Altcoin-Marktanalyse: Rückblick auf eine ruhige Woche im Krypto-Markt

Stefan Lübeck

von Stefan Lübeck

Am · Lesezeit: 8 Minuten

Stefan Lübeck

Stefan Lübeck arbeitet als freiberuflicher Analyst für BTC-ECHO. Stefan ist seit über einem Jahrzehnt Trader und Chartanalyst am klassischen Markt und weiterte seine Analysen Mitte 2017 auf den Kryptomarkt aus. Der studierte Soziologe kann somit auf eine langjährige Erfahrung im Bereich der charttechnischen Analyse zurückgreifen, welche er als aktiver Daytrader für sich nutzt.

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Bitcoin vs Altcoins Marktanalyse

Quelle: Shutterstock

BTC10,869.34 $ 1.33%

Die Leitwährung Bitcoin beendete nach erfolgreicher Verteidigung der 7.800-US-Dollar-Marke die vergangene Woche bei 8.233 US-Dollar. Bei den Top-10-Altcoins verzeichneten diese Woche sieben der zehn Kryptowährungen ein Kursplus. Die aufgestellte Vermutung, dass die größte Gefahr einer weiteren Konsolidierung vorerst geringer scheint, bewahrheitet sich aktuell.

Die stärksten Altcoins unter den Top 10 sind in dieser Woche Bitcoin SV (BSV), der bereits letzte Woche gut performen konnte, mit einem Kursplus von zwölf Prozent, gefolgt von Ripple (XRP) mit immerhin noch sechs Prozent Kurszuwachs. Auf der Verliererseite finden sich EOS mit einem Kursabschlag von gut fünf Prozent sowie Cardano mit einem Minus von knapp vier Prozent.

Blick auf die Marktkapitalisierung


Gesamtmarktkapitalisierung auf Basis von Werten von Cryptocap dargestellt.

Zu Wochenbeginn fiel die Marktkapitalisierung aller Altcoins zunächst erneut in Richtung der psychologisch wichtigen 200 Milliarden US-Dollar, erholte sich zu Beginn des Wochenendes jedoch wieder und schloss auf Wochensicht unverändert bei 230 Milliarden US-Dollar. Die Bärenflagge wurde somit erwartungsgemäß nach unten verlassen. Aktuell testet der Kurs die Unterkante der Flagge und versucht wieder einzusteigen, was kurzfristig ein bullishes Signal wäre.

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Solange der Widerstandsbereich zwischen 235 Milliarden US-Dollar und 245 Milliarden US-Dollar jedoch nicht überwunden wird, kann nur von einer temporären Erholung des Gesamtmarkts gesprochen werden. Ein Bruch dieser Schwelle dürfte dem Markt Luft bis zu der 270-Milliarden-US-Dollar-Schwelle geben. Positiv bleibt festzuhalten, dass die wichtige Unterstützung im Bereich der 200-Milliarden-US-Dollar-Marke Käufer anlockt. Allerdings können sich die Bullen aktuell noch nicht richtig von den 3-Monats-Tiefs lösen. So gilt es vorerst, weiter den Markt genau im Auge zu behalten, bis der Kampf um diesen wichtigen Bereich entschieden ist.

Beste Kursentwicklung: Bitcoin SV (BSV)

Kursanalyse auf Basis des Wertepaares BSV/USDT auf Bittrex

Nachdem Bitcoin SV bereits in der letzten Woche um gut zehn Prozent ansteigen konnte, schaffte die Kryptowährung auch diese Woche einen Kurssprung um gut zwölf Prozent und steigt damit deutlich stärker als die anderen Top-10-Coins. Mit einer starken Tageskerze am Sonntag, dem 20. Oktober, erfolgte der Sprung zurück in den Abwärtskanal und konnte so ein Kaufsignal auslösen und gleichsam das Kursziel im Bereich der 110 US-Dollar aktivieren. Schafft Bitcoin SV es, diesen Widerstand sowie die Oberkante des Trendkanals nach oben zu durchbrechen, ist als erstes Ziel die 119,40 US-Dollar zu nennen.

