Krypto goes Zentralbank? 706 Millionen Tether während Bitcoin-Crash gedruckt

Dr. Philipp Giese

von Dr. Philipp Giese

Am · Lesezeit: 4 Minuten

Dr. Philipp Giese

Dr. Philipp Giese arbeitet als Chief Analyst für BTC-ECHO und ist auf die Bereiche Chartanalyse und Technologie spezialisiert. Der promovierte Physiker kann dabei auf jahrelange Berufserfahrung als technologischer Berater zurückgreifen. Zudem ist er zentraler Ansprechpartner im Discord-Channel von BTC-ECHO und pflegt als Speaker und Interviewer den Austausch mit Startups, Entwicklern und Visionären.

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Tether druckt wieder

Quelle: Shutterstock

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Der Supply von Tether ist in den letzten Tagen um rund 700 Millionen US-Dollar gestiegen. In erster Linie wurden die Supplies der USDT-Token auf der Ethereum Blockchain stark erhöht. Ist das der Hintergrund hinter dem Kursanstieg?

Nicht nur die Notenbanken der Welt können drucken, auch Tether kann das. Das zeigte der Blockchain-Analyse-Dienst Whale Alert, als er wieder Minting-Ereignisse um Tether ausspuckte:

USDT ist der größte Stable Coin im Krypto-Ökosystem. Laut Aussagen von Tether soll der Stable Coin mit US-Dollar gedeckt sein. Ob diese Aussagen stimmen? Daran scheiden sich die Geister. Ob nun Tether selbst oder die Kritiker recht haben, sei dahin gestellt, jedenfalls ist der Mechanismus um Tether, grob ausgedrückt, folgender: Interessierte Anleger können US-Dollar in USDT umtauschen. Wenn dies geschieht, „druckt“ Tether neue Token. Der Prozess ist als Minting bekannt. Sollten nun Anleger ihre USDT wieder in US-Dollar umtauschen wollen, werden die Token in einem Prozess namens „Burning“ vernichtet.

Seit der Corona-bedingten Krise der Märkte ist Tether nur noch am Geld drucken. Das letzte Burn-Ereignis ist laut Whale Alert inzwischen einen Monat her. Insgesamt konnte Tether so seit dem 11. März den Tether Supply um 700 Millionen US-Dollar erhöhen:

Tether wurde wieder ordentlich gedruckt


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Dabei sind die Tether Token vor allem in Paketen mit einer Größe um die 60 Millionen US-Dollar emittiert worden. Größtenteils schlossen sich an diese Minting-Prozesse Transfers zu den Börsen Binance, Bitfinex und Huobi an.

Schließlich ist es noch interessant zu sehen, welche Art von USDT emittiert wurde. Doch: USDT nicht gleich USDT. War ursprünglich der bekannte Stable Coin nur auf der auf Bitcoin basierenden Plattform OMNI zuhause, existieren nun unter anderem USDT als ERC-20 Token und auf der TRON Blockchain. Hier fällt auf, dass es gerade die ERC-20-basierten USDT waren, deren Supply stark angehoben wurde:

Bitcoin-basiertes OMNI wurde kaum neu gedruckt

Verständlich, ist doch das Transaktionsvolumen von Ether-basierten USDT seit Sommer 2019 deutlich höher als das des alten OMNI-basierten USDT.

Tether schuld am Bull Run? Nicht so schnell!

Neben dem aktuellen Drucken von USDT erleben wir im Augenblick einen Bull Run. Gerne wird die Supply-Inflation Tethers für die Bitcoin-Rallye Ende 2017 allein verantwortlich gemacht. Es kam gegenüber Tether Limted sogar zu einer Klage.

Und zugegebenermaßen fühlt man sich aktuell im Krypto-Ökosystem etwas an die klassischen Märkte erinnert. Die EZB startet ein Anleihenprogramm, um die europäischen Märkte zu retten, in den USA soll es Helikoptergeld zur Aufbesserung der Wirtschaft geben. Und irgendwie läuft alles auf eine zentrale, Geld druckende Instanz hinaus. Ebenso bei Tether.

Doch kann man den aktuellen Bull Run Bitcoins wirklich allein auf einen erhöhten Supply an USDT schieben? Schon die Interpretation des Bull Runs Ende 2017, die nur in einem inflationären USDT-Supply den Grund für die damaligen Kursanstiege sucht, war zu kurzsichtig. Die damalige Stimmung hatte wie auch die Kursanstiege unterschiedlichste Gründe. Die ICO-Welle, die Euphorie der Bitcoin Community nach Einführung von Segregated Witness, die Hoffnung auf „geschenktes Geld“ durch Hard Forks und nicht zuletzt die Präsenz Bitcoins in krypto-fernen Medien waren hier sicherlich weitere Gründe.

Kleinanleger entdecken Bitcoin

Ähnlich ist es jetzt. Ja, sicherlich wird ein stark erhöhter USDT-Supply seinen Einfluss auf die Kurse von Bitcoin & Co. haben. Es verkennt jedoch, dass viele nun, gerade durch die Notenbank-Politik, Bitcoin als eine Alternative sehen. Ebenso ist das bald kommende Halving für viele Investoren ein Kaufanreiz.

Der 13. März, der Tag des dramatischen Kurssturzes, war für Bittr ein historischer Tag:

Bittr ist ein Broker, der sich den Bitcoin-Verkauf spezialisiert. Über Bittr ist Dollar-Cost-Averaging, also das Aufsetzen eines eigenen Bitcoin-Sparplans möglich. Dass nun gerade der große Crash der letzten Woche für dieses Unternehmen der bisher arbeitsreichste Tag war, zeigt, dass die Supply-Erhöhung Tethers alleine nicht dafür zu verantworten ist. Eher sieht es danach aus, als würden gerade wieder die Kleinanleger Bitcoin für sich entdecken.

Das Interesse an einer Größe, deren Menge nicht zentral kontrolliert werden kann, lockt jene, die nun ihr Geld in eine langfristige Sicherheit bringen möchten. Sicherlich ist das nicht der einzige Grund. Wie Ende 2017 wird es auch diesmal viele Gründe für das Steigen des Bitcoin-Kurses über 6.000 US-Dollar geben. Ja, einer davon mag mit USDT zu erklären sein, aber das ist eben nur ein einziger Grund.

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