Die Bank of Japan hat ihren Leitzins von 1,00 auf 1,25 Prozent angehoben und damit den höchsten Stand seit mehr als 31 Jahren erreicht. Für die Märkte ist das deshalb relevant, weil japanische Zinsen lange extrem niedrig waren und der Yen häufig als günstige Finanzierungswährung genutzt wurde, auch bekannt als Yen Carry Trade.
Steigen die Finanzierungskosten in Japan, wird dieser Handel weniger attraktiv. Anleger könnten geliehene Yen zurückzahlen und dafür Positionen in riskanteren Anlagen verkaufen, wodurch auch Kapital aus Bitcoin und anderen Kryptowährungen abfließen kann. Direkt nach dem Zinsschritt verlor der Yen allerdings bis zu 0,8 Prozent gegenüber dem US-Dollar.
Krypto legt nach dem BOJ-Entscheid zu
Am Krypto-Markt überwiegen am Morgen trotzdem die Gewinne: Bitcoin steigt um 1,39 Prozent auf rund 77.520 US-Dollar, Ethereum legt um 1,92 Prozent auf 2.487 US-Dollar zu. Solana legt ebenfalls zu und steigt um 5,9 Prozent auf rund 105 US-Dollar XRP steht bei etwa 1,32 US-Dollar.
Bei einzelnen Altcoins fallen die Kursgewinne noch deutlich stärker aus: NEAR Protocol steigt um 32,1 Prozent, Arbitrum um 29,9 Prozent und Zcash um 10,3 Prozent.
Auch bei den US Spot ETFs zeigt sich ein geteiltes Bild. In die Bitcoin-Produkte flossen gestern netto 159,45 Millionen US-Dollar, bei den Ethereum ETFs wurden dagegen 39,24 Millionen US-Dollar abgezogen. Über die laufende Woche summieren sich die Zuflüsse bei Bitcoin damit auf 426,81 Millionen US-Dollar, während Ethereum bei einem Minus von 283,80 Millionen US-Dollar liegt.
Für den Krypto-Markt bleiben der Ölpreis und die Renditen von US-Staatsanleihen wichtig. Bleibt Öl länger auf dem derzeit hohen Niveau, kann das die Inflation weiter antreiben und den Notenbanken weniger Spielraum für spätere Zinssenkungen lassen. Hohe Renditen bei US-Staatsanleihen machen vergleichsweise sichere Anlagen attraktiver, wodurch Investoren Kapital aus Risk on Assets wie Bitcoin abziehen könnten.