Oberhalb der 120-US-Dollar-Marke wäre ein Kursziel von 138 US-Dollar vorstellbar. Prallt der Bitcoin-SV-Preis hingegen nach unten ab, wäre zunächst die 96-US-Dollar-Marke als Unterstützung relevant. Als wirklich wichtige Unterstützungsmarke fungiert nun die 80-US-Dollar-Marke. Dort verlaufen die Tiefs der letzten Wochen sowie die Unterkante des Trendkanals im Tageschart. Aktuell sieht der Chart von Bitcoin SV auf Tagesbasis positiv aus. Die beiden letzten Tageskerzen zeigen einen starken bullishen Charakter, weshalb ein Angriff auf den Widerstandsbereich bei 110 US-Dollar wahrscheinlich ist. Durch den starken Kursanstieg der letzten Tage ist es aktuell jedoch wenig sinnvoll, dem Kurs hinterherzulaufen und Bitcoin SV auch jetzt noch zu kaufen. Vielmehr sollte abgewartet werden, ob genug Käufer für BSV vorhanden sind, um den Preis aus dem Trendkanal nach oben springen zu lassen.

Indikatoren stimmen bullish

Der Blick auf die Indikatoren bestätigt das bullishe Bild der letzten Wochen. Der RSI und der MACD-Indikator weisen im Tageschart Kaufsignale auf. Mit einem Wert von 64 zeigt sich beim RSI eine schöne bullishe Bewegung. Auch der MACD ist seit dieser Woche zurück im positiven Bereich und hat zu Wochenbeginn ein Kaufsignal auf Tagesbasis generiert. Auf Wochensicht zeigen sich ebenfalls leicht positive Tendenzen. Der RSI kämpft aktuell mit dem wichtigen Schwellenwert von 45 und der MACD steht ebenfalls kurz davor, ein Kaufsignal aufzuweisen. Sollte es Bitcoin SV auch diese Woche schaffen, ein Kursplus zu liefern, würde das dem Kurs weiteren Auftrieb geben.

Schlechteste Kursentwicklung: EOS

Kursanalyse auf Basis des Wertepaares EOS/USD auf Bitfinex

Der Kurs der Kryptowährung EOS entwickelte sich diese Woche verhältnismäßig schwach. Nach der Kurserholung seit Ende September schaffte es EOS mehrfach, nicht die rote Abwärtstrendlinie im Tageschart nach oben zu durchbrechen, worauf ein Abverkauf folgte. Positiv ist festzuhalten, dass die Unterstützung bei 2,75 US-Dollar Halt geben konnte und der Kurs von EOS in den letzten Tagen zusammen mit dem Gesamtmarkt etwas von seinem Wochentief lösen konnte. Solange die Bullen es jedoch nicht schaffen, den Bereich um 3 US-Dollar nachhaltig zu durchbrechen, ist ein weiterer Kursabsacker in Richtung des Unterstützungsbereichs bei 2,35 US-Dollar jederzeit möglich.

Schafft es der Preis von EOS hingegen, den Widerstand bei 3,04 US-Dollar auf Tagesbasis nach oben zu durchbrechen, wäre das Kursziel im Bereich des alten 23er-Fibonacci-Retracements bei 3,23 US-Dollar aktiviert. Aktuell wirkt der Chart von EOS jedoch sehr schwach. Der exponentiell gleitende Mittelwert der letzten 200 Tage, ein wichtiges Maß zur Bewertung der Kursbewegung, verläuft bei 4,20 US-Dollar. Dieses bestätigt das schwache Bild bei EOS. Ein gutes Chance-Risiko-Verhältnis für einen Trade bei EOS zeigt sich deshalb momentan noch nicht. Auch bei EOS heißt es vorerst, weiter genau zu beobachten, ob sich ein Boden ausbilden kann.

RSI und MACD senden bearishe Signale

Die Indikatoren sehen dementsprechend ebenfalls bearish aus. Der RSI notiert auf Tagesbasis bei 40 und damit in bearishem Terrain. Der MACD-Indikator bewegt sich ziemlich richtungslos seitwärts und lässt ebenfalls Kaufdruck vermissen. Auf Wochensicht zeigt sich ein ähnlich bearishes Bild. Der RSI zeigt nach unten und ist mit einem Wert von 39 als schwach zu bewerten. Auch der MACD kann absolut kein Momentum generieren und verläuft im leicht negativen Bereich ebenfalls gen Süden.

Stabilität der Top 10

Bei Bitcoin und den übrigen Altcoins in den Top 10 zeigt sich in der ablaufenden Woche insgesamt ein gemischtes Bild. Sieben der zehn Währungen weisen ein Kursplus auf. Jedoch ist die Mehrheit der Kursteigerungen mit weniger als zwei Prozent eher gering. Nach wie vor ist es nicht eindeutig genug, um von einer nachhaltigen Kursstabilisierung auf breiterer Front zu sprechen. Bei Betrachtung der Kapitalisierung der Top-10-Projekte zeigt sich diese Woche eine Verschiebung auf einer Position. Stellar kann Cardano überflügeln und steigt wieder auf den neunten Platz.

