Die Achillesverse der Trinity Wallet lag nicht im Code der Wallet, sondern beim Bezahldienst MoonPay. Das geht aus einem Update der IOTA Foundation zum Trinity Hack hervor. Unterdessen hat die Foundation neue Desktop- und Mobilversionen veröffentlicht – ohne MoonPay-Integration. Nutzerinnen und Nutzer müssen vorerst dennoch auf der Hut bleiben – und das Tangle bleibt unterdessen eingefroren.

bitcoin.de, Gibt Bitcoin.de Nutzerdaten an Polizei heraus?

Warte mal kurz ... !

Kennst du schon unseren Newsletter? Wir versorgen dich kostenlos mit den spannendsten News der Krypto- und Blockchainszene: