Emittenten dürfen blockieren 

Nach dem Clarity-Act-Aus prescht die SEC mit neuen Krypto-Regeln vor

Im US-Senat kam der Clarity Act nicht weiter. Jetzt setzt die SEC selbst neue Regeln für den Krypto-Markt um.

Josip Filipovic
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Das Bild zeigt Paul Atkins

Beitragsbild: picture alliance

| Werden die neuen Regeln der SEC dem Krypto-Markt weiterhelfen?

Die SEC geht nur zwei Tage nach dem gescheiterten Clarity-Act-Votum selbst voran. Mit einer neuen “Innovationsausnahmeregelung” erlaubt die US-Börsenaufsicht den Onchain-Handel bestimmter tokenisierter Aktien und öffnet damit einen Teil des amerikanischen Aktienmarktes für Blockchain-Infrastruktur. Die Ausnahme gilt fünf Jahre und tritt sofort in Kraft.

Am Dienstag scheiterte der Clarity Act im Senat mit 49 zu 50 Stimmen, wodurch die umfassende gesetzliche Neuordnung des Krypto-Marktes vorerst feststeckt. Atkins erklärte daraufhin, die Behörde werde innerhalb ihrer bestehenden Befugnisse handeln.

Krypto-Infrastruktur erreicht den US-Aktienmarkt

Unter der neuen Regelung können Tokenized Securities Venues (auf Blockchain-Technologie basierende Handelsplattformen) bestimmte US-Aktien auf der Blockchain handelbar machen, ohne dafür wie eine klassische Börse registriert sein zu müssen. Auch ausgewählte Liquiditätsanbieter erhalten Ausnahmen von der Händlerregistrierung, wenn sie über automatisierte Market Maker Liquidität bereitstellen.

Grenzen zieht die SEC trotzdem klar: Die Ausnahme gilt nicht für synthetische Aktienprodukte, die lediglich einen Kurs nachbilden, ohne die eigentliche Aktie zu repräsentieren. Unternehmen müssen zudem informiert werden, bevor eine tokenisierte Version ihrer Aktie angeboten wird, und können deren Handel verhindern.

Für den Markt könnte damit eine Tür aufgehen, an der Krypto-Börsen und traditionelle Finanzhäuser seit Monaten rütteln. Tokenisierte Aktien können technisch rund um die Uhr gehandelt und schneller abgewickelt werden, zugleich lassen sie sich direkt in Blockchain-Anwendungen einbinden. Die SEC hatte bereits zuvor angekündigt, genau solche Modelle im Rahmen ihres “Project Crypto” regulatorisch zu ermöglichen.

Dauerhaft ist diese Lösung allerdings noch nicht. Die fünfjährige Ausnahme soll der SEC Zeit geben, Erfahrungen mit dem neuen Handelsmodell zu sammeln und daraus feste Regeln zu entwickeln. Nach dem Rückschlag für den Clarity Act verschiebt sich damit ein Teil der Krypto-Regulierung vorerst vom Kongress zu den Behörden, wobei auch die CFTC weitere Regelungen für digitale Vermögenswerte vorbereitet.

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