Widerstand aus Frankfurt 

Binance wollte die MiCA-Lizenz – dann soll Lagarde den Plan gestoppt haben

Griechenland sollte für Binance zum Tor nach Europa werden. Stattdessen endete der Antrag vorzeitig und wirft nun Fragen über politischen Einfluss auf.

Josip Filipovic
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Das Bild zeigt Christine Lagarde

Beitragsbild: picture alliance

| Binance ist eine der größten Krypto-Börsen weltweit

Christine Lagarde soll sich persönlich gegen eine EU-Lizenz für Binance gestellt haben. Nach einem Bericht des Wall Street Journal bat die EZB-Präsidentin den griechischen Ministerpräsidenten Kyriakos Mitsotakis darum, den Antrag der Krypto-Börse nicht zu genehmigen. Ausschlaggebend waren demnach frühere Verstöße von Binance in den USA und Zweifel daran, ob die Börse die europäischen Vorgaben dauerhaft einhalten würde.

Hinzu kam ein zweiter Punkt, der weit über Binance hinausgeht. Lagarde soll befürchtet haben, dass eine starke Präsenz der Börse in Europa auch Dollar-Stablecoins zusätzlichen Rückenwind geben könnte. Aus Sicht der EZB wäre das heikel, weil sie parallel am digitalen Euro arbeitet und verhindern will, dass Europas Zahlungsverkehr stärker von US-Dollar-basierten Token abhängig wird.

Binance scheitert mit EU-Lizenz in Griechenland

Binance hatte seine MiCA-Lizenz in Griechenland beantragt. Eine Genehmigung dort hätte der Börse grundsätzlich erlaubt, ihre Dienste auch in anderen EU-Staaten anzubieten. Nach Angaben von Binance war die Prüfung durch die griechische Finanzaufsicht weit fortgeschritten, das Unternehmen ging selbst davon aus, die Anforderungen erfüllt zu haben.

Dann änderte sich die Lage: Laut Wall Street Journal wurde Binance von einem Vertreter der griechischen Aufsicht darüber informiert, dass Lagarde gegen den Antrag sei. Formell hatte die EZB dabei gar nicht das letzte Wort, denn MiCA-Lizenzen werden von den zuständigen nationalen Behörden vergeben. Der Einfluss der EZB-Präsidentin soll dennoch gereicht haben, um den Prozess deutlich zu verändern.

Das Unternehmen zog den Antrag schließlich im Juni zurück, noch bevor Griechenland eine formale Ablehnung aussprach. Die Börse erklärte anschließend, sie wolle die Lizenz in einem anderen EU-Mitgliedstaat beantragen und bleibe Europa langfristig verpflichtet. Seit Juli darf Binance ohne MiCA-Zulassung jedoch nicht mehr wie zuvor in der gesamten EU neue Krypto-Dienste anbieten.

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