Gewinner und Verlierer der Woche

Wohingegen die Mehrheit der Top-100-Kryptowährungen in den beiden letzten Wochen noch ansteigen konnte, verliert der Markt diese Woche wieder etwas an Schwung. Nur knapp 30 Prozent der Top-100-Coins weist zum Wochenschluss ein Kursplus auf. Der Gewinner der Woche mit einem Kursplus von 93 Prozent, ist mit der Kryptowährung Chiliz ein Neuling unter den Top 100. Die auf den Fußball spezialisierte Kryptowährung kann mit Paris Saint-Germain und Juventus Turin sowie weiteren Fussballvereinen starke offizielle Partner vorweisen.

Auch die Kryptowährung Tierion kann mit einem Kursplus von 42 Prozent auf eine starke Woche zurückblicken. Das Schlusslicht der Woche ist abermals die Kryptowährung Lamda mit einem Abschlag von 32 Prozent. Damit ist Lambda auch diese Woche sehr schwach unterwegs und notiert aktuell wieder in der Nähe des bisherigen Allzeittiefs. Neben Lambda verlieren auch knapp 20 weitere Altcoins mehr als zehn Prozent an Wert.

Gesamtmarktkapitalisierung exklusive Bitcoin auf Basis von Werten von Cryptocap sowie auf Basis des Wertepaares BTC/USD auf Coinbase dargestellt

Die eher schwache Woche bei den Altcoins zeigt sich auch im Chart des Altcoin-Gesamtmarktes vs. Bitcoin. Der Kurs schaffte es nicht, die wichtige Widerstandszone zu durchbrechen und fällt seit einigen Tagen wieder leicht zurück. Der exponentiell gleitende Durchschnitt der letzten 20 Wochen stellt aktuell einen starken Widerstand dar. Beim Bruch der im Tageschart markierten umkämpften Zone könnten die Altcoins weiter an relativer Stärke gegenüber Bitcoin gewinnen.

Ein Blick auf die Bitcoin-Dominanz

Die Dominanz der Leitwährung Bitcoin hat sich diese Woche kaum verändert. Zu Wochenbeginn sackte die Dominanz erneut auf 68,3 Prozent ab und testete damit das Tief von Anfang Oktober. Diese Marke wurde jedoch von den Bitcoin-Bullen erfolgreich verteidigt. Insgesamt gesehen bewegt sich die Dominanz der Leitwährung tendenziell seitwärts. Solange der Widerstand bei 69,53 Prozent nicht nach oben zurückerobert wird, besteht jedoch weiteres Abwärtspotential in Richtung 67,2 sowie 66,7 Prozent, dem wichtigen horizontalen Unterstützungsbereich sowie gleichsam der Unterkante der Bullenflagge. Erst ein Bruch dieses Bereichs würde eine Zielaktivierung der Zone um den exponentiell gleitenden Durchschnitt der letzten 20 Wochen bei 65,9 Prozent aktivieren.

Bitcoin-Dominanz auf Basis von Werten von Cryptocap dargestellt

Wochenausblick: Ausbruch aus 40-Milliarden-US-Dollar-Spanne des Gesamtmarkts entscheidet über mittelfristige Marktrichtung

Der Krypto-Markt bewegt sich diese Woche seitwärts. Zwar konnte der Unterstützungsbereich bei 200 Milliarden US-Dollar erneut verteidigt werden, die Bullen schafften es jedoch nicht, nachhaltige Stärke zu generieren. Auch dass die in der letzten Ausgabe angesprochene Bärenflagge im Chart der Gesamtmarktkapitalisierung nach unten aufgelöst wurde, zeugt nicht wirklich von Stärke im Markt. Solange die 240-Milliarden-US-Dollar-Schwelle nicht zurückerklommen werden kann, droht daher jederzeit ein erneutes Absacken des Gesamtmarkts. Aufgrund seiner Dominanz hängt es weiterhin am Bitcoin, ob noch ein goldener Krypto-Herbst initiiert werden kann. Insbesondere der 9.100 US-Dollar kommt diesbezüglich eine Schlüsselrolle zu.

Disclaimer: Die auf dieser Seite dargestellten Kursschätzungen stellen keine Kauf- bzw. Verkaufsempfehlungen dar. Sie sind lediglich eine Einschätzung des Analysten.

Die Chartbilder wurden mithilfe von TradingView erstellt.

USD/EUR-Kurs zum Redaktionsschluss (22. Oktober 2019, 11 Uhr): 0,90 Euro.

